Viele Köche verbessern den Brei! So in etwa könnte man die Quintessenz von Cookasa, einer Plattform, die Großstadtmenschen zum gemeinsamen Kochen zusammenbringt, erklären. Die Grundidee ist kaum komplizierter und lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen: Jeder, der Lust auf Kochen hat und nicht abgeneigt ist, diese Leidenschaft mit ihm unbekannten Menschen zu teilen, kann sich in der Cookasa Community registrieren und für ein Event in seiner Stadt anmelden. Klar, ein bisschen abenteuerlustig muss man schon sein, schließlich verbringt man mindestens zwei Stunden mit Menschen, die man vorher nicht kannte, weiß nicht, welche kulinarischen Vorlieben die anderen haben, wie alt sie sind und ob sie einen Paul Bocuse oder doch eher einen Ronald Mc Donald am Herd stehen haben. Wenn man es ganz geschickt anstellt, muss man sogar nicht mal einen Finger rühren und wird trotzdem verköstigt, und zwar ohne einen Cent dafür auszugeben – denn wer als Gastgeber seine Küche zur Verfügung stellt, der isst umsonst.

Wir von HappyCoffee finden die Idee von Cookasa super und erklären Euch das Konzept, das sich aus einer Facebookgruppe zu einem Netzwerk für leidenschaftliche Hobbyköche in vielen deutschen Hauptstädten (und mittlerweile sogar in Österreich) entwickelt hat. Und weil „über Essen schreiben“ ungefähr so ist „wie über Architektur zu tanzen“ (ok, den haben wir geklaut), begnügen wir uns natürlich nicht mit einem bloßen Promoartikel. Ich habe mich direkt in eine Berliner Küche begeben und mit fünf anderen Kochlöffel-Enthusiasten den Cookasa Spirit am eigenen Leib erfahren. Dass dabei nicht immer alles nach Plan läuft und wie man mit dem richtigen Dessert sogar einen arbeitsamen Ingenieur aus seinem WG-Zimmer lockt, das wird an dieser Stelle noch nicht, aber bestimmt später verraten.

Doch, erstmal der Reihe nach. Wie fing das eigentlich alles an mit Cookasa?

Die Cookasa Story

Cookasa, das waren zunächst erst einmal nur André und Kersten, zwei Studenten aus Norddeutschland, die Lust hatten, etwas Gemeinsames auf die Beine zu stellen, wo Menschen zusammen kommen und etwas miteinander teilen. WG-erprobt und etwas ermüdet vom ewigen Fischstäbchen- und Toastessen dachte man sich, dass es vielleicht eine ganz gute Idee wäre, Küchen mit anderen Menschen zu teilen. Weiß man doch, dass gerade auf Parties immer die Küche der Ort ist, an dem sich die meisten (und coolsten) Menschen treffen. Am Herd werden schließlich die besten Freundschaften geschlossen! Flugs gründete man eine Facebook-Gruppe und im Februar 2012 startete die erste Küchenparty in Hamburg. Neue Fans und Teammitglieder ließen nicht lange auf sich warten und weil Facebook irgendwann zu klein wurde (da schaust Du, Mark Zuckerberg!) wurde eine eigene Website programmiert. Seit September 2013 gibt es Cookasa und die Community wächst stetig. Egal ob Berlin, Stuttgart, Bremen, München, Freiburg und mittlerweile sogar Wien – immer mehr Leute haben Lust darauf, ihre Küche mit anderen Menschen zu teilen oder in fremde Kochtöpfe zu lugen.

So funktioniert die Küchenparty

Wer auch nicht immer alleine kochen möchte oder schon einen Tennisarm vom Aufreißen der Tiefkühlpizzapackung hat: nicht verzagen, Hilfe naht! Auf Cookasa sind allein für den Monat Juli über elf Kochevents in verschiedenen Städten gelistet. Darunter lecker klingende Termine wie „Cookasa Afterwork BBQ“, „Heißer Kölner Sommer“ oder, wenn man das Glück hat in Bremen zu wohnen, „Cookasa Afterwork BBQ EXTRAGEIL.“

Cookasa - die Party kocht!

Photo by Cookasa

Ein Account ist schnell erstellt, als nächsten Schritt wählt man die Stadt und den Termin, der einen interessiert und schon ist man für einen gemeinsamen Kochabend angemeldet. Ein paar Ausstattungsmerkmale zur eigenen Küche sollte man noch angeben (Wie viele Leute passen rein? Welches Equipment und welche Basis-Zutaten wie Zucker, Salz, Pfeffer etc. kann ich zur Verfügung stellen?) und schon kann’s losgehen. Auch wer nur eine winzige Küche hat oder erstmal lieber in einer anderen Küche Gast sein will als andere Menschen in die eigene Wohnung einzuladen, kann mitmachen. Sobald man sich angemeldet hat, wird es spannend. Und zwar so spannend, dass es manchmal schon fast unerträglich ist.

