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Die wiederbefüllbare Kaffeekapsel: Ein Schweizer Unternehmen hat mit mycoffeestar etwas erfunden, was es endlich möglich macht, Kapselkaffee ohne schlechtes Gewissen zu genießen. Wie genau die Mehrweg-Kapsel funktioniert und ob sich das Produkt am Markt durchsetzen kann, zeigen wir in diesem Artikel. Außerdem stellen wir die beliebtesten Refill-Kaffeekapseln von mycoffeestar und anderen Anbietern am Markt genauer vor.

Wiederbefüllbare Kaffeekapseln, die wir uns angeschaut haben

Set von Drink Boutique

Mit Dosierlöffel

Mr Barista Kaffeekapsel

 Die günstigste Kapsel im Vergleich

myCoffeeStar GAMMA

Der Testsieger bei ÖKO-TEST

1. Kaffeekapseln boomen – Tendenz steigend

Kaffee, der portionsweise verkauft wird, boomt. Nachdem die Kaffeepad-Maschinen gefühlt etwas ins Hintertreffen zu geraten scheinen – moniert wird von Kaffeeliebhabern meist der fehlende, intensive Geschmack – ist der Siegeszug der Kapselmaschinen unaufhaltbar. Nestlé revolutionierte mit seinem Nespresso-Kapselkaffee die Art und Weise, wie heute in modernen Haushalten Kaffee getrunken wird: Kaffee, der in einer Aluminiumkapsel verschlossen ist und pro Tasse aufgebrüht wird. Natürlich mit einer eigens dafür kreierten Kapselkaffee-Maschine.

Dass die Tasse Kapselkaffe locker bis zu 38 Cent kosten kann (während man mit einer klassischen Tasse aus fair gehandeltem Bio Kaffee umgerechnet nur auf ca. 10 bis 12 Cent kommt), scheint dabei die wenigsten zu stören. Ebensowenig, dass durch die Kaffeekapseln ein riesiges Müllproblem entsteht. Wir berichteten bereits davon: Wer Kaffee aus Kaffeekapseln trinkt, schadet der Umwelt. Dabei ist die Lösung so einfach, wenn man wirklich Kapselkaffee trinken will... Stichwort wiederbefüllbare Kaffeekapsel! Doch dazu kommen wir gleich.

Wiederbefüllbare Kaffeekapsel - Kapselkaffeemaschine

2. Kaffeekapseln: Scheinbar geht kein Weg daran vorbei

Trotz geschmacklicher Makel, Kostenaspekten und Umweltbedenken sind Kaffeekapseln gefragt wie nie. 5,8 Millionen Deutsche trinken Kaffee aus Kaffeekapseln, Tendenz steigend - leider! Da war es kein Wunder, dass umweltbewusste Kaffeetrinker sich schon lange eine wiederbefüllbare Kaffeekapsel wünschen. Aber alles er Reihe nach...

Selbst Third Wave Pioniere kapitulieren...

Die enorme Beliebtheit des Lifestylekaffees hat nicht nur dazu geführt, dass viele Kaffeekonzerne als Mitbewerber um die Gunst der deutschen Verbraucher buhlen. Auch Pioniere der Third Wave Coffee Bewegung wie Coffee Circle, die früher einen genussvollen Umgang mit Kaffee propagierten und für Umweltbewusstsein standen, kapitulieren und bieten seit Kurzem Kaffeekapseln an. Auch wenn die Kapseln von Coffee Circle nicht aus Aluminium, sondern aus Plastik gefertigt sind: Eine sehr umstrittene Entscheidung, die im Netz und auf der Facebookseite des Unternehmens kontrovers diskutiert wird. Coffee Circle mag durch diese Entscheidung einige treue Kunden verlieren. Es wird aber wohl auch welche dazu gewinnen. Denn, so berichtet die Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung:

„Auch in Deutschland hält der große Wachstumstrend für Pad-und Kapselsysteme nach Angaben des Deutschen Kaffeeverbandes weiter an. Vor allem der Absatz von Kaffee in Kapseln stieg 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent auf 12.700 Tonnen an.“

Immerhin: Mittlerweile gibt es Kaffeekapseln, die aus biologisch abbaubarem Material bestehen. So zu Beispiel diese kompostierbare Kaffeekapsel aus Rinde und Pflanzenfasern, die sich auf dem Kompost zersetzt. Löblich, aber zur Produktion wird eben trotzdem Energie aufgewendet. Wir finden, eine wiederbefüllbare Kaffeekapsel stellt die noch bessere Wahl dar.

Kehrtwende zugunsten der Verbraucher?

Dass das Zelebrieren echter Kaffeekultur nicht immer ausreichend funktioniert, ist eine Erkenntnis, die Coffee Circle dazu bewogen haben mag, vom Anti-Kapselkaffee-Dogma abzuweichen und sich den Verbraucherwünschen zu beugen. Und nicht etwa eine wiederbefüllbare Kaffeekapsel oder eine aus kompostierbarem Material, sondern eine aus Plastik anzubieten. Denn anders ist es kaum zu erklären, dass der Online Kaffeeanbieter nun selbst den von ihnen zuvor so geschmähten Kapselkaffee zum Kauf anbietet.

