Dass Kaffeesatz viel zu schade zum Wegwerfen ist, dass wissen wir spätestens, seitdem wir die tollen Designobjekte von decafé kennen, die der Spanier Raul Laurí aus Kaffeesatz fertigt. Um Kaffeesatz verwerten zu können, muss man aber weder Künstler noch Biologe sein. Wir zeigen euch sechs tolle Ideen, was ihr alles aus eurem gebrauchten Kaffeesatz rausholen könnt. Ob Kaffeesatz als Dünger oder im Beautyeinsatz, das Pülverchen ist ein Tausendsassa. Und für den Kompost sind die Kaffee-Reste allemal zu schade.

Kaffeesatz als Dünger

Wer seine Tomaten oder Erdbeeren auf dem Balkon pflanzt, der sollte beim nächsten Düngen zu Kaffeesatz greifen. Denn die wertvollen Mineralien, die in der Kaffeebohne enthalten sind, bleiben auch nach dem Aufbrühen von Kaffee weitgehend erhalten. Im gebrauchten Kaffeepulver sind demnach jede Menge Phosphor, Kalium und Stickstoff enthalten – Nährstoffe, die vor allem Balkonerde gut gebrauchen kann. Die Inhaltsstoffe helfen den Pflanzen beim Wachsen, und zwar auf die denkbar sanfteste und ökologischste Art und Weise.

Vor allem, wenn an den Blättern Vergilbungen zu erkennen sind, ist Kaffee ein guter Dünger. Gelbe Blätter bedeuten oft Kaliummangel, und Kalium ist schließlich im Kaffeesatz zur Genüge vorhanden. Man sollte den Kaffeesatz jedoch nicht direkt aus der Kaffeekanne in die Erde zu den Pflanzen kippen. Damit kein Schimmel entsteht, sollte der Kaffee zunächst getrocknet werden. Dazu breitet man das noch feucht Pulver am besten auf einem großen Teller oder (Back-)blech flächig aus und lässt es langsam trocknen. Sobald das Pulver getrocknet ist, kann es zur Erde gegeben werden. Oder aber man gibt eine kleine Menge davon in die Gießkanne. Eure Pflanzen werden es Euch danken.

Kaffeesatz gegen unangenehme Gerüche

Wer keine Pflanzen hat und Kaffeesatz ls Dünger nicht verwenden kann, hebt ihn für den Einsatz in der Küche auf. Vor allem Liebhaber von französischem Käse, fermentierten Speisen wie Sauerkraut oder zwiebelhaltigen Gerichten können davon ein Lied singen: Egal wie stark man die Tupperdose auch verschließt, irgendwie riecht es im Kühlschrank penetrant nach den Essensresten. Vor allem in Gemeinschaftskühlschränken wie in der Büroküche kann es oftmals ein Graus bedeuten, wenn der Kollege oder die Kollegin mal wieder einen reifen Camembert gelagert hat. Anstatt sich in die Haare darüber zu kriegen, könnt Ihr zu einem ganz einfachen, aber effektiven Trick greifen: ein kleines Schälchen mit Kaffeepulver bindet einen Großteil der Gerüche.

Anstatt dass einem ein unangenehmer Geruch auffällt, riecht man nur noch den köstlichen Kaffeeduft. Natürlich ist das Kaffeepulver danach nicht mehr zum Aufbrühen von Kaffee geeignet, denn entgegen landläufiger Meinung sollte Kaffee nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden. Wer sich aber von einer kleinen Menge Kaffee trennen kann, der sollte sie dafür nutzen, um in seinem Kühlschrank für ein angenehmeres Dufterlebnis zu sorgen.

Kaffeesatz gegen „Zwiebelhände“

Ähnlich effektiv ist Kaffeesatz auch wenn es darum geht, Essengerüche an den Fingern wegzubekommen. Profi- und Hobbyköche wissen: Nach dem Zwiebel- oder Knoblauchschneiden kann man meist machen was man will, der Geruch will einfach nicht von den Fingern weichen. Selbst spezielle Seifen gegen Küchengerüche helfen nicht ausreichend, um die olfaktorischen Reste von den Händen zu bekommen, egal wie oft man sie sich wäscht. Doch, wer hätte das gedacht: auch hier kann Kaffeesatz eingesetzt werden.

