Unter uns Kaffeetrinkern gibt es zwei wesentliche Typen: Diejenigen, die am liebsten auf Handarbeit und einen Kaffeebereiter setzen, und alle anderen, denen eine bequeme Kaffeemaschine lieber ist. Beides hat natürlich seine Vor- und Nachteile. Doch eins ist sicher: Mit einem Kaffeebereiter nimmt man sich viel mehr Zeit für unser Lieblingsgetränk und den vollendeten Kaffeegenuss. Vielleicht lässt sich genau deswegen letzter Zeit wieder ein Trend zum guten alten Filterkaffee beobachten. Doch bei der Wahl des passenden Kaffeebereiters ist das Angebot inzwischen sehr groß und die einzelnen Varianten unterscheiden sich teils sehr stark im richtigen Handling. Darum stellen wir dir hier die wichtigsten Kaffeebereiter-Typen inklusive Kurzanleitung und ihren Vor- und Nachteilen vor. So findest du bestimmt den Richtigen für dich!

Für wen ein Kaffeebereiter generell geeignet ist

Wie der Name schon sagt, ist ein Kaffeebereiter erstmal "nur" ein Gerät, mit dem sich Kaffee zubereiten lässt. Im Gegensatz zu Kaffeemaschinen - wie der Filterkaffeemaschine, einer Siebträgermaschine oder einem Kaffeevollautomat - wird hier aber viel mehr selbst Hand angelegt. Elektronik, Knöpfchen oder Schnick Schnack suchst du bei einem Kaffeebereiter vergebens. Stattdessen bekommst du eine formschöne Kanne bzw. ein Gefäß, in der das frisch gemahlene Kaffeemehl aufgegossen, ziehen gelassen und anschließend gefiltert wird. Damit eignen sich Kaffeebereiter vor allem für folgende Menschen:

  • Kaffee-Nerds, die alle Schritte der Kaffeezubereitung selbst beeinflussen wollen. Also Dinge wie den korrekten Mahlgrad, die Art und Weise des Wasseraufgusses, die Ziehdauer und natürlich den Filterprozess.
  • Aroma-Enthusiasten, die alles aus ihrem Kaffee herausholen wollen. Dabei gilt: Je feiner der Filter, desto klarer und komplexer der Geschmack.
  • Freunde vom Filterkaffee, denn nur er lässt sich mit dem Kaffeebereiter herstellen. Dafür aber in Perfektion! Kaufe daher unbedingt normale Kaffeebohnen und keine Espressobohnen. Freunde von Espresso schauen sich lieber nach einer Siebträgermaschine um.  
  • Slow Coffee Fans. Du willst Kaffee auf Knopfdruck und es muss morgens immer sehr schnell gehen? Dann bist du mit einem Kaffeevollautomat besser dran. Mit einem Kaffeebereiter wird die Zubereitung zelebriert und ist zeitintensiver. Dafür lässt er sich viel leichter reinigen als jede Maschine.
  • Kleinere Haushalte. Mit einem Kaffeebereiter bekommst du - je nach Modell und Größe - zwischen einer und paar Tassen Kaffee hin. Das ist für ein bis zwei Personen völlig okay. Aber größere Haushalte und Büros setzen angesichts des Zeitaufwands bei der Zubereitung wahrscheinlich lieber auf eine Kaffeemaschine.

Du erkennst dich in dieser Beschreibung wieder? Prima, dann gehörst du ganz klar zur Zielgruppe für Kaffeebereiter. Bevor wir die die wichtigsten Arten vorstellen, wollen wir noch ein paar Worte über die beiden grundsätzlichen Zubereitungsmethoden verlieren.

Kaffeebereiter und die zwei dahinterstehenden Grundmethoden 

Ein Kaffeebereiter ist die perfekte Art, um dir einen wohlschmeckenden Filterkaffee zuzubereiten. Dabei schlägt er die Filterkaffeemaschine um Längen, weil du den Brühvorgang einfach viel präziser hinbekommst: Zum Beispiel die Blooming-Phase, in der das Kaffeemehl beim Aufgießen seine Aromen entfaltet, und eine konstante Brühtemperatur. Dabei brühen Kaffeebereiter grundsätzlich mit einer der beiden folgenden Methoden.

1. Pour Over Methode: Chemex, Handfilter & Karlsbader Kanne

Der Name sagt es bereits: Bei der Pour Over Methode wird heißes Wasser langsam über das Kaffeepulver gegossen, das sich in einem Filter befindet. Ein präziser Aufguss (z.B. mit einem Wasserkessel) ist wichtig, um die Blooming-Phase einzuleiten und eine Über- oder Unterextraktion zu vermeiden. Schließlich tröpfelt der Filterkaffee aus dem Filter in das Auffanggefäß des Kaffeebereiters oder direkt in die Tasse. Daher stammen auch die Begriffe "Pour Over Coffee" und "Dripper", wie die Kaffeebereiter manchmal bezeichnet werden. Mit ihnen bekommst du klar ausgeprägte und feine Aromen hin, weil das Filterpapier besonders gut Kaffeesatz, Fette und Öle vom fertigen Kaffee trennt. Klassische Vertreter sind die Chemex und Handfilter wie z.B. von Hario, Kalita oder Melitta.

