Ich bin eine Kaffee-Liebhaberin, jedoch kein Kaffee-Nerd. Das merke ich mal wieder, wenn es um die Frage nach der passenden Kaffeemühle geht. Das gute Stück zählt unter Kennern zur wichtigsten Grundausstattung und entscheidet maßgeblich über den Geschmack des Kaffees. In diesem Beitrag erfährst du, welche Merkmale eine gute Kaffeemühle generell haben muss und welches Modell das richtige für dich ist.

Über den Charme einer alten Kaffeemühle

Ich mahle meinen Espresso immer frisch mit einer handbetriebenen Kaffeemühle und habe eine genaue Vorstellung, wie er zubereitet werden muss. Mein Freund verdreht dabei schon mal genervt die Augen, weil ich ihm zu penibel bin. Viele Kaffee-Nerds würden beim Anblick meines Kaffee-Zubehörs – insbesondere der alten Kaffeemühle – aber die Hände über dem Kopf zusammen schlagen. Einem Nostalgiker dagegen würden die Augen leuchten.

Zu meinem Kaffee Equipment zählen unter anderem ein Espressokocher mit Porzellan-Aufsatzund ein Milchaufschäumer, den man durch Auf- und Ab-Bewegungen per Hand bedienen kann. Ihr merkt schon: Ich habe ein Faible fürs Kaffeehandwerk…

Die perfekte Kaffeemühle

So sieht meine alte Kaffeemühle ungefähr aus

Darum ist auch meine Kaffeemühle kein elektronisches High-End-Gerät, sondern aus Holz und wird per Hand betrieben. Es handelt sich nicht um irgendeine Handkaffeemühle, sondern die bereits über 100 Jahre alte Kaffeemühle meiner Urgroßmutter. Meine nostalgische Beziehung zu diesem kleinen, hölzernen Schmuckstück hängt mit einer kuriosen Geschichte zusammen: Mein Vater nutzte die Kaffeemühle als leidenschaftlicherTeetrinker nicht für Kaffeebohnen, sondern mahlte darin diverses Getreide, um mir einen möglichst frischen und gesunden Babybrei zu zubereiten.

Heute dient die Kaffeemühle mir nicht mehr für Körnerbrei, sondern für unseren frisch gemahlenen Happy Coffee. Mit der Kaffeemühle meiner Urgroßmutter bereite ich mir den allerköstlichsten Kaffee zu. Dabei würde sie wohl in sämtlichen Kaffeemühlen-Tests gerade mal mit einer 4minus durchkommen. Denn mit ihr kann ich weder den Mahlgrad einstellen, noch das frisch gemahlene Kaffeepulver direkt in den Siebträger rieseln lassen, geschweige denn sie leicht reinigen. Dafür verfügt meine Kaffeemühle über ein Kegelmahlwerk und kommt ganz aus Holz ohne Kunststoff aus.

Woran erkennt man eine gute Kaffeemühle?

Nun hat nicht jeder eine so schmucke Kaffeemühle von seiner Urgroßmutter geerbt. Und auch nicht jeder wäre so nostalgisch veranlagt, dann tatsächlich mit dieser Mühle seinen Kaffee zu mahlen. Schaut man sich nach einer neuen Kaffeemühle um, dann wird man eher auf elektronisch betriebene Varianten mit einer extrem großen Auswahl stoßen. Und auch ich muss zugeben: Ich habe schon darüber nachgedacht, mir eine moderne elektrische Kaffeemühle anzulegen. Aber welche Kriterien sind dann beim Kauf einer Kaffeemühle zu beachten?

Deine Kaffeemühle braucht ein gutes Mahlwerk

Zunächst lässt sich festhalten, dass frisch gemahlener Kaffee dem schon pulverisiert gekauften Kaffee immer vorzuziehen ist. Denn Kaffee verliert – sobald er einmal mit Luft in Kontakt gekommen ist – schnell sein Aroma. Dieser Prozess lässt sich auch beim selber Mahlen nicht ganz vermeiden, aber stark reduzieren. Denn wenn es beim Kaffeemahlen so herrlich duftet, dann bedeutet das nichts anderes, als dass sich eben jene duftenden Aromen gerade in Luft auflösen.

