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Was ist eigentlich aus Kaffeepads geworden? Früher prägten sie zusammen mit der Kaffeepadmaschine das Bild in vielen Küchen, um sich schnell ein Heißgetränk zuzubereiten – aus Einmalportionen von gemahlenem Kaffee, ummantelt in Zellstoff. Wer sucht, der findet die Geräte nebst Pads noch heute, doch sie haben im Zeitalter von Kaffeekapseln und Kapselmaschinen für ihre Zielgruppe starke Konkurrenz bekommen. Falls du zum Anhänger von dem einen oder dem anderen gehörst, will ich mich schon jetzt entschuldigen...

Kaffeekapseln versus Kaffeepads, das ist für mich ein bisschen wie die Wahl zwischen Regen und Traufe. Kaffeekapseln sind eine unglaubliche Umweltsünde, die jährlich zu über 8.000 Tonnen Müll führt. Und ein mit Kaffeepads zubereitetes Getränk ähnelt braunem, beißend schmeckendem Wasser. Guter Kaffee geht anders...

Warum wir Kaffeekapseln nicht mögen, haben wir in diesem Artikel ausführlich erklärt. Hier soll es nun um die Alternative gehen, die Genussmenschen ebenfalls kritisch betrachten: Die Kaffeepadmaschine nebst Kaffeepads. Dazu habe ich mir ein Gerät aus zweiter Hand sowie passende Pads angeschafft, und beides in der heimischen Küche eingehend getestet. Der Selbstversuch und Recherchen zeigen: Eigentlich ist nicht die Kaffeepadmaschine das Problem, sondern viel mehr der eingesetzte und muffige Rohstoff!

Lies in diesem Artikel, was in Kaffeepads wirklich drinsteckt und warum wir sie nicht mögen. Wir erklären außerdem, wie Kaffeepadmaschinen aufgebaut sind und arbeiten – und welche Alternativen es gibt, um sich Kaffee auch ohne die kleinen Vliessäckchen bequem, schnell und günstiger zuzubereiten.

1. Kaffeepads: Drin ist, was nicht gerade in ist....

Es war um die Jahrtausendwende, als Kaffeepads die Welt eroberten: Zu der Zeit brachten die Firmen Douwe Egberts und Philips das Senseo-System auf den Markt. Allerdings ist die Idee schon deutlich älter und soll von Antonino Di Leva stammen, einem italienischen Erfinder. Seine perforierten Alu-Kartuschen, eine Mischung aus Kaffeepad und Kaffeekapsel, setzten sich (wen wundert’s) in seinem Heimatland nicht durch, obwohl sein Freund und Kaffeemogul Lavazza anfänglich Interesse hatte. Der Boom folgte später in Form der Vlies-Pads von Senseo; schnell zogen andere Kaffeekonzerne und Handelsmarken mit vergleichbaren Produkten nach. Trotzdem ist Senseo heute in Sachen Kaffeepads noch klarer Marktführer

Die Krux an Kaffeepads: Geschmack und Preis

Ein Kaffeepad besteht aus zwei Lagen Zellstoff, die im Inneren eine Einmalportion (ca. 7 Gramm) von bereits vorgemahlenem Kaffee enthalten, und miteinander verklebt worden sind. Sie dienen demnach gleichermaßen als Hülle und Filterpapier. Das Gute daran: Weil Papier und Kaffeesatz biologisch abbaubar sind, dürfen benutzte Kaffeepads sogar auf den Kompost. Das macht sie also definitiv umweltfreundlicher als Kaffeekapseln.

Die Krux an Kaffeepads sind Mängel in Qualität und Geschmack. Zwar enthalten sie in purer Form (100% Kaffeepulver) nur Kaffeebohnen, doch stammen von den großen Herstellern von Supermarktkaffee. Der wurde in der Regel so günstig (schnell und heiß) geröstet, so dass er kokelig und bitter schmeckt. Nach dem Rösten steht er dann lange in den Regalen – das bedeutet Aromaverlust. Bei Kaffeepads kommt erschwerend hinzu, dass das Aroma aufgrund der vergrößerten Oberfläche (Einzelportionen!) in der luftdurchlässigen Flieshülle besonders schnell flöten geht. All das würde eine versierte Kaffeerösterei ihren Bohnen und Kunden nie antun. Darum gibt’s unseres Wissens nach auch keine Third Wave oder Specialty Coffee Kaffeepads.

Kaffeepads - Close Up

Etwas, das vielen Verbrauchern vielleicht nicht bewusst ist: Kaffee aus Kaffeepads ist zwar günstiger als aus Kapseln, aber dennoch verhältnismäßig teuer. Dies haben Focus und die Welt bereits erörtert und gezeigt, dass normaler Filterkaffee preislich (und aus unserer Sicht vor allem geschmacklich) die bessere Wahl ist. Auch die Preise im lokalen Supermarkt (Stand September 2019) legen es offen:

Eine Packung mit 16 Marken-Kaffeepads und 7 Gramm Kaffeepulver pro Pad kostet 2,79 Euro. Das Kilogramm Padkaffee schlägt also mit knapp 25 Euro zu Buche! Ein stolzer Preis, und das trotz der genannten Kritikpunkte an den Vliesbeutelchen. Noch viel teurer sind aromatisierte Kaffeepads vom Typ Cappuccino & Co – eine Packung kostet ebenfalls 2,79 Euro, aber es sind nur 8 Pads drin. Macht rund 50 Euro pro Kilo.

Du siehst schon, dass wir mit Kaffeepads auf dem Kriegsfuß stehen. Und das obwohl uns Kaffeepadmaschinen und die Vliesbeutelchen in jungen und unwissenderen Jahren nicht fremd waren.

Arten von Kaffeepads: Same same but different?

Im ersten Teil des aktuellen Selbsversuchs werden wir gleich zeigen, was in Kaffeepads wirklich drinsteckt. Doch zunächst ein kleiner Überblick über die diversen Arten und ihre Eigenheiten: 

  • 100% Kaffeepads. Hier ist ausschließlich gemahlener Kaffee enthalten, in verschiedenen Stärken bzw. Röstungen von mild bis extrastark oder sogar als Decaf. Teils wird auf der Packung die Bohne (Arabica, Robusta oder Mischung) angegeben, bei der genauen Herkunft halten sich die Hersteller aber eher bedeckt.
  • Bio-Kaffeepads. Jawohl, Kaffeepads können das Bio-Siegel, das Fairtrade-Logo oder sonstige Abzeichen tragen. Das bedeutet, dass die Kaffeebohnen ökologisch angebaut bzw. fair gehandelt worden sind. Gut für das Gewissen, es sagt nichts über das Rösten und Abpacken aus.
  • Einzeln verpackte Kaffeepads. Mit einer extra Umverpackung aus Plastik oder Alu soll dem Aromaverlust der einzelnen Kaffeepads entgegengewirkt werden, der sich natürlich beschleunigt, sobald die Packung geöffnet wurde. Was es definitiv schafft: Müll. Ansonsten neigen Kaffeepads dennoch zum muffig werden, weil sie als Einzelportionen im Vergleich zu einer Packung gemahlenem Kaffee schon beim Abpacken viel stärker ausgasen.
  • Aromatisierte Kaffeepads. Mit Aromastoffen, Milchpulver, Fetten, Stabilisatoren und ganz viel Zucker werden Kaffeepads in Sorten wie „Cappuccino“ oder „Latte Macchiato“ angeboten. Dort ist teils nicht mal 10% Kaffee drin! Wer also glaubt, sich damit aus der Kaffeepadmaschine eine Kaffeespezialität zu zapfen, der irrt gewaltig. Eins können die Mogelpackungen aber gut: Den Konsument dick und den Geldbeutel dünn machen. Sie kosten ein Vielfaches normaler Kaffeepads. 

Kaffeepads - Supermarkt

1.3 Passen Kaffeepads in jede Kaffeepadmaschine? 

Obwohl die meisten Hersteller von Kaffeepads mit „Senseo-Kompatibilität“ werben, gibt es auch Produkte, die nicht in die klassische Kaffeepadmaschine passen. Allen voran sind hier Espressopads nach E.S.E.-Standard („Easy Serving Espresso“) zu nennen, die im Durchmesser kleiner, deutlich tiefer und immer mit einer Espressoröstung gefüllt sind. Sie haben ein dickeres Filterpapier und eignen sich ausschließlich für Siebträgermaschinen – die viel mehr Druck generieren als eine normale Kaffeepadmaschine – und mit einem entsprechendem E.S.E-Einsatz ausgestattet sein müssen. Wobei uns schleierhaft ist, wieso man der Siebträgermaschine als Königin des guten handgemachten Espresso ein Pad antun sollte... 