Einen Sonderfall stellt die Karlsbader Kanne bzw. Bayreuther Kanne dar. Diese Seihkannen aus Porzellan funktionieren ebenfalls nach dem Pour Over Prinzip, kommen aber ohne extra Filter aus - denn sie haben ein integriertes Doppelsieb.

Kaffeebereiter - Pour Over vs Full Immersion

2. Full Immersion Methode: French Press, AeroPress und Syphon

Die Full Immersion Methode erinnert ein wenig an die Technik beim Aufbrühen von Tee: Hier wird das Kaffeepulver während der Ziehdauer komplett mit dem heißen Wasser vermengt. Es schwimmt sozusagen im Brühwasser und wird erst am Ende der Ziehzeit gefiltert. Dadurch schmeckt der auf diese Weise gewonnene Filterkaffee deutlich kräftiger und stärker. Das liegt auch daran, weil bei der Full Immersion Methode (anders als bei Pour Over Coffee) kein feines Filterpapier verwendet wird. Mit der French Press zauberst du besonders kräftigen Kaffee, weil das Kaffeepulver lange Kontakt mit dem Wasser hat und am Ende mit einem sehr groben Metallsieb eher "gestempelt" als gefiltert wird. So bleiben kleine Schwebeteilchen vom Kaffeepulver, Fette und Öle im fertigen Kaffee zurück.

Daneben gibt es noch andere Kaffeebereiter, die das Full Immersion Prinzip mit Filtern kombinieren. So wie die AeroPress, bei der das Kaffeepulver eine Weile im Brühwasser ist, dann aber per Hand durch einen mittelgroben Filter gepresst wird. Ein anderes Beispiel ist die Syphon, ein Gerät wie aus dem Chemie-Unterricht. Bei ihr steigt heißes Wasser vom unteren Glaskolben in den oberen Glaskolben mit dem Kaffeepulver, stagniert dort eine Weile und fließt dann durch einen Stofffilter dank Schwerkraft wieder nach unten.

Welcher Kaffeebereiter passt zu dir?

Die Welt der Kaffeebereiter ist fast so groß wie die Welt der Kaffeesorten. Kombiniert man beide Welten miteinander, eröffnet sich ein ganzes Universum an Aromen. Es gibt Kaffeebereiter aus Glas, Edelstahl, Porzellan und sogar mit Holz! Sie filtern, sieben, ziehen, pressen und brühen. Manche überzeugen mit schlichtem Design andere im 90ies Look - und es gibt sie sogar als To Go Version. Bei der Wahl deines Kaffeebereiters sollte das Design allerdings nicht das wichtigste Auswahlkriterium sein. Stattdessen spielen zuerst die folgenden Punkte eine Rolle.

1. Kaffeearoma: Fein und klar oder kräftig und vollmundig?

Dieselben Kaffeebohnen schmecken aus zwei verschiedenen Kaffeebereitern komplett anders. Das konnten wir selbst es kürzlich feststellen, als wir unseren Happy Coffee statt wie sonst in der French Press mal in der Chemex zubereitet haben. Beides lecker, geschmacklich aber wie... Nacht und Tag! Das eine dunkel und sehr kräftig, das andere heller, fruchtig und klar. Orientiere dich bei der Suche nach deinem Kaffeebereiter deshalb an der folgenden Grundregel:

Je feiner der Kaffee gefiltert wird (Pour Over Methode), desto feiner, klarer und komplexer entfalten sich die Aromen. Je länger der Kaffee unmittelbaren Kontakt mit dem Brühwasser hat (Full Immersion Methode), desto vollmundiger und kräftiger wird sein Geschmack.

Eine besonders feine Filterung wie z.B. mit der Chemex löst die feinen Essenzen aus dem Kaffee heraus - während Schwebeteilchen, Fette und Öle im Papierfilter bleiben. Dein Kaffee bekommt ein klares, vielfältiges und fruchtiges Aroma. Bei durchdringendem Kontakt des Kaffeepulvers mit heißen Wasser landen hingegen auch die Kaffeebohnenöle und Sedimente mit im Kaffee und dominieren das Aroma. Ein vollmundiger, kräftiger Körper entsteht.

2. Kaffeeröstung: Light, Medium oder Dark Roast?

Es kann sinnvoll sein, für unterschiedliche Kaffeeröstungen auf unterschiedliche Kaffeebereiter zu setzen. Dark Roasts passen gut zur French Press, die ihre kräftigen Aromen betont, aber man kann sie damit leicht überextrahieren. In dem Fall sollte der Mahlgrad gröber gewählt und die Ziehdauer reduziert werden. Light Roasts entfalten ihre zarten Nuancen hingegen am besten in einem Handfilter und sind anspruchsvoller, um überhaupt Aromen zu extrahieren. Schmeckt die Light Roast zu lasch, kannst du eine größere Menge wählen und z.B. die Blooming-Phase verlängern. Am unkompliziertesten und für viele Kaffeebereiter geeignet sind hingegen die Medium Roast.