Übrigens verstärkt Wärme den Aroma-Schwund beim Kaffeemahlen. Da Kaffee durch Reibung gemahlen wird und Reibung Wärmeenergie erzeugt, spielt die Qualität des Mahlwerks der Kaffeemühle eine besondere Rolle. Wir stellen dir hier unsere Top 3 der Mahlvarianten von Kaffeemühlen vor:

Platz 3: Die Kaffeemühle mit Schlagmahlwerk

Mit welchem Mahlwerk lässt sich möglichst schonend und gleichmäßig guter Kaffee mahlen? Wesentlich einfacher zu beantworten ist die Frage, mit welchem Mahlwerk man seine Bohnen nicht(!) mahlen sollte: Mit einem Schlagmahlwerk, wie es in vielen günstigen Kaffeemühlen oder den häufig auf Flohmärkten zu findenden elektrischen Kaffeemühlen der 60er Jahre zu finden ist. Diese benutzen eine Art schnell rotierenden kleinen Propeller, der die Bohnen zerschlägt und dabei einen sehr unregelmäßigen Mahlgrad erzeugt. Zudem erhitzt sich das Schlagmahlwerk einer solchen Kaffeemühle leicht, wodurch der Kaffee seinen Geschmack verändert und an Aroma verliert.

Platz 2: Die Kaffeemühle mitScheibenmahlwerk

Hochwertige Kaffeemühlen verfügen häufig über ein Scheibenmahlwerk aus Edelstahl oder Keramik. Die beiden übereinander liegenden Scheiben laufen nach Außen hin dichter aufeinander zu. Die zwischen die Scheiben gelangenden Bohnen werden durch die Zentrifugalkraft von Innen nach Außen getrieben und so nach und nach feiner gemahlen. Möchte man den Mahlgrad verstellen, muss lediglich der Abstand zwischen den Scheiben verändert werden.

Platz 1: Die Kaffeemühle mit Kegelmahlwerk

Besonders schonend lassen sich Bohnen in einer Kaffeemühle mit Kegelmahlwerk mahlen, da es mit einer geringen Drehzahl auskommt und so nur wenig Wärmeenergie durch Reibung erzeugt. Auch hier spielt der Abstand zwischen dem Kegel und der Wand des Mahlwerks eine entscheidende Rolle. Oben, wo die Bohne in das Mahlwerk gelangt, ist der Abstand recht breit. Nach unten hin wird dieser immer enger und dieBohne, die dank Erdanziehungskraft langsam nach unten wandert, wird nach und nach feiner gemahlen. Auch hier lässt sich der Mahlgrad einfach durch den jeweiligen Abstand bestimmen.

Geschmacksache: Von Hand versus elektrisch betriebene Mühlen

Soll deine Kaffeemühle per Hand oder elektrisch betrieben werden? Hier kommt es ganz klar auf deine Vorlieben an!

Eine elektrische Kaffeemühle bietet einige praktische Vorzüge. Schließlich wird die gewünschte Menge Kaffee auf Knopfdruck frisch gemahlen. Das ist von Vorteil, wenn die Zeit am Morgen kostbar ist oder man Kaffee-Gäste empfängt und nicht laufend mit Mahlen beschäftigt sein möchte.

Wer aber das Ritual des Kaffee-Mahlens selbst schätzt, auf seine Kaffeemühle auch beim Camping-Urlaub nicht verzichten möchte oder einfach eine kostengünstige Alternative sucht, sollte zur manuell betriebenen Kaffeemühle greifen. Eine handbetriebene Kaffeemühle verfügt immer über ein Kegelmahlwerk, welches die Bohnen besonders schonend malt. Hurra: Ein Pluspunkt für meine geerbte Kaffeemühle von Oma! Was meine alte Handmühle jedoch nicht kann, ist den Mahlgrad zu bestimmen. Dieser spielt aber je nach Zubereitungsart eine wichtige Rolle.

