Die Kaffeemaschine entkalken gehört zu einem guten Kaffee genauso dazu, wie die Kaffeebohnen: Ohne gibt es keinen geschmacklich perfekten Kaffee. Wer seine Kaffeemaschine nicht regelmäßig nach Anleitung entkalkt, dem geht mit der Zeit nicht nur die Maschine kaputt, sondern auch der Kaffeegeschmack verloren. Je mehr Kalk in der Kaffeemaschine vorhanden ist, desto schlechter schmeckt euer Kaffeegetränk.

Wie ihr eure Kaffeemaschine am besten entkalkt und was ihr dabei beachten solltet, klären wir in dem folgenden Artikel. Wichtig: Eure Maschine muss trotzdem noch gereinigt werden. Denn das Eine ersetzt nicht das Andere!

Kaffeemaschine entkalken: Allgemeine Hinweise

In fast jedem deutschen Haushalt gibt es mindestens eine Kaffeemaschine. Die Auswahl ist heutzutage sehr groß: Filterkaffeemaschinen, Kaffeevollautomaten, Kapselmaschinen, Padautomaten und Siebträgermaschinen. Eines haben alle diese Kaffeemaschinen aber gemeinsam: Sie müssen regelmäßig gereinigt und entkalkt werden. Jede dieser Maschinen wird anders gereinigt, aber fast jede gleich entkalkt. In folgendem Abschnitt informieren wir euch aber erstmal allgemein um das Thema Entkalkung.

Das Entkalken ist ebenso wichtig für die Hygiene, den Geschmack des Kaffees und die Lebensdauer der Kaffeemaschine wie das regelmäßige Reinigen. Kalkablagerungen bilden Bakterien und diese will nun wirklich keiner in seinem Kaffee haben, oder? Kalk verfälscht zudem auch das Aroma des Kaffees. Wer seine Kaffeemaschine nicht regelmäßig reinigt, trinkt schlechteren Kaffee.

Der Kalk in eurer Kaffeemaschine stört den Zubereitungsprozess, sodass eure Maschine mehr Energie und somit auch Strom benötigt. Des Weiteren verstopft der Kalk die Schläuche innerhalb eurer Kaffeemaschine, sodass diese nicht genug oder nur kalkhaltiges Wasser durchziehen kann. Am Ende bekommt ihr ein paar schöne Kalkbröckchen in euren schwarzen Kaffee, und das will ja nun wirklich keiner.

Wie häufig müsst ihr eure Kaffeemaschine entkalken?

Die Häufigkeit für das Entkalken eurer Kaffeemaschine hängt von zwei Faktoren ab: Von der Menge des getrunkenen Kaffees und von der Wasserhärte. Je härter das Wasser ist und je mehr Kaffee gekocht wird, desto häufiger muss die Maschine entkalkt werden. Gemessen am Durchschnittswert solltet ihr etwa alle 1-2 Monate die Kaffeemaschine entkalken.

Manche Geräte zeigen auch an, dass sie entkalkt werden wollen. Bei den meisten ist eine bestimmte Anzahl von Brühvorgängen eingespeichert, nach deren Erreichen das Entkalken empfohlen wird. Bei einigen Geräten kann auch zusätzlich die Wasserhärte eingestellt werden, die dann für die Bestimmung der Zyklen berücksichtigt wird. Teilweise empfehlen die Maschinen den Entkalkungsvorgang nicht nur, sondern ordnen ihn an. Dann kann kein weiterer Kaffee zubereitet werden, bevor ihr die Kaffeemaschine entkalkt habt.

Ihr könnt eure Kaffeemaschine aber auch zu oft entkalken. In den meisten Fällen handelt es sich bei den Reinigern um Chemie. Täglich Chemie durch eure Schläuche der Maschine laufen zu lassen wirkt sich natürlich auch negativ auf die Haltbarkeit von dieser aus.

Welche Mittel benötigt ihr zum Entkalken eurer Kaffeemaschine entkalken?

Zum Entkalken eurer Kaffeemaschine könnt ihr verschiedene Mittel verwenden. Wir stellen euch die einzelnen Methoden kurz vor, betonen aber bereits jetzt, dass wir euch einen professionellen Entkalker empfehlen. Wieso, weshalb, warum, erklären wir euch bei den jeweiligen Mitteln.