Letztlich ist aber alles reine Geschmacksache. Unabhängig von der Röstung entfalten sich die Kaffeebohnen selbst - bzw. ihr für die Anbauregion typischer Charakter - je nach Kaffeebereiter anders. Du musst einfach viel ausprobieren!

3. Kaffeemenge: Einzelportion oder Kaffee für zwei?

Manche Kaffeebereiter wie die Aeropress zaubern nur eine einzige Portion. Das passt für den Single Haushalt, aber zum romantischen Frühstück am Wochenende mit der besseren Hälfte sind Kaffeebereiter mit einem größeren Volumen (z.B. große Chemex, French Press) einfach praktischer.

4. Aufwand: Einfach versus technisch anspruchsvoll

Es gibt ja Kaffeetrinker, denen ist die French Press viel zu simpel. Kaffee rein, Wasser drauf, ziehen lassen... Soll das alles sein?! Diese Klientel setzt lieber auf Handfilter, bei denen man z.B. mit dem Aufgießen viel mehr spielen kann. Wer ein komplexes Gerät und einen Hingucker sucht, der wird die Syphon lieben. Andere schreckt das hingegen eher ab.

Pour Over Kaffeebereiter und wie sie funktionieren

Vielleicht hast du anhand der vorgestellten Zubereitungsmethoden und Kaufkriterien schon eine grobe Ahnung, welche Kaffeebereiter für dich der Richtige ist. Wir stellen nun die wichtigsten Vertreter vor und los geht's mit den Pour Over Kaffeebereitern! Sie eignen sich, wenn es dir auf einen feinen, klaren Kaffeegeschmack ankommt.

1. Chemex: Pour Over Kaffee in Perfektion

Die Chemex ist ein ästhetischer Kaffeebereiter aus Glas und Holz. Ihr schickes und zeitloses Design wurde ausgezeichnet und hat der "Zen-Kanne" sogar einen Platz im Museum of Modern Art von New York verschafft! Es gibt sie in verschiedenen Größen zu kaufen, wobei die mittlere Chemex für bis zu 8 Tassen am beliebtesten ist. Achtung: Damit sind wirklich Tassen, keine Becher gemeint!

Ebenso feinsinnig wie die Gestaltung der Chemex sind auch die Aromen, die sie dem Kaffee entlockt. Kein anderer Pour Over Kaffeebereiter filtert so fein, denn das spezielle Chemex-Filterpapier ist besonders dick! So fängt es alle Reststoffe vom Kaffeemehl auf. Das Ergebnis ist ein heller, sehr klarer und blumiger Kaffee. 


Kaffeebereiter Chemex

Chemex: Kurzanleitung zur Zubereitung

  • Mahle dir Kaffeebohnen frisch (mittlerer Mahlgrad, 4-6).
  • Setze einen Chemex Papierfilter in die Chemex ein und spüle ihn mit heißem Wasser durch, um den Eigengeschmack des Papiers auszuwaschen.
  • Gib frisch gemahlenen Kaffee in den Filter (etwa 1 EL pro Becher).
  • Gieße einen kleinen Schwall 95°C heißes Wasser auf das Kaffeepulver, so dass es gerade bedeckt ist. Lass den Kaffee für 30 Sekunden bloomen.
  • Gib in langsam kreisenden Bewegungen das restliche Wasser in den Filter.
  • Entferne den Filter, sobald das Wasser vollständig durchgelaufen ist, und genieße deinen Kaffee!

Chemex: Die Vor- und Nachteile

Die Chemex zaubert dir den feinsten Kaffeegeschmack und ist mit rund 45 Euro kein allzu teurer Kaffeebereiter. Obendrein ziert sie jede Küche, vor allem wenn du noch das passende Chemex Milch-und Zuckerset dazu kaufst. Doch eigentlich braucht der herrlich klare Kaffee aus dem gläsernen Kaffeebereiter von beidem nicht viel. 

Was sind Nachteile der Chemex? Zum anderen kühlt der Kaffee in der Glaskanne sehr schnell ab, wenn du ihn nicht sofort trinkst. Dagegen schafft der Chemex Glasdeckel gut Abhilfe. Zum anderen kann der feine Filter kontraproduktiv sein, wenn er zu viel der kaffeetypischen Sedimente und Öle auffängt. Experimentiere in dem Fall mit einem weniger groben Mahlgrad.

2. Handfilter: Hario & Co. für richtig guten Filterkaffee

Schon früher hat Oma mit dem Mellitta Porzellanfilter und einer Kanne darunter wunderbaren Filterkaffee gezaubert. Ist heute vom "Handfilter" die Rede, wird damit ein Kaffeebereiter nach genau demselben Prinzip gemeint. Ein Kaffeefilter wird auf oder in eine Kanne darunter gesetzt. In Drip Bars stehen mehrere dieser Paare - meistens mit zusätzlichen Haltