Wie man seine Brötchen mit Nachhaltigkeit verdienen kann, haben wir Euch bereits im Artikel „Nachhaltige Jobs“ beschrieben. Wer sein Leben nachhaltiger gestalten will, der muss natürlich nicht von heute auf morgen seinen Job wechseln. Nachhaltig leben geht schon mit kleinen Veränderungen, die Schritt für Schritt in den Alltag eingebaut werden. Wir haben für Euch ein paar Ideen zusammengetragen, wie man sein Leben ändern kann, ohne dafür extrem auf etwas verzichten zu müssen. Nachhaltig leben? Ist eigentlich ganz einfach: in wenigen Schritten zum nachhaltigen Lifestyle.

Nachhaltig leben zu Hause:

Strom sparen! Das A und O in Sachen Nachhaltigkeit ist das Einsparen von Strom beziehungsweise Energie. Dazu gehören die alten Klassiker, die uns eigentlich auch schon unsere Eltern gelehrt haben: Heizung nicht voll aufdrehen, sondern konstant bei gemäßigter Temperatur heizen. Im Winter muss man nicht im T-Shirt in seiner Wohnung rumlaufen – eine normale Zimmertemperatur von 19 bis 20 Grad Celsius ist völlig ausreichend, um sich auch im Winter wohl zu fühlen. Auch bei der Frischluftversorgung in den geheizten Räumen kann man clever vorgehen: Damit die Wohnung nicht völlig auskühlt, maximal einmal pro Stunde Stoßlüften, d.h. das Fenster kurz ganz aufmachen.

Im Herbst/Winter sollte man Fenster nicht stundenlang kippen. Das sorgt nur dafür, dass die Wände abkühlen und man wieder mehr heizen muss, auf eine angenehme Temperatur zu kommen. Ebenfalls Strom bzw. Energie sparen lässt sich mit der richtigen Beleuchtung.

Festbeleuchtung in allen Räumen muss nicht sein, zudem sollte auf Energiesparlampen geachtet werden. Und ein paar Kerzen sorgen gleich für eine gemütliche Atmosphäre! Ebenfalls ein bekannter Stromfresser: elektrische Geräte im Stand-By-Betrieb. Wenn ein Gerät nicht genutzt wird, sollte es ganz ausgeschaltet werden. Praktisch sind dafür Mehrfach-Steckdosen mit Ein- und Ausschalter: wenn man aus dem Haus geht, einfach die gesamte Steckdosenleiste ausschalten.

Weitere Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit zu Hause: weniger Plastik und andere Einwegverpackungen verwenden, Müll trennen (und sogar über einen Kompost bzw. Biomüll dabei nachdenken!), Essensreste gut verschließen und aufbewahren, damit möglichst wenig verdirbt und weggeworfen werden muss, Wäsche bei niedrigen Temperaturen waschen, keine aggressiven Putzmittel verwenden, Wasser sparen!

https://www.youtube.com/watch?v=kRNBqykW9_0

Nachhaltig leben am Arbeitsplatz

Bevor man seinen Arbeitsplatz nachhaltig gestaltet, kann man schonmal auf dem Arbeitsweg dafür sorgen, etwas Gutes für sich und/oder die Umwelt zu tun. Dazu gehört: auf’s Auto verzichten und stattdessen die öffentlichen Verkehrsmittel oder das Fahrrad nutzen. Wer auf sein Auto angewiesen ist, der kann durch das Bilden von Fahrgemeinschaften dafür sorgen, dass wenigstens mehrere Menschen zur Arbeit kommen.

Bei der Arbeit angekommen gibt es viele Möglichkeiten, seinen nachhaltigen Lifestyle auch dort anzuwenden: Den Aufzug einfach mal ignorieren und stattdessen die Treppen nehmen! Das ist nicht nur extrem umweltfreundlich, sondern gleichzeitig auch figurfreundlich! Keine To-Go-Becher verwenden: in vielen Unternehmen stehen noch Getränkeautomaten „im alten Stil“: im Besten Fall kommt das Heißgetränk im Pappbecher, im schlechtesten Fall im Plastikbecher.

Zum Glück haben mittlerweile viele Firmen erkannt, wie wichtig für das Unternehmensklima eine gute Kaffeemaschine ist, aber die Fossilien-Automaten gibt es noch hie und da. Die Lösung? Einfach seine eigene Tasse verwenden. Das spart Müll (und im Idealfall auch verbrannte Finger, denn mal ehrlich, wer hat sich eigentlich ausgedacht, dass Kaffee aus Plastikbechern zu trinken eine gute Idee ist?).

Im Büro kann man auf viele Arten Nachhaltigkeit (vor-)leben: Generell sollte man versuchen, weniger Material zu verschwenden. Statt alles auszudrucken lohnt es sich, auf digital umzusteigen – Stichwort „papierloses Büro“. Unwichtige Dokumente, die man dennoch ausdrucken muss, kann man auch gut zweiseitig ausdrucken bzw. auf die Rückseite von bereits bedrucktem, nicht mehr benötigtem Papier ausdrucken.

Gerne kann man seine Vorgesetzten auch über verschiedene Möglichkeiten, umweltbewusster, gesünder oder nachhaltiger zu arbeiten, informieren. Dazu gehören neben einem korrekten Mülltrennungssystem auch kreative oder sportliche Pausenaktivitäten, gesündere Bürosnacks und eine Routine beim Stromsparen (Geräte nach der Arbeit ausschalten, unbenützte Räume nicht unnötig beleuchten oder beheizen, etc.)

Nachhaltig leben im Urlaub

Zugegeben, in den Urlaub zu fahren oder zu fliegen ist ein Luxus, der meist eher wenig mit Nachhaltigkeit einhergeht. Allein schon die Umweltverschmutzung durch Benzin- oder Kerosinverbrauch lastet so schwer auf unserem CO2-Fußabdruck, dass ein Vergnügungsurlaub nur sehr schwer „nachhaltig reden lässt“. Dennoch: Wer gerne in den Urlaub fährt, kann wenigstens dafür sorgen, diesen so umweltfreundlich oder nachhaltig zu gestalten wie möglich. Das fängt natürlich bei der Wahl des Transportmittels an: Innerdeutsche Ziele erreicht man am nachhaltigsten immer noch mit der Bahn statt mit dem Flieger. Wen es weiter wegzieht, der ist meist auf das Flugzeug angewiesen.

Während die Politik über eine Umweltabgabe für Flüge nachdenkt, kann man selbst schon einen kleinen Beitrag für sein grünes Gewissen leisten. Bei Organisationen, wie zum Beispiel Atmosfair kann man selbst errechnen, wie viel CO2 man pro Reise verbraucht. Im Anschluss daran kann man, abgestimmt mit dem Ergebnis, Geld an bestimmte Klimaprojekte spenden, die wiederum de CO2-Ausstoß ausgleichen.

Nachhaltiges Leben

Übrigens, entgegen der landläufigen Meinung sind Billigflieger nicht per se schlechter als Linienflüge. Man sitzt zwar wahrscheinlich unbequem oder gar gequetscht, aber die hohe Sitzdichte hat auch sein Gutes: möglichst viele Passagiere passen in ein Flugzeug, während bei anderen Anbietern oftmals mehr Platz für weniger Passagiere ist.

Höhere Sitzdichte = höhere Auslastung = umweltschonender!

Auch bei der Wahl des Reiseveranstalters kann man nachhaltig vorgehen. Es gibt verschiedene umweltbewusste Veranstalter, die das Label“CSR Tourism certified“ führen. Und bei Urlauben zum Mitanpacken, bei denen man sich selbst für soziale Belange, Tier- und Umweltschutz oder Nachhaltigkeit einsetzt, kann man direkt mal überprüfen, ob ein Jobwechsel nicht vielleicht doch das richtige ist?

Nachhaltig konsumieren

Wir haben schon oft darüber berichtet: Nachhaltigkeit und Konsum sind eng miteinander verwoben. Am besten ist es dabei natürlich, insgesamt weniger zu konsumieren. In unserer heutigen Wegwerfgesellschaft will man immer das Neueste haben und vergisst dabei oft, dass man ja so vieles eigentlich überhaupt nicht benötigt. Reparieren statt neukaufen ist dabei schon einmal ein guter Anfang. Und wenn Konsum, dann natürlich richtig. „Billig gekauft kommt teuer zu stehen“ – das stimmt vielleicht nicht immer, hat sich jedoch oft bewahrheitet. Wer es sich leisten kann und will, der sollte auch gute Produkte achten, die unter fairen Bedingungen hergestellt wurden und weder die Umwelt belasten noch Menschen ausbeuten. Dass das nicht immer funktioniert, ist klar.

Aber wenn es auch nur in einem kleinen Bereich ist, ist dabei schon viel getan. Vielleicht einfach mal vom konventionellen Kaffee auf eine Bio- oder fair gehandelte Bohne ausweichen oder bei Putzmitteln auf Bio umstellen. Ein kleiner Schritt für Dich, ein großer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit.

Fazit

Man muss nicht sein gesamtes Leben ändern, um nachhaltig zu leben. Manchmal reichen ein paar kleine Veränderungen, um seinen Lifestyle etwas nachhaltiger zu gestalten. Neue Gewohnheiten brauchen einige Wochen, um sich zu festigen, deshalb sollte man einfach mal einen Monat lang versuchen, etwas in seinem Alltag zu verändern. Nachhaltigkeit ist ein vielschichtiger Begriff – richtig umgesetzt kann daraus ein gesünderes, glücklicheres und bei weitem interessanteres Leben entstehen. Probiert es aus!

Artikelbild: CC0 1.0 Universal License

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Über die Autorin: Sandra hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studiert. Sie lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Leidenschaften sind Nachhaltigkeit, sowie die Unterstützung der nachhaltigen Fischräucherei ihres Bruders. Die passionierte Teetrinkerin ist seit Happy Coffee auch zu einem Kaffee-Fan geworden.


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