Sorgt durch das Entkalken dafür, dass euer Kaffee und euer Wasser kalkfrei sind (Foto: qimono via Pixabax)

Kaffeemaschine entkalken mit Essig

Essig ist sehr aggressiv, so dass die Gefahr besteht, dass empfindliche Bauteile beim Entkalken beschädigt werden. Dies könnten zum Beispiel die Gummileitungen oder -dichtungen sein. Das Risiko würden wir persönlich nicht eingehen, da die meisten Kaffeemaschinen auch nicht gerade günstig in der Anschaffung waren. Der unangenehme Geruch, den der Essig verursacht, kommt noch zu den Contras hinzu.

Ich habe meine Kaffeemaschine einmal und danach nie wieder mit Essig-Essenz gereinigt – der Kaffee hat ekelhaft geschmeckt. Ich musste erstmal 4-5 Tassen durchlaufen lassen, um wieder wohl schmeckenden Kaffee in meiner Kaffeetasse zu haben. Zumindest für Vollautomaten würde ich euch keinen Essig empfehlen.

Kaffeemaschine entkalken mit Zitronensäure

Zitronensäure ist generell nur zur Kaltentkalkung geeignet. Wird Zitronensäure erhitzt, entsteht Calciumcitrat. Das ist eine klebrige weiße Masse, die sich dann anstelle des Kalks in der Maschine absetzt. Eine Kaffeemaschine wird in der Regel heiß entkalkt. Vor allem Kaffeevollautomaten sollten nicht mit Zitronensäure entkalkt werden, weil diese einen automatischen Entkalkungszyklus besitzen, mit welchem immer heißt entkalkt wird.

Kaffeemaschine mit einem Entkalker reinigen

Kommen wir nun zu unserer Empfehlung: Entkalkung mit professionellen Produkten. Damit schützt ihr euer Geräte besser und die Entkalkung funktioniert sehr einfach. Es gibt Flüssig-Entkalker und Entkalkungstabletten. Die meisten sind speziell für Kaffeemaschinen konzipiert, diese würden wir euch auch ans Herz legen.

Oftmals werden euch beim Kauf spezielle Reinigungs- und Entkalkungsprodukte empfohlen. Ich kann hier nur von meiner persönlichen Erfahrung sprechen: Lasst es! Beim Kauf unseres Saeco Vollautomaten haben wir Entkalkungstabletten und spezielle Milchbehälter-Reinigungstabs dazu gekauft. Ich kann nicht beschreiben, wie ekelhaft der Kaffee nach diesem Reinigungsprozess geschmeckt hat. Das kann bei anderen Herstellern oder Produkten anders sein – aber ich würde euch dies nicht empfehlen. Weiter unten im Artikel haben wir Alternativprodukte für euch, die nicht nur im Verhältnis weniger kosten, sondern ihr definitiv (selbst getestet!) nach der Reinigung weiterhin gut schmeckenden Kaffee bekommt.

Das Entkalken geht in der Regel recht schnell. Die meisten Vollautomaten haben ein automatisches Entkalkungssystem, das ihr nur bestätigen müsst. Ihr stellt einen Behälter drunter und lasst das Programm einmal (oder mehrmals, je nach Anleitung) durchlaufen. Wie ihr in dem Bild unten seht, tut es oft einfach ein großer Messbecher, so einen habe ich ebenfalls verwendet.

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Kaffeemaschine entkalken: Unterschiede der jeweiligen Maschinenarten

Jede Art von Kaffeemaschine ist nochmal etwas anders zu reinigen. Deshalb haben wir für euch bei den einzelnen Maschinentypen die Unterschiede zusammen gefasst und erklären euch kurz und bündig, wie ihr diese am besten entkalkt.

Kaffeevollautomat entkalken

Einen Kaffeevollautomaten zu entkalken ist ziemlich einfach. Die meisten sagen euch sogar, wann ihr diese entkalken müsst. Meine Maschine hat nach dem Einschalten ein Symbol angezeigt, sodass ich mit einem Knopfdruck den Entkalkungszyklus beginnen konnte. Die Häufigkeit hängt wie oben bereits beschrieben von der Menge und der Wasserhärte ab. Bei einigen Kaffeevollautomaten können Einstellungen vorgenommen werden, die dann errechnen, wann die nächste Entkalkung notwendig ist. In jeder Bedienungsanleitung findet ihr Informationen zu den Einstellungsoptionen des Härtegrads.

Grundsätzlich solltet ihr bei härterem Wasser (kalkhaltiger) öfter eine Entkalkung durchführen. Bei sehr hartem Wasser und einer mittleren Nutzungsintensität sollte zumindest einmal im Monat eine Entkalkung durchgeführt werden. Es ist besser, wenn die Maschine eher zu früh als zu spät entkalkt wird.

Im Handbuch des Kaffeevollautomaten findet ihr alle nötigen Informationen, welche Mittel und wieviel davon ihr verwenden solltet. In der Regel handelt es sich um Flüssig-Entkalker. Das entsprechende Produkt gießt ihr in der angegebenen Menge in den Wassertank. Bei manueller Entkalkung müsst ihr mehrmals einfach eine Tasse heißes Wasser zubereiten. Solange, bis der Wassertank mit dem Reinigungsmittel leer ist. Danach mindestens 1-2 Mal mit klarem Wasser wiederholen, damit sich der Flüssig-Entkalker auch aus den Schläuchen der Maschine gelöst hat. Wer ein automatisches Reinigungssystem in seinem Vollautomaten integriert hat, kann dieses so wie im folgenden Bild einfach laufen lassen.

Und wer noch auf der Suche nach einem passenden Kaffeevollautomat ist, sollte in unserer Kaufberatung vorbei schauen. Hier stellen wir einige Automaten vor und geben euch Hilfestellungen bei der Kaufentscheidung.

Filterkaffeemaschine entkalken

Eine gewöhnliche Filtermaschine entkalkt ihr am besten, indem ihr die vorgegebene Menge Wasser mit einem Flüssig-Entkalker mischt und in ihren Wasserbehälter füllt. Dann gebt ihr eine leere Filtertüte in den Filtereinsatz, damit darin die gelösten Kalk- und Schmutzpartikel aufgefangen werden. Nun stellt ihr die Filterkaffeemaschine ganz normal an. Wenn ein Teil der Lösung durchgelaufen ist, schaltet ihr die Maschine aus und wartet ca. 15 Minuten, bis das Mittel eingewirkt ist. Danach stellt ihr die Filtermaschine wieder ein und lasst die restliche Lösung durchlaufen.

Füllt anschließend den Wassertank mit klarem Wasser und lasst dieses zum Nachspülen nochmals durchlaufen. Diesen Vorgang wiederholt ihr am besten 2-3 mal. Beachtet aber bitte auf jeden Fall die Hinweise zur Entkalkung in eurer Bedienungsanleitung!

Pad- und Kapselmaschine entkalken

Auch bei Pad- und Kapselmaschinen solltet ihr zuallererst einen Blick in die Bedienungsanleitung werfen. In der Regel wird der Entkalker zusammen mit einer bestimmten Menge Wasser in den Tank der Maschine gegeben, ein Auffanggefäß unter den Kaffeeauslass gestellt und dann ein spezielles Entkalkerprogramm gestartet. Ist die Lösung durchgelaufen, muss meistens noch 2-3 Mal frisches Wasser in den Tank gefüllt werden, damit die Maschine nach dem eigentlichen Entkalken nochmal durchgespült wird.

Siebträgermaschine entkalken

Hier fassen wir uns besonders kurz: Eine Siebträgermaschine wird genauso entkalkt, wie ein Kaffeevollautomat und die Kapsel- und Padmaschinen. Also schaut zuerst in der Bedienungsanleitung nach, dort findet ihr alles worauf ihr achten müsst.

Was bringt das Kaffeemaschine entkalken wirklich? Mein Praxis-Test mit Ambiclean

AmbiClean war so freundlich, mir ein paar Testprodukte aus ihrem Sortiment zuzuschicken, damit ich diese für euch ausgiebig testen kann. Mit dabei waren Reinigungstabletten, Flüssig-Entkalker und zu meiner großen Freude auch ein Milchschaum-Reiniger. Mein Kaffeevollautomat (Saeco Incanto) zeit mir bereits seit ein paar Wochen an, dass sie entkalkt werden muss, da kam der Produkttest genau richtig.

Wartet nicht so lange wie ich mit dem Entkalken, das ist nämlich schädlich für euren Kaffeevollautomat! In meiner Anleitung steht dies auch explizit drin: Ihr könntet eure Garantie verlieren! Also schön regelmäßig entkalken, wenn eure Maschine dies anzeigt.