1.4 Selbstversuch: Was steckt in Kaffeepads wirklich drin? 

Neben einer Kaffeepadmaschine kauften wir uns zu Testzwecken Marken-Kaffeepads in der etwas stärkeren Ausführung. Ein bisschen mehr Aroma kann nicht schaden, dachte ich mir so, in Erinnerung an den läppischen Padkaffee aus Studententagen. Lustigerweise lagerten die Kaffeepads im Supermarkt direkt neben der Süßwarenabteilung – ob’s daran liegt, dass in vielen mehr Zucker als Kaffee drin ist? Wer weiß. Auf unseren Kaffeepads stand immerhin, es handle sich um eine Mischung aus dunkel geröstetem Arabica und Robusta.

Leider ist auf der Packung mit den Kaffeepads weder die Herkunft der Bohnen noch das Mischverhältnis angegeben. Noch etwas fehlt, das man von gutem Kaffee gewohnt ist: Das Röstdatum. Stattdessen steht nur ein Mindesthaltbarkeitsdatum drauf, und das Alter der Pads bleibt ungewiss. Naja, vielleicht auch besser so.

Beim Öffnen der Packung kommt mir zwar Duft entgegen, aber nicht die für Kaffee typisch leckeren Röstaromen, sondern eher dumpf-benzolige Noten. Ein einzelnes Kaffeepad müssen wir uns trotzdem fast in die Nase stopfen, um überhaupt etwas zu riechen. Dabei nehmen wir kokelig-beißende Noten wahr, die bestenfalls an Instantkaffee erinnern. Das lässt folgende Annahmen zu: Der im Kaffeepad enthalten Kaffee wurde wahrscheinlich heiß und schnell geröstet, und dürfte bereits etwas älter sein. Mit dem Öffnen einer frisch gerösteten Packung Bohnen ist das Geruchserlebnis jedenfalls überhaupt nicht vergleichbar.

Kaffeepads versus frische Kaffeebohnen

Um den Inhalt noch genauer zu beurteilen, schneide ich das sehr dünne Papierflies der Kaffeepads auf. Zum Vergleich schütte ich das enthaltene Kaffeemehl (siehe Foto oben links) neben frisch geröstete Kaffeebohnen, die ich kurz davor selbst per Hand gemahlen habe (siehe Foto oben rechts). Ein Unterschied wie Tag und Nacht! Das Kaffeepulver aus den Pads sieht schwarz und krümelig aus, wie bereits aufgebrühter Kaffeesatz. Ein dunklerer Röstgrad allein kann das nicht erklären. Schluck. Daraus werden wir mit der Kaffeepadmaschine also Kaffee zubereiten. Mein Mann Christian hat jetzt schon etwas Angst.

2. Kaffeepadmaschine: Ein kleiner Test bei uns Zuhause

Auf dem Markt für Kaffeepadmaschinen findet man heute auch Hersteller wie WMF oder Petra. Nach wie vor der Platzhirsch ist und bleibt aber die Firma Philips, die unter der Marke „Senseo“ verschiedene Modelle anbietet. Mit Anfang 20 habe ich selbst so ein Gerät verwendet, doch das ist über 15 Jahre her. Inzwischen haben sich mein Kaffeegeschmack und meine Präferenzen in der Zubereitung drastisch geändert: Ich liebe frisch gemahlenen, am liebsten handgefilterten Kaffee. Trotzdem brauche ich für diesen Artikel ein Testgerät – will aber kein neues kaufen, weil es danach sowieso nur herumstehen würde.

Auf der Suche nach einer Kaffeepadmaschine frage ich also zuerst bei Familie und Freunden. Erstaunlicherweise steht bei niemandem (mehr) eine herum: Die seltenen Wenigtrinker haben Kapselmaschinen, die Masse an Normal- bis Vielverbrauchern Filterkaffeemaschinen oder einen Handfilter. Soso, also hatten sich alle meine Lieben in Sachen Kaffeekonsum etwas verändert, nicht nur ich! Nach einem Testgerät muss ich mich also anderswo umsehen.

Kaffeepads Kaffeepadmaschine Test

2.1 Unser Testgerät: Eine ältere Senseo Original

Auf Ebay Kleinanzeigen verkaufen viele Privatpersonen ihre Second-Hand-Geräte. Für 25 Euro erstehe ich ein himmelblaues Senseo-Modell in gutem Zustand (siehe Foto oben). Laut Verkäufer ist es ca. 2 Jahre alt und wurde nur selten genutzt. Es weckt sofort Erinnerungen an meine Studienzeiten! Eins muss man dem Hersteller lassen: Bei den Standardmodellen blieb er dem Design offenbar treu. Ich halte wieder eine Kaffeepadmaschine mit einem vornüber gebeugten Korpus in der Hand – es ließ mich früher schon an den schiefen Turm von Pisa denken. Gefertigt ist das gute Stück hauptsächlich aus Kunststoff.