Der Post, warum Coffee Circle Kapselkaffee für schädlich hält, ist mittlerweile auf dem Coffee Circle Blog gelöscht. Ehemalige Links führen nun auf einen veränderten Artikel, der die Beweggründe des Kaffee-Lieferservices erklärt, Kaffee nun auch in Kapseln anzubieten. Wer sich allerdings mit Themen wie Nachhaltigkeit, Plastikmüll, Verschmutzung der Weltmeere und verantwortungsvollem Konsum auseinandersetzt wie wir das tun, dem treiben solche Zahlen sowie die Bilder von Kapselbergen die Tränen in die Augen. Was soll man also tun?

Kaffeekapseln Müll

3. Third Wave Coffee: Die Gegenbewegung zum Fast Food Kaffee

Die Vertreter der Third Wave Coffee Bewegung versuchen mit viel Herzblut und Passion, die Kaffeetrinker davon zu überzeugen, dass man Kaffee als Genussmittel seine Zeit widmen soll. So bekommt man in den zugehörigen Cafés wie z.B. The Barn Berlin Espresso- und Kaffeegetränke, die aus eigens dafür geschaffenen Maschinen gebrüht werden. Gerne wird dort auch einmal per Handfilter aufgegossen, eine fast schon Zen-artige Prozedur, die von Barista und Kunde viel Geduld erfordert. Selbstverständlich werden die Bohnen – meist fair gehandelt und in kleinen Röstereien mit schonenden Methoden zur Perfektion geröstet – erst direkt vor dem Aufbrühen gemahlen. Das garantiert maximale Frische und einen intensiven Geschmack. Viele Koffeinliebhaber wissen das zu schätzen.

Vor allem in Großstädten entstehen immer mehr Coffee Shops und Mikro-Röstereien. Weil viele der Third Wave Kaffeegeschäfte auch online gut vertreten sind, werden auch immer mehr Kaffeebohnen und Zubereitungsgeräte für die Zubereitung zu Hause verkauft. Kaffeebitte, Five Elephant, CUPS: Kaffeeanbieter versuchen durch Kaffeeabos und Kaffee Flatrates, es dem Verbraucher so bequem wie möglich zu machen.

Wiederbefüllbare Kaffeekapsel: RIUS von mycoffeestar

4. Wiederbefüllbare Kapselkaffee? mycoffeestar macht's möglich

Genau das klassische Kapsel-Dilemma hat sich ein Schweizer Unternehmen zunutze gemacht. Swiss Innovation Products produziert mit mycoffeestar die erste, wiederbefüllbare Kaffeekapsel. Ja, richtig gelesen: Die Kapsel eignet sich für handelsübliche Kapselmaschinen, wird aber nicht nur einmalig genutzt und fliegt dann in den Müll. Nein, sie ist ein Mehrwegprodukt!

Mycoffeestar ist die erste wiederbefüllbare Kapsel für Nespresso-Kaffeemaschinen. Die Schweizer haben es geschafft, eine Lücke am Markt zu füllen. Auf der einen Seite der Kaffeekonsument, der es so bequem wie möglich haben möchte, der seine Kapselmaschine liebt und dem der Kaffee genau daraus so gut schmeckt. Auf der anderen Seite das LOHAS-Bewusstsein, das sich nicht mit dem Müll, der durch Kaffeekapseln entsteht, vereinbaren lässt. Nun kann man also Kaffee aus Kapseln genießen, ohne ein schlechtes Gewissen dabei haben zu müssen.

Wiederbefüllbare Kaffeekapsel in Luxusversion: Barista-Set GAMMA von mycoffeestar

Wie funktioniert mycoffeestar?

Ein gewisses Maß an Mitarbeit wird vom Verbraucher verlangt. Zugegeben, ganz so einfach wie „Packung aufreißen, Kapsel entnehmen, in die Maschine legen und draufdrücken“ ist es nicht. Allerdings aber auch nicht viel komplizierter. Stahlkapsel aufdrehen, gemahlenen Kaffee einfüllen, Kapsel einsetzen, runterdrücken, fertig. Wer eine etwas detailliertere Erklärung benötigt, wird bei mycoffeestar selbst fündig. In einer Videoanleitung wird gezeigt, wie die wiederbefüllbare Kaffeekapsel gefüllt und in die Nespresso-Maschine einlegt wird:

Klare Vorteile von mycoffeestar

Die augenscheinlichen Vorteile liegen auf der Hand: Freunde der Kapselkaffeemaschine können ihr geliebtes Gerät weiterhin nutzen, ohne sich dadurch für den Plastik- bzw. Aluminiummüllberg verantwortlich machen zu müssen. Denn, so schreibt es mycoffeestar auf der eigenen Homepage:

„Nestlé produzierte 2012 mehr als 6 Milliarden Nespressokapseln.
6200 Tonnen Aluminiumabfall sind dabei entstanden.“

Und es werden jedes Jahr mehr!“ Die wiederbefüllbare Kaffeekapsel von mycoffeestar ist hingegen aus Edelstahl und hält laut Angaben des Herstellers ein Leben lang. Das gefiel übrigens auch Ökotest: Im Gesamturteil des ÖKO-TEST Magazins wurde mycoffeestar mit „Sehr gut“ bewertet, während andere Anbieter stark kritisiert wurden.

