Als ich mir neulich zum ersten Mal grünen Kaffee zubereitete, war ich erstaunt, wie schnell die über Nacht in Wasser eingeweichten Bohnen zu sprießen begannen. Da blitzte gleich der Gedanke auf, ein sprießendes Böhnchen zu einer Kaffeepflanze erwachsen zu lassen und so eines Tages gar in den Genuss selbst gezogenen und gerösteten Kaffees zu kommen. Klingt utopisch? In der Tat ist es nicht einfach, in den eigenen vier Wänden im untropischen Nordeuropa Kaffee anzubauen. Mit der richtigen Pflege, Geduld und etwas Hintergrundwissen ist es aber durchaus möglich! Und wem es nicht gelingt von der heimischen Kaffeepflanze ausreichend Bohnen zu ernten, der kann sich an der hübschen Pflanze mit ihren vielen Blättern und den weißen, nach Jasmin duftenden Blüten erfreuen.

Wie die Kaffeepflanze die Welt eroberte.

Die Kaffeepflanze schlug ursprünglich im Königreich Kaffa (dem heutigen Äthiophien) ihre ersten Wurzeln. Man erzählt sich, dass dort ein Hirte beobachtete, wie eine seiner Ziegen munter und schlaflos umherhüpfte, nachdem sie von dem Strauch gegessen hatte. Interessiert naschte der Hirte selbst von den roten Früchten, spukte sie aber angewidert ins Feuer. Daraufhin verbreitete sich der uns allen so gut bekannte, wohlduftende Kaffeegeruch und die Idee des Kaffees war geboren. Schnell verbreitete sich die Nachricht vom erweckenden Kaffee aus Kaffa und die Pflanze wurde zunächst in Arabien und bald auch in Ceylon und auf Java angebaut. Ein niederländischer Gouverneur brachte die Kaffeepflanze dann 1710 nach Europa, um sie in botanischen Gärten zu kultivieren. Mit der Kolonialisierung gelangte der Kaffee nach Martinique, Guadaloupe, Brasilien und die weiteren heute bekannten Anbaugebiete, wo er dank des tropischen Klimas lukrativer angebaut werden kann.

Die Wahl der Bohne

Es gibt neben der bekannten Arabica- und Robusta-Pflanze noch 122 weitere Kaffeearten, die jedoch über einen geringeren Koffeeingehalt verfügen und daher meist nicht angebaut werden. Wenn du hoffst, von deiner Kaffeepflanze Bohnen ernten zu können, solltest du daher eine Sorte dieser beiden Kaffeearten anpflanzen. Alles was du dafür brauchst ist eine grüne, unbehandelte Bohne. In unserem Shop kannst du dafür grüne Arabica-Bohnen von Java beziehen.

Wie du Kaffee selber pflanzt

Für eine Kaffeepflanze brauchst du nur eine Bohne, etwas Wasser und Erde. Um die Chance zu erhöhen, dass daraus wirklich eine schöne und gesunde Kaffeepflanze erwächst, solltest du mehrere Keimlinge ansetzen. Wenn daraus dann auch mehrere Pflanzen wachsen hast du entweder eine eigene Mini-Plantage oder ein schönes Geschenk für den nächsten Kaffee-Besuch.

Um aus der rohen Kaffeebohne einen Keimling zu gewinnen, lege diese für einige Stunden (etwa über Nacht) in lauwarmes Wasser. Um die Wassertemperatur von ca 25 Grad zu erhalten, die das Keimen begünstigt, kannst du einfach eine Thermoskanne verwenden.


Die KaffeepflanzePhoto by CIAT (CC BY-SA 2.0)

Nun verteile die Sprösslinge auf kleine, mit frischer Erde gefüllte Blumentöpfe. Drücke pro Blumentopf je einen Sprössling leicht in die Erde ohne ihn mit Erde zu bedecken.

Dein Spross hat es gerne warm und feucht. Daher stelle ihn an einen warmen und hellen Platz und halte ihn gut feucht, ohne Staunässe zu produzieren (der Blumentopf sollte unten ein Loch haben, durch das das überschüssige Wasser abfließen kann). Du kannst die Luftfeuchtigkeit auch aufrechterhalten, indem du den Blumentopf mit einer Plastikhaube überdeckst. Dazu kannst du etwa einen durchsichtigen Plastikbecher mit Löchern verwenden, so dass die Pflanze noch ausreichend frische Luft bekommt und sich kein Schimmel bilden kann.

Nun musst du deinem kleinen Spross ca 2 Monate Zeit geben, bis sich das erste Grün deiner stetig wachsenden Kaffeepflanze zeigt. Wenn sie zwei Blätter hat, kannst du sie vorsichtig in einen größeren Topf umpflanzen, in dem sie sich besser entfalten kann. Gebe dann der Erde auch etwas Substrat hinzu, um die Feuchtigkeit besser zu halten. Da deine Kaffeepflanze einen leicht sauren Boden bevorzugt, kannst du hin und wieder auch etwas Zitronensaft zum Gießwasser hinzugeben.

Damit deine Pflanze schön wächst und eines Tages sogar Früchte trägt, solltest du ein tropisches Klima aufrechterhalten. Wähle dazu einen warmen, hellen Standort und sorge durch tägliches Besprühen mit Wasser für die ausreichende Luftfeuchtigkeit. Wenn die Temperaturen draußen auf 20 Grad und mehr klettern kannst du sie auch hinausstellen. Aber Achtung: deine Kaffeepflanze hat es zwar gerne tropische warm, in der direkten Sonne verbrennen ihre Blätter jedoch schnell. Daher bevorzugt sie einen Standort im Halbschatten.

Es kann einige Jahre dauern, bis deine Pflanze die ersten Früchte trägt. Wenn es zu wenige sind, um dir daraus einen ganz besonderen Kaffee zu bereiten, pflanze sie einfach wieder ein. Irgendwann wirst du dann ausreichend Früchte für eine erste ergiebige Ernte haben. Und bis dahin kannst du dich an ihrem hübschen Aussehen und Duft erfreuen und dich bei jedem Schluck Kaffee, den du in ihrer Gegenwart trinkst, auf besondere Weise mit ihr verbunden fühlen.

Artikelbild: Larry Jacobsen (CC BY 2.0)

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Über die Autorin: Mit Latte Macchiato aus dem heiß geliebten Porzellan-Espressokocher beginnt für Deva ein guter Start in den Tag. Sie hat Philosophie und performative Kunst studiert und lebt und arbeitet in Hamburg. Neben Kaffee interessiert sie gesunde Ernährung, Tanzen und Surfen.


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