Indem man den Kaffeesatz wie ein Peeling benutzt, das heißt, seine Hände damit eine halbe Minute lang damit einreibt, entfernt man einen wesentlichen Teil des unangenehmen Geruchs. Das klappt meist sogar so gut, dass man den Rest des Tages am liebsten ständig an seinen Händen schnuppern möchte. Und nach dem Abrubbeln kannst du das Peeling aus Kaffeesatz als Dünger sogar ein zweites Mal verwenden!

Kaffeesatz als Beauty-Produkt

Die Beauty-Blogger erwähnen es immer wieder: Kaffeesatz eignet sich perfekt um damit seine eigenen Beauty-Produkte herzustellen. Wenn man zum Beispiel Kaffeesatz mit dem derzeit schwer angesagten Kokosöl mischt, erhält man ein Peeling mit dem man die müde Gesichtshaut schnell frischer aussehen lässt. Gleiches gilt für raue Hände oder Ellenbogen: einfach kurz die Kaffeesatz-Kokosnussöl-Mischung auftragen und einreiben, und schon lösen sich alte Hautschuppen und die Hände und Arme sind wieder sanft wie ein Babypopo.

Style-Ikonen wie die Hollywood-Schauspielerin Halle Berry schwören auf Kaffeesatz gegen das Beauty-Problem Nr. 1 vieler Frauen, Cellulite. Sie mischt das Kaffeepulver mit Vaseline und macht sich daraus Wickel um die Oberschenkel, die wirksam gegen die fiesen Dellen, die auch als Orangenhaut bekannt sind, sein sollen.

Kaffeesatz als Putzmittel

Kaffeesatz lässt sich auch prima als Putzmittel verwerten. Vor allem dunkle Flecken auf Holzmöbeln lassen sich mit dem Kaffeesatz umweltschonend und kostengünstig entfernen. Man muss einfach nur den Kaffeesatz mit etwas warmem Wasser und Essig verrühren und schon hat man ein sanftes Mittel, das den Verschmutzungen auf dem Holz zu Leibe rückt, ohne den Möbeln zu schaden. Auch Teller mit eingetrockneten Essensresten und sogar eingebrannte Töpfe lassen sich gut mit Kaffeesatz und einem Lappen reinigen.

Kaffeesatz lesen: ein Blick in die Zukunft

Das Kaffeesatz Orakel ist ein Klassiker unter Hellsehern oder, wie es politisch korrekt heutzutage heißen muss, „spirituellen Beratern“. Das Interpretieren von Kaffeesatz und die daraus abzuleitenden Erkenntnisse haben vor allem im Orient eine lange Tradition – deshalb eignet sich auch vor allem der dickflüssige Kaffeesatz aus Mokka besonders gut. Egal, ob man der Esoterik zugetan ist oder einfach nur mal eine lustige Teamaktivität veranstalten will: im Internet gibt es jede Menge Anleitungen und Erklärungen zu Deutung und Bedeutung.

Du siehst: Kaffeesatz ist ein echtes Wundermittel! Benutzt du deinen Kaffeesatz als Dünger oder für einen der anderen genannten Einsatzmöglichkeiten? Oder sogar für etwas ganz anderes? Schreib uns gern deine Kaffeesatz-Geheimnisse!

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Titelbild by Steven Depolo / Flickr (License: CC BY 2.0)

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Über die Autorin: Sandra hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studiert. Sie lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Leidenschaften sind Nachhaltigkeit, sowie die Unterstützung der nachhaltigen Fischräucherei ihres Bruders. Die passionierte Teetrinkerin ist seit Happy Coffee auch zu einem Kaffee-Fan geworden.


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