Einen weiteren Vorteil hat mycoffeestar gegenüber den üblichen Kapselkaffeeanbietern auch noch: Der Verbraucher muss sich nicht mehr vorschreiben lassen, welchen Kaffee er trinkt. Zwar kann er einerseits in der „Nespresso-Boutique“ so wie auch bei zahlreichen Mitbewerbern aus einem breiten Kaffeeangebot wählen. Wer aber wirklich frischen Kaffee möchte, den er vielleicht sogar selbst mahlen will oder wer genau diesen einen fair gehandelten Biokaffee auch zu Hause trinken möchte, aber nur eine Kapselmaschine hat: mit mycoffeestar ist das jetzt endlich möglich.

Test Video: So schneidet die wiederverwendbare Kaffeekapsel ab

Wie teuer ist mycoffeestar?

Ein Schweizer Produkt aus Edelstahl, das ein Leben lang halten soll – dass das nicht für den schmalen Taler zu haben ist, kann man sich denken. Ein Preis von €34,90 pro Kapsel scheint aber gerechtfertigt anhand des Geldes, das man durch seinen Gebrauch spart. Schließlich zahlt man dann nicht mehr 35-39 Cent pro Kapsel wie bei Nespresso oder Coffee Circle, sondern eben jeweils nur so viel, wie man auszugeben bereit ist für seine favorisierte Kaffeesorte. Mycoffeestar rechnet selbst vor:

“Mit Nespresso Kapseln zahlen Sie für Ihren Kaffee im Jahr: €750. Mit mycoffeestar zahlen Sie für Ihren Kaffee im Jahr: €185“

Uns gefällt die Idee von mycoffeestar sehr gut. Wir denken, dass diese eine gute Alternative zu herkömmlichen Einwegkapseln ist. Eine wiederverwendbare Kaffeekapsel kann sich am Markt durchaus erfolgreich durchsetzen. Alles hängt jedoch davon ab, inwieweit die Verbraucher bereit sind, sich die Mühe zu machen und den Kaffee selber einzufüllen. Und natürlich muss die Kapsel danach gereinigt werden. Das geht zwar sehr unkompliziert mit Wasser, dennoch ist es ein klein wenig Mehraufwand, anstatt eine Kapsel einfach in den Müll (oder gelben Sack) zu geben.

5. Wiederbefüllbare Kaffeekapsel von anderen Anbietern

Wir werden zwar keine Fans von Kapselkaffee werden, finden es aber dennoch begrüßenswert, wenn der geneigte Verbraucher zumindest eine wiederbefüllbare Kaffeekapsel statt der Alu-Müllschleudern verwendet. Und es scheint nicht nur uns so zu gehen, denn mittlerweile gibt es neben mycoffeestar noch andere Anbieter am Markt. Wie zum Beispiel diese hier:

  • Drink Boutique. Wiederbefüllbare Kaffeekapsel zum Schrauben und mit Dichtungsring. Im Set enthalten ist noch ein Pinsel und ein Dosierlöffel. Kosten ca. 33 Euro.
  • Repsule. Titanbeschichtete Edelstahlkapsel mit griffigem Korpus und überzustülpendem Dichtungsring. Koste für das Zweierset ca. 37 Euro.
  • Mister Barista. Doppelpack vom Bestseller mit einem Deckel für Filterkaffee und einem für Espresso. Kosten für das Set ca. 15 Euro.
Wiederbefüllbare Kaffeekapsel

Refill Kaffeekapseln: (1) Drink Boutique, (2) Repsule, (3) Mister Barista

Ob mycoffeestar oder ein anderer Anbieter: Die Kosten für eine wiederbefüllbare Kaffeekapsel rechnen sich schnell. Wir hoffen, dass damit dem Kaffeekapsel-Wahn etwas Einhalt geboten wird – und dass die Kapselkaffeetrinker durch Umschwenken auf eine Refill Kaffeekapsel ihrer Verantwortung für die Umwelt wieder stärker nachkommen.

Titelbild:Wiederbefüllbare Kaffeekapsel Barista-Set GAMMA von mycoffeestar (via Amazon).

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Über die Autorinnen:

Sandra hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studiert. Sie lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Leidenschaften sind Nachhaltigkeit, sowie die Unterstützung der nachhaltigen Fischräucherei ihres Bruders. Die passionierte Teetrinkerin ist seit Happy Coffee auch zu einem Kaffee-Fan geworden.

Heidi liebt Kaffee, vor allem in Kombination mit einem gesunden Frühstück. Wenn sie gerade keine Beiträge auf Happy Coffee schreibt, berichtet die Weltenbummlerin auf ihrem Blog meerdavon.com über ihre Reisen.



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