Bei der Einstellung des Mahlgrads kann man sich an einer einfachen Faustregel orientieren: Je kürzer der Kontakt mit dem Wasser, desto feiner  der Mahlgrad. Entsprechend sollte man etwa beiEspresso eine feineren (2-3), bei Filterkaffee einen mittleren (4-5) und für die French Press einen groben (7-8) Mahlgrad wählen.

Die Preisfrage: Eine Kaffeemühle kann, muss aber nicht viel kosten

Für eine neue Kaffeemühle mit den oben genannten Kriterien kann man sehr viel Geld ausgeben. Die – zugegeben sehr hübsche – Kaffeemühle von La Pavoni aus Messing kostet beispielsweise über 1.000 Euro! Aber ist eine teure Kaffeemühle unbedingt besser? Nicht unbedingt! Wir stellen dir beispielhafte Geräte vor, die in Kaffeemühlen-Tests immer wieder sehr gut abschneiden.

Handbetriebene Kaffeemühlen: Unsere Kaufempfehlungen

Ein wirklich sehr gutes Modell ist die Topop Handkaffeemühle,  die nostalgische Optik und moderne Funktionalität vereint. Sie besitzt ein Kegelmahlwerk aus beständigem Keramik und kommt mit einem kleinen Vorratsbehälter. Sie ist aus hitzebeständigem Borax-Glas und Holz, und lässt sich einfach reinigen. Das Beste: Einmal gefunden lässt sich der Mahlgrad mit einer Feststellschraube einstellen. Zu einem Preis von unter 40 Euro macht man mit der Topop nichts falsch.

Kaffeemühle

Die Handmühle von Topop

Ebenfalls Bestseller unter den Handkaffeemühlen sind die Hario Skerton (ca. 30 Euro) oder die Porlex (ca. 50 Euro). Die hölzerne Kaffeemühle von Commandante mit Edelstahlmahlwerk ist made in Germany und mit um die 200 Euro eine der teuersten handbetriebenen Modelle, aber überzeugt mit einem besonders feinen und gleichmäßigen Mahlgrad.

Elektrische Kaffeemühlen: Unsere Kaufempfehlungen

Unter den elektrischen Kaffeemühlen sind die Modelle von Mahlkönig, Eureka, Graef und Rommelsbacher immer in den Bestenlisten mit dabei. Mit über 400 Euro eine der teuersten elektrischen Mühlen ist die Vario Grind-on-Demand von Mahlkönig, bei der über 200 (!) Stufen des Mahlgrads auswählbar und per Zeitschaltuhr sogar zu programmieren sind. Ein ähnliches Preis-Leistungs-Verhältnis bietet die Eureka MCI Espressomühle aus Edelstahl.

Wer nicht ganz so viel Geld ausgeben will, der sollte sich die Rommelsbacher EKM 200 (ca. 50 Euro) anschauen. Sie hat zwar „nur“ ein Scheibenmahlwerk und mahlt nicht ganz so fein und gleichmäßig wie die teureren Modelle, liefert aber dennoch zufriedenstellende Ergebnisse. Eine sehr gute Wahl ist ebenfalls die Graef Kaffeemühle CM 800 (ca. 120 Euro), die mit einem hochwertigen Kegelmahlwerk daher kommt und Spitzenreiter unter de günstigen Elektro-Mühlen ist.

Die Graef CM 800 im ausführlichen Test bei den Espresso Geeks

Ich bin nun auf den Geschmack gekommen und werde mir nun einen leckeren, frisch gemahlenen Espresso zubereiten. Glücklicherweise ist der einzige Mahlgrad meiner alten Oma-Mühle relativ fein

Viel Freude euch beim Kaffee-Ritual!

***

Über die Autorin: Mit Latte Macchiato aus dem heiß geliebten Porzellan-Espressokocher beginnt für Deva ein guter Start in den Tag. Sie hat Philosophie und performative Kunst studiert und lebt und arbeitet in Hamburg. Neben Kaffee interessiert sie gesunde Ernährung, Tanzen und Surfen.


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