Man kann auf der Plattform zwar sehen, wie viele Menschen sich angemeldet haben und im „Küchengezwitscher“ auch Kommentare schreiben, und man weiß auch, welche Rolle man hat (Gastgeber, Küchenhelfer, Chefkoch.) Mit wem man aber kocht und in welcher Küche die Party steigt, wird erst einen Tag vor dem Event verraten. Punkt 18 Uhr vor dem großen Tag erhalten alle Teilnehmer eine Mail mit allen Infos. Ab sofort ist Action gefragt!

Kochpartner anrufen, Gericht besprechen, sich zum Einkaufen verabreden. Denn das ist die Cookasa-Philosophie: alles wird gemeinsam gemacht. Man denkt sich gemeinsam aus, was man kochen möchte, geht zusammen einkaufen und trifft gemeinsam beim Gastgeber ein. Der Chefkoch ist am Ende dafür verantwortlich, dass die Kosten auf alle umgelegt werden und dass die vereinbarte Zeit eingehalten wird. Und auch, nachdem der Kochabend vorbei ist, lässt Cookasa einen nicht allein. Am nächsten Tag werden alle Kontaktdaten der Mitköche zur Verfügung gestellt, dass man die zart geknüpften Bande bei Bedarf vertiefen kann. Es sollen schon mehr als nur Kochfreundschaften daraus hervorgegangen sein, sagt die Legende!

Alles nur Party, oder was? Der Nachhaltigkeits-Ansatz von Cookasa

Klar, super Idee, gemeinsam Kochen und Menschen kennenlernen, die Großstadt etwas weniger anonym werden lassen und ganz nebenbei noch einen Einblick in fremde Küchen und Wohnungen zu erhalten. Doch Cookasa ist nicht nur ein großer Spaß. Bei einem Münchner Event holte man sich unlängst Foodsharing ins Boot, die den Cookasa Köchen kostenlos Kochzutaten zur Verfügung stellten. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten: Foodsharing konnte seine Mission im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung verbreiten und die Cookasa-Köche profitierten davon, indem sie einen kulinarischen und spannenden Abend hatten, ohne dafür in den eigenen Geldbeutel greifen zu müssen. Ob und wann weitere Dinner-Abende in Zusammenarbeit mit Foodsharing geplant sind, ist auf der Event-Seite der jeweiligen Stadt zu sehen. Aber auch bei einem normalen Cookasa-Event wird klar, dass der Gedanke an sich schon Nachhaltigkeit in sich trägt: Gemeinsam zu kochen, das bedeutet auch, sich gemeinsam mit Lebensmitteln auseinanderzusetzen, unterschiedliche Ansichten und Einstellungen zu diskutieren und sein Essen mit anderen zu teilen. Man weiß im Vornherein nie, ob man einen Veganer oder vielleicht sogar einen Metzger am Tisch sitzen hat – möglich ist alles, und das belebt auf jeden Fall die Runde! Übrigens, wer Vegetarier ist, kann das in seinem Profil angeben und das muss dann natürlich berücksichtigt werden bei der Planung.

Happy Coffee zu Gast bei Cookasa – ein Erlebnisbericht von Sandra

Hurra, es ist Dienstag, 18 Uhr und endlich bekomme ich alle Infos für mein morgiges Cookasa-Event zur Verfügung gestellt. Ich habe mich für das Berliner „Afterwork BBQ“ angemeldet und erfahre, dass meine Kochpartnerin Elisa heißt und wir beide für das Kochen zuständig sind. Neben Gastgeberin Martina sind noch weitere drei Gäste angemeldet, wer genau das ist werde ich aber erst wohl morgen mitbekommen. Martina schreibt, dass sie keinen Grill hat, dass man aber mit der Pfanne genauso gut ein ordentliches Barbecue hinbekommen würde. Und da beginnt mein Gehirn zu rattern: obwohl ich keine Vegetarierin bin (ich esse Huhn und Fisch) habe ich bei Cookasa „ich möchte vegetarisch kochen“ angekreuzt. Nun scheine ich die einzige zu sein, die diesen Wunsch geäußert hat und mache mir Sorgen, was wir wohl auf den Tisch bringen können, damit alle zufrieden sind. Meine Kochpartnerin outet sich als alter Cookasa-Hase und ich lasse sie die Angelegenheit in die Hand nehmen: „Wie wär’s mit Brokkoli-Reisauflauf, Kochschinken Beilage und Tomatensalat?“ Im ersten Augenblick bin ich zwar etwas überrascht, denn irgendwie hatte ich an „Das Perfekte Dinner“ gedacht und mir was Schickes mit Jakobsmuscheln oder gegrilltem Spargel gedacht – jedenfalls nicht die typische Studentenküche, wie ich sie von Erstsemesterzeiten kenne.

Cookasa bringt fremde Menschen zusammen

Egal, Elisa wird schon wissen, was wir tun und Cookasa schreibt ja auch, dass es nicht darum geht, das High-End-Dinner zu servieren, sondern Gemeinsam etwas Leckeres zu kreieren. Nachdem wir den Einkauf mehr oder weniger schlecht erledigen (und uns sofort sympathisch sind, weil wir beide fremde Supermärkte nicht mögen – wie kann man nur die Milchprodukte genau in der anderen Ladenecke positionieren als den Käse?) schaffen wir es auch nur mit einer halben Stunde Verspätung zu unserer Gastgeberin. Die ist glücklicherweise entspannt, hat den Tisch schon eingedeckt und ist gerade dabei, mit den anderen drei Gästen mit einem Gläschen Sekt auf den gemeinsamen Abend anzustoßen. Wir haben Bärenhunger und legen sofort los: Die Schnibbelhelfer schnibbeln, was das Zeug hält, ich bin für das Gemüse-Anbraten zuständig und Elisa kümmert sich um das Risotto, während Martina ganz spontan nebenher noch ein Dessert zubereitet: Muffins mit flüssigen Schokokern, mmmmh!

Zwischen Risotto rühren und Zwiebel schneiden erfährt man schon so einiges über die Mitköche. Unsere Truppe ist bunt gemischt: eine Studentin, die gerade ihre Masterarbeit im Bereich Tourismus schreibt, eine Online-Redakteurin, eine Biologin, ein Pärchen die ihr Haus mit fünf Hunden teilen und Rebecca, die für Cookasa das Marketing und Social Media Management übernimmt. Die Zeit, bis der Auflauf fertig ist, vergeht wie im Flug und als wir im großen Wohnzimmer der Gastgeber-WG zusammensitzen, ist das Eis gebrochen. Der fränkische Hundefreund haut einen Witz nach dem anderen raus (er behauptet im Übrigen steif und fest, Paul Bocuse zu sein.

An der Art und Weise, wie er die Ananas für das Dessert geschnitten hat, meinen wir tatsächlich einen wahren Gourmet zu erkennen ;), die Fleischesser loben das weitgehend vegetarische Essen wohlwollend und wir sprechen über vegane Supperclubs, Taste the Waste, Foodsharing, Fleischessen und alles mögliche rund um’s Thema Essen und Ernährung. Zum Schluss locken wir sogar den stillen Mitbewohner der Gastgeberin aus seinem Kämmerchen – er soll ein paar Erinnerungsfotos von uns schießen, und nachdem wir ihn mit einem Schokomuffin bestochen haben, hört die Knipserei gar nicht mehr auf. Um zehn, etwas später als gedacht, löst sich die Runde auf, wir gehen auseinander und sind uns alle einig, dass wir einen gelungenen Abend verbracht haben. Extrem günstig war’s übrigens auch: jeder Teilnehmer musste gerade mal EUR 3,17 für dieses leckere Mahl ausgeben.

Cookasa - die Party kocht!Mein Fazit: Eine schöne Idee, dieses Küchensurfen. Für die Zukunft würde ich mir noch wünschen, dass man seine Koch-Expertise noch etwas genauer definieren könnte (Bocuse oder doch eher Raviolidosenöffner?) und etwaige Allergien oder Unverträglichkeiten angeben könnte, damit im Vorfeld alle Unklarheiten ausgeräumt werden können. Der Überraschungs-Faktor kann funktionieren, muss aber nicht. Wir hatten Glück mit unserer Truppe und wahrscheinlich wird es meistens ähnlich ablaufen, denn wie Gastgeberin Martina richtig sagte: „Wer sich für sowas anmeldet, der ist doch offen und hat Lust auf neue Menschen, so in etwa wie die Leute, die gern mit der Mitgelegenheit fahren.“ Vor allem für Leute, die neu in einer Stadt sind, ist Cookasa eine super Gelegenheit, um nette Menschen kennenzulernen. Und für Singles ja sowieso. Wie sagt man so schön? Liebe geht durch den Magen. Wir wünschen Guten Appetit!

***

Über die Autorin: Sandra hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studiert. Sie lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Leidenschaften sind Nachhaltigkeit, sowie die Unterstützung der nachhaltigen Fischräucherei ihres Bruders. Die passionierte Teetrinkerin ist seit Happy Coffee auch zu einem Kaffee-Fan geworden.


Schreiben Sie einen Kommentar

Kommentare werden vor der Veröffentlichung genehmigt.


Vollständigen Artikel anzeigen

Hausmittel gegen Erkältung
Hausmittel gegen Erkältung: So wirst du schnell wieder fit

Warum Medikamente? Hausmittel gegen Erkältung wirken mindestens genauso gut! Hier unsere besten Tipps zur innerlichen und äußerlichen Anwendung.
Vollständigen Artikel anzeigen
4 Wege, wie auch du ganz einfach nachhaltig leben kannst
4 Wege, wie auch du ganz einfach nachhaltig leben kannst

Du fragst dich, wie du nachhaltig leben kannst? Wir zeigen dir 4 coole und einfache Wege, wie es funktionieren kann.

Vollständigen Artikel anzeigen
Ein toller Osterbrunch
Ein toller Osterbrunch mit Happy Coffee und Cookies

✓ Osterbrunch ✓Osterbrunch mit Happy Coffee ✓Kaffee zum Osterbrunch ✓Osterbrunch Ideen ✓Ostertraditionen ✓Ostergeschichte ✓Brunch-Rezepte

Vollständigen Artikel anzeigen

Kostenloser Brühguide