Den Flüssig-Entkalker habe ich nach Anleitung meines Kaffeevollautomaten angewendet. Laut dieser dauert der Zyklus 30 Minuten, das kam auch in etwa hin.

Nun zur Anwendung: Ihr schüttet 125 ml des rosa Entkalkers (ca. die Hälfte) in euren Wassertank und füllt den Rest mit normalem Leitungswasser auf. Ich musste nun nur auf das Häkchen klicken, dann startete der Entkalkungszyklus von selbst. Einzig und allein den Behälter zum drunter stellen musste ich ab und an ausleeren, ansonsten lief alles von alleine.

Danach kamen die Reinigungstabletten dran. Diese wurden einfach im Wassertank wie Brausetabletten aufgelöst. Nun musste ich allerdings manuell mehrere Tassen heißes Wasser zubereiten, bis der Tank leer war. Wie bei der manuellen Entkalkung muss auch hier noch mindestens 2x der Wassertank mit klarem Wasser durch die Maschine gezogen werden.

Besonders gefreut habe ich mich über den Milchschaum-Reiniger. Ich trinke fast täglich eine Kaffeespezialität mit Milchund dementsprechend sieht mein Milchbehälter auch aus. Für die Anwendung füllt ihr den Milchbehälter bis zum Maximum und bereitet mit der Kaffeemaschine so oft heiße Milch zu, bis der Behälter leer ist. Den Vorgang 2-3x wiederholen und dann seid ihr fertig.

Mein Fazit: Gab es geschmackliche Veränderungen nach dem Entkalken der Kaffeemaschine?

Ja. Der Kaffee schmeckt besser. Ich kann keinerlei Rückstände des Reinigers schmecken oder feststellen. Dafür ist es aber besonders wichtig, nach dem Durchlauf mit dem Entkalker noch mindestens 2-3 weitere Durchläufe mit klarem Wasser zu tätigen. So spült ihr die Rückstände des Reinigers auf jeden Fall aus der Maschine und ihr geht kein Risiko ein, dass davon etwas in eurem Kaffee landet.

Hier meine kleine Fazit-Tabelle:

  • Dauer der Anwendung: Entkalkung 30 Minuten, Aufwand für mich nur 2 Minuten (dank automatischer Entkalkung).
  • Kaffeegeschmack: Sehr gut, definitiv besser als vor der Anwendung.
  • Sauberkeit der Maschine vor / nach Reinigung: Vorher war sie schon sehr dreckig. Nachher waren die Kalk-Rückstände im Wassertank verschwunden.
  • Rückstände: Keine. Im Wassertank sind keine Reste vom Entkalker mehr vorhanden und auch im Kaffee sind keine ungewöhnlichen Partikel zu sehen.

Ich bin rundum zufrieden mit den Produkten und kann euch diese ohne wenn und aber weiterempfehlen. Ein besonderes Plus ist für mich die Menge. Ich kann natürlich nur schätzen, aber alle Produkte werden mindestens ein Jahr halten. In den Reinigungstabletten sind 240 Stück drin – reicht also für 240 Reinigungszyklen. Der Flüssig-Entkalker kommt in einer 4er Packung zu euch nach Hause und pro Anwendung verwendet ihr die Hälfte davon. Wendet ihr diesen also wie empfohlen 1x im Monat an, hält so ein Paket 8 Monate.

Entkalker für Kaffeemaschinen
AmbiClean: Flüssig-Reiniger für Milchaufschäumer, Reinigungstabletten, Flüssig-Entkalker (Foto: Sabrina Mürset)

Wir können nur nochmal betonen, wie wichtig es ist, dass ihr eure Kaffeemaschine regelmäßig entkalkt und reinigt. Zur Reinigung werden wir euch nochmal einen extra Artikel verfassen. Zum Thema Kaffeemaschine entkalken seid ihr jetzt bestens informiert. Kauft euch professionellen Entkalker und achtet immer auf die Anleitung und Hinweise in eurer Bedienungsanleitung.

Tipp: Tragt euch eine Erinnerung in euren Kalender ein, damit ihr rechtzeitig an das Entkalken eurer Maschine denkt!

Entkalkt ihr eure Kaffeemaschine regelmäßig? Welche Produkte verwendet ihr hierfür?

 

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Über die Autorin: Sabrina arbeitet als freie Texterin und Social Media Redakteurin. Am Besten mit einem frisch gebrühtem Kaffee in der Hand - mit extra viel Milchschaum!


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