Ich recherchiere: Offenbar handelt es sich um eine „Senseo Original“ in älterer Ausführung, die so nicht mehr Neu zu kaufen gibt. Gut, damit würden wir also werkeln. Um das Alter des Geräts zu validieren, sehe ich online bei Amazon nach: Tatsächlich gibt es dort einen fast identischen Doppelgänger aus dem Jahr 2017, der sich nur in den beiden Tassenwahl-Icons zu unterscheiden scheint. Neue Senseo Kaffeepadmaschinen haben bei den einzelnen Bauteilen einige Upgrades bekommen, auf die ich im Folgenden mit eingehen werde.

Kaffeepadmaschine - Einzelteile reinigen

2.2 Bauteile unserer Kaffeepadmaschine und aktuelle Updates 

So wie ich die Kaffeepads aufgeschnitten habe, so will ich auch die Kaffeepadmaschine aus kindlicher Neugier zerlegen. Aus welchen Bauteilen besteht sie? Wie gut kann man diese im Alltag reinigen? Und wie unterscheiden sich die einzelnen Elemente meines alten Modells von neueren Varianten? Zu Beginn baue ich Kaffeepadmaschine soweit wie möglich auseinander und putze sie ordentlich durch. Danach inspiziere ich die wichtigsten Elemente genauer. 

Brühkopf: Kommt’s auf die Zahl der Düsen an?

Das Herz der Senseo Kaffeepadmaschine verbirgt sich im gebogenen Korpus. Er hat einen Riegel zum Öffnen und Schließen des Deckels: An der Deckelunterseite erkennt man den kreisförmigen und perforierten Brühkopf, aus dessen Löchern (Düsen) beim Aufbrühen das heiße Wasser auf das Kaffeepad im Padhalter strömt. Zum Abdichten ist um den Brühkopf herum ein Gummiring angebracht, der mich beim Putzen etwas zum Fluchen bringt. Ich mache mir die Mühe, ihn umständlich mit einer Hand umzuklappen, während die andere akribisch wischt. Denn an dieser Stelle tummeln sich bei mangelnder Hygiene sicherlich schnell Keime!

Beim Brühkopf unterscheidet sich unsere ältere Senseo Original in der Tat von neueren Modellen: Wie das folgende Vergleichsbild zeigt, besitzt der Oldie nur 5 große Düsen, während es z.B. bei der aktuellen Senseo New Original zwischen den Hauptdüsen zusätzlich 40 sternförmig angeordnete kleine Düsen gibt. Dieses Update wird vom Hersteller als „Kaffee-Boost-Technologie“ bezeichnet und soll zur besseren Verteilung des Brühwassers auf dem Kaffeepad beitragen.

Kaffeepadmaschine Senseo - Brühkopf

Brühköpfe: 5 Düsen bei älterer Senseo (links), 45 Düsen bei Senseo New Original (rechts, Screenshot www.senseo.de) 

Bringen mehr Düsen auch mehr Geschmack? Man kennt das Rezept schon von Handfiltern: Mehr Löcher versprechen schnelleren Wasserfluss und eine gezieltere Extraktion der Aromen. Nun wurde es also auch bei neueren Modellen der Kaffeepadmaschine umgesetzt. Wir meinen: Gut! Besseren Geschmack kann es aber trotzdem nur dann geben, wenn sich auch am eingesetzten Rohstoff etwas tut und man auf muffige Kaffeepads verzichtet. Was man stattdessen in den Pad-Halter packen kann, erläutern wir im folgenden Abschnitt.

Padhalter: Single, Doppel und Eco-Version

Gegenstück zum Brühkopf ist der entnehmbare Padhalter, der oben im Korpus bei geöffnetem Deckel eingehängt wird. Typischerweise kam meine Senseo Original mit einem Single Padhalter für eine kleine Tasse Kaffee (125ml) und einem deutlich tieferen Doppelpadhalter, der (befüllt mit zwei Kaffeepads) entweder für zwei kleine Tassen Kaffee oder einen größeren Pott (250ml) reicht. Dazu wählt man das entsprechende Tassensymbol am Standboden der Kaffeepadmaschine an. Die Padhalter lassen sich gut unter dem Wasserhahn reinigen.

Kaffeepadmaschine - Padhalter

Übrigens gibt es auch spezielle Padhalter für Espresso, Kakao und Tee. Doch ob man so unterschiedliche Dinge wirklich im selben Gerät zubereiten möchte...? Wir würden es eher nicht empfehlen, um unerwünschte Beigeschmäcker im Brühsystem und in deiner Tasse zu vermeiden. Selbst bei normalen Kannen, Zubereitern wie der French Press oder Vorratsdosen wird ja empfohlen, z.B. eine für Kaffee und eine andere für Tee zu verwenden.

Tipp: Falls du geschmacklich bei deiner Kaffeepadmaschine schnell etwas verbessern willst – dann probier mal Dauerpads aus! Dabei handelt es sich um Dauerfilter zum Aufklappen bzw. Aufschrauben, die in Doppel-Padhalter passen und selbst mit Kaffee befüllt werden.

Dauerpads gibt es mittlerweile von diversen Herstellern und die meisten sind kompatibel mit Senseo-Padmaschinen. Sie geben dir die Freiheit über die Wahl deiner Kaffeebohnen zurück – ihre Herkunft, Qualität und vor allem Frische! Und du kannst sie unmittelbar vor der Zubereitung selbst mahlen.

Kaffeepads - Dauerpad als Alternative

Dauerpads: (1) Xavax Dauerpad, (2) Melitta Permanent Kaffeefilter, (3) Ecopads

Wassertank: Immer frisch befüllen und reinigen 

Hinten am Korpus unserer älteren Senseo Kaffeepadmaschine befindet sich der abnehmbare Wassertank, der 0,7 Liter (ca. 5 Tassen) fasst. Genauso groß ist der Tank bei den neueren Senseo New Original Geräten, während der Wassertank der Senseo Viva Café Serie 0,9 Liter (ca. 6 Tassen) und bei der eckigen Senseo Quadrante stolze 1,2 Liter fasst. Egal wie groß der Wassertank ist, er muss regelmäßig gereinigt werden, um Vergilbungen zu vermeiden. Und:

Wie bei jeder Kaffeemaschine sollte das Brühwasser vor dem Einfüllen gefiltert werden, um den Geschmack zu verbessern und Kalkablagerungen im Gerät zu vermeiden. Außerdem sollte das Wasser keinesfalls länger ungenutzt im Tank stagnieren, weil sich sonst Keime bilden – also immer frisch auffüllen!

Eine kleine Schwachstelle beim Wassertank scheint übrigens der magnetische Schwimmer zu sein, der sich an der Seite in einer Schiene befindet und den Füllstand anzeigt. Bei einem Gerät, das ich zunächst kaufen wollte, war er defekt, und auch im Internet finden sich dazu Schilderungen. Ursache: Bei Kalk-Ablagerungen setzt sich der Schwimmer gern fest – die Kaffeepadmaschine denkt dann unabhängig vom eigentlichen Füllstand, dass kein Wasser mehr im Tank sei. Noch ein guter Grund für gefiltertes Wasser und regelmäßiges Entkalken!

Kaffeepadmaschine - Wassertank

Ausguss und Standboden mit Bedienfeld

Vorn an der Kaffeepadmaschine befindet sich der Ausguss mit je einem Auslauf auf der rechten und linken Seite. Bei meiner älteren Senseo Original besteht er aus Plastik, bei neueren Senseo-Modellen mittlerweile auch aus Metall. Mit ein bisschen Ruckeln lässt sich die Höhe vom Ausguss verstellen, damit niedrigere als auch höhere Kaffeetassen (max. 10 cm hoch) darunter passen. Zwei etwas höhere Kaffeepötte hebeln die Ausgusschnute schnell etwas aus; eine ist weniger problematisch, weil die Schnute dann hineinragt.

Unter dem Ausguss befindet sich der Standboden mit dem Bedienfeld, das bei meiner älteren Kaffeepadmaschine drei Knöpfe hat: Links und rechts der Auswahlknopf für eine bzw. zwei Tassen Kaffee und in der Mitte der Startknopf. Bei neueren Geräten wie z.B. aus der Senseo Viva Café Serie kann man mit zweimaligem Drücken der Tassenwahlknöpfe zusätzlich die Stärke des Kaffees regulieren und hat teilweise am unteren Rand des Standbodens eine Kalkanzeige. Zum Reinigen lässt sich der metallene Boden abnehmen und das darunter befindliche Überlauf-Schälchen entleeren. 

Kaffeepads Kaffeepadmaschine Ausguss

2.3 Funktionsweise unserer Kaffeepadmaschine

Nach dem Putzen, Zerlegen und erneutem Zusammenbauen unserer Senseo Original ging es endlich ans Werk. Sie funktionierte immer noch so, wie ich es von früher gewohnt bin. Und soweit ich es beurteilen kann, ist das bei neueren Modellen auch so. Eine intuitive Funktionsweise, die nur wenige Schritte umfasst: 

  • Deckel öffnen und Kaffeepad(s) in den Single oder Doppel Padhalter geben. Dann den Padhalter wieder einsetzen und Deckel schließen.
  • Eine bzw. zwei leere Tassen auf die Standfläche unter den Ausguss stellen.
  • Wassertank mit (gefiltertem) Wasser auffüllen, wiedereinsetzen und den Startknopf in der Mitte des Standbodens drücken. Er fängt an zu Blinken, während das Wasser hörbar brodelnd erhitzt wird. Sobald es heiß ist, stoppt das Blinken und der Startknopf leuchtet nur noch rot.
  • Mit einem weiteren Knopfdruck auf den Startknopf setzt man nun den Brühvorgang in Kraft. Röörrrrr.... Nun wird Brühwasser durch das Kaffeepad gedrückt und der Padkaffee tröpfelt in die Tasse(n). Insgesamt dauert so ein Brühvorgang nur etwa eine halbe Minute. Nach 30 Minuten schaltet sich das Gerät automatisch ab.
  • Letzter Schritt: Benutzte Kaffepad(s) entfernen, Kaffeetasse(n) entnehmen und trinken.

Kaffeepads Geschmack - Kaffeepadmaschine

So, der Padkaffee war fertig. Nun wurde es Ernst in unserem Test! Ich bat meinen Mann Christian, der genau wie ich sonst frisch gemahlene Kaffeebohnen aus der Chemex, Hario V60 und anderen Handfiltern trinkt, an den Tisch. 

2.4 Der Geschmack von Kaffee aus unserer Kaffeepadmaschine

Oje, wie fange ich nur an. Mutti hat schon gewusst: „Wenn du nichts Gutes zu sagen hast, dann sag lieber gar nichts.“ Passt hier gut, aber ich will dich in Sachen Urteil nicht hängen lassen. Von früheren Erfahrungen ahnte ich, dass mich eher braunes Wasser als aromatischer Kaffee in der Tasse erwarten würde. Daher ja der Kauf der etwas stärkeren Kaffeepads. Dennoch war der Geschmackstest ein Desaster.

Erster Eindruck: Oben auf der Kaffeetasse setzte sich eine weißliche Schicht ab, die man nur mit viel Phantasie als „Crema“ bezeichnen könnte. Schwamm drüber über diesen Gimmick. Ohne vernünftige Espressomaschine gibt’s nun mal keine Crema, egal womit Kaffeepads beworben werden. Wirklich verstörend ist der beißende Geruch, der uns aus den Tassen entgegen strömt. Nix mit Röstaromen oder Noten von Nuss, Schokolade, Frucht oder Zitrus, mit denen guter Kaffee die Nase verführt. Wir haben es mit etwas völlig Anderem zu tun. Dooferweise bleibt der beißende Geruch bei jedem Schluck in der Nase haften.

Apropos Schluck... Auch geschmacklich erinnert uns das Gebräu aus der Padmaschine nicht an Kaffee, wie wir ihn kennen und lieben. Im Gegenteil. In Sachen Kaffeearomen ist der Padkaffee fad, dafür schmeckt er sonst benzol-artig und chemisch. Wir verzweifeln an der viel zu starken, bitteren und beißenden Flüssigkeit, die uns jegliche Spucke von der Zunge zieht.

Kaffeepads Geschmack

Christian will mit verzogenem Gesicht kapitulieren. Ich will’s durchziehen und zücke die Milch. Damit wird der Padkaffee etwas sanfter und man bekommt ihn leichter runter. Trotzdem klammert sich das „chemische Beißen“ an unseren Gaumen fest. Und der Nachgeschmack bleibt noch eine ganze Weile haften. Wir haben diesen geschmacklichen Test übrigens mehrfach wiederholt, und das Resümee fing (leider) immer gleich vernichtend aus. Am Ende war mein Mann sichtlich verstimmt, zu was ich ihn denn hier gezwungen hatte. 

3. Resümee: Kaffee aus der Kaffeepadmaschine ist nix für uns

Die alte Senseo habe ich direkt nach dem Test zusammen mit der Packung Kaffeepads direkt wieder verkauft. Ob unser Urteil mit einem anderen Gerät anders ausgefallen wäre? Wir wissen es nicht, aber wagen es zu bezweifeln. Ja, eine moderne Kaffeepadmaschine hätte mehr Düsen im Brühkopf und die Option, die Kaffeestärke einzustellen. Sinnvolle Neuerungen. Dennoch sind sich die verschiedenen Kaffeepads am Markt ziemlich ähnlich – im Gegensatz zur Technologie ist hier in den letzten Jahren offenbar wenig passiert. So zumindest unser Eindruck nach eingehender Recherche. Wir mögen den herkömmlichen Padkaffee also gar nicht, basta. Hier sind nochmal unsere persönlichen Gründe kurz zusammengefasst:

  • Vorgemahlener Kaffee ungewissen Alters. Kaffee muss schonend-frisch geröstet sowie frisch gemahlen sein, damit er gut schmecken kann. In unseren Kaffeepads steckte aber wie Kaffeesatz aussehender, vorgemahlener Kaffee. Es blieb unklar, wie alt er war. Und Einzelportionen im Fliesmantel verlieren aufgrund der vergrößerten Oberfläche noch schneller an Aroma, als bei gemahlenem Kaffee in der Packung ohnehin der Fall.
  • Unklare Herkunft der Bohnen. Viele Padhersteller beschränken sich auf generische Aussagen wie „Arabica“, „Robusta“ oder „Mischung“. Aber Kaffeetrinker wollen heute wissen, wo ihre Bohnen herkommen. Nicht nur zugunsten einer höheren Transparenz im Handel, sondern auch, weil jede Anbauregion für typische Aromen bekannt ist. Was uns zum nächsten Punkt bringt.
  • Padkaffee schmeckt völlig anders als richtiger Kaffee. In unserem Test gab es keinerlei typische Kaffeenoten zu entdecken. Dazu tragen mit Sicherheit die beiden vorherige Argumente bei. Der Padkaffee schmeckte unangenehm beißend, bitter und chemisch! Dann trinken wir doch lieber Tee.
  • Padkaffee ist verhältnismäßig teuer. Wir haben oben selbst nachgerechnet, dass dich ein Kilo Marken-Padkaffee um die 25 Euro kostet und aromatisierte Pads sogar um die 50 Euro. Für das viele Geld bekommst du muffiges altes Pulver bzw. kleine Kalorienbomben mit viel Zucker, Fett und Zusatzstoffen. Für das viele Geld sollte man hochwertige Kaffeebohnen kaufen!

Kaffeepads Padkaffee

Falls du nun sagst: Schön und gut mit eurer Kritik am Padkaffee. Aber eine Kaffeepadmaschine ist doch so praktisch und günstig, ich liebe sie! Völlig okay, jedem das seine! Aber bedenke, dass Kaffee ein „aquired taste“ ist – du hast dich also an einen Geschmack gewohnt, der viel besser sein könnte, wenn du auf Pads verzichtet. Dafür gibt es wirklich gute Alternativen zur Kaffeepadmaschine, die ebenfalls leicht zu bedienen sind und nicht mehr kosten. 

4. Gute Alternativen zur Kaffeepadmaschine

Die geschmacklichen Mängel sind für uns ein absolutes KO-Kriterium am Padkaffee. Da fällt es schwer, noch Argumente für eine Kaffeepadmaschine zu finden. Ja, die Geräte sind einfach zu bedienen und haben abnehmbare Elemente zum leichten Reinigen, doch diese Vorteile bietet eine normale Filterkaffeemaschine und manch Kaffeevollautomat auch. Selbst preislich liegt die Kaffeepadmaschine nicht vorn: Für ein neues Marken-Standardmodell gibt man etwa 70 Euro aus – dafür bekommst du auch eine ordentliche Filterkaffeemaschine. Sie ist sogar praktischer, wenn Besuch vorbeikommt und viel Kaffee gekocht werden muss. 

Übrigens gibt es sogar Kaffeepadmaschinen mit Milchschaumsystem für um die 300 Euro. In dieser Preisklasse erhält man bereits gut bewertete Basic-Kaffeevollautomaten, die genauso bequem sind, aber wenigstens den Milchschaum mit richtigem Kaffee paaren. Das schmeckt dann mit großer Wahrscheinlichkeit auch besser... Falls du also zur „Generation Pad“ gehörst und wechselfreudig bist – hier ein Überblick über die Alternativen.

4.1 Filterkaffeemaschine: Leicht zu bedienen und guter Kaffee

An der guten alten Filterkaffeemaschine wird von Experten gern Kritik geübt – und trotzdem steht sie in den meisten Haushalten. Zurecht, sagt unser Lieblingsbarista Singi: Sie ist weniger fehleranfällig als ein Handfilter und kann echt guten Kaffee zubereiten, sofern man bei Kauf und Handhabung ein paar Dinge beachten. Bei der Anschaffung solltest du ein Modell mit Thermoskanne statt Glaskanne wählen, weil dieses dann ohne die fiese Warmhalteplatte auskommt (welche den fertig gebrühten Kaffee unnötig weiterschmort).

Kaffeepadmaschine vs FilterkaffeemaschineRichtiger Filterkaffee: (1) Philips Gaia, (2) Melitta Look Therm DeLuxe, (3) Senseo Switch

Eine sehr gute Filterkaffeemaschine mit Thermoskanne ist zum Beispiel die Melitta Look Therm DeLuxe (ca. 70 Euro) oder die Philips Gaia (ca. 55 Euro) – die in Produkttests als auch von zahlreichen Kunden positiv bewertet wurde. Sie stammt vom selben Hersteller wie die Senseo Kaffeepadmaschine. Die gibt es nun übrigens als 2-in-1-Gerät: Die Senseo Switch (ca. 95 Euro) ist Padmaschine und Filterkaffeemaschine in einem. Falls das für dich interessant klingt, empfehlen wir aber unbedingt die Verwendung von Ecopads: Dauerfiltern, die du mit frisch gemahlenem Kaffee befüllst und in den Doppel-Padhalter einsetzen kannst. Deinem Geschmack zuliebe! 

Bei der Zubereitung kannst du die Qualität deines Filterkaffees aus der Maschine – genau wie bei den etwas arbeitsintensiveren Handfiltern – durch wenige Schritte verbessern. Am wichtigsten ist der Kauf hochwertiger Kaffeebohnen wie z.B. unsere Happy Coffee, frisches Mahlen mit einer Kaffeemühle und vorheriges Auswaschen vom Filterpapier, um Nebengeschmäcker zu beseitigen. Wer dann noch eine kurze Blooming-Phase (Vorbrühen) einhält, kann wirklich eine gute Tasse Filterkaffee geniessen.

4.2 Kaffeevollautomat: Einsteiger für Kaffeespezialitäten mit Milch 

Ein Kaffeevollautomat macht (mangels genügend Druck) weder einen echten Espresso noch einen „richtigen“ Filterkaffee wie aus dem Handfilter oder der Filterkaffeemaschine. Dennoch erfreuen sich diese Geräte vor allem bei den Fans von Kaffeespezialitäten mit Milchschaum, wie Cappuccino oder Latte Macchiato, großer Beliebtheit. Kein Wunder: Man kann sie mit einem Kaffeevollautomat mit Milchschaumsystem bequem auf Knopfdruck zubereiten. Und ein solides Modell muss noch nicht einmal viel kosten – wie zum Beispiel der De'Longhi Magnifica S ECAM (ca. 290 Euro) mit Zweitassenfunktion und Dampflanze oder Melitta Caffeo Solo (ca. 380 Euro) mit abnehmbarem Milchtank!

 Kaffeepadmaschine vs Kaffeevollautomat

Alles automatisch: (1) und (2) De'Longhi Magnifica S ECAM, (3) Melitta Caffeo Solo

Um guten Vollautomaten-Kaffee zu genießen, empfehlen wir übrigens eine milde Espressoröstung wie unseren Happy Coffee Chiapas sowie frische Milch bzw. veganen Milchersatz, der gut schäumt. Mit diesen beiden Zutaten brauchst du kein Kaffeepad mehr, das viel zu teuer ist und dir eine Kaffeespezialität verspricht, die aber niemals aus dem Ausguss kommt... 

***

Über die Autorin: Heidi liebt Kaffee, vor allem in Kombination mit einem gesunden Frühstück. Wenn sie gerade keine Beiträge auf Happy Coffee schreibt, berichtet die Weltenbummlerin auf ihrem Blog meerdavon.com über ihre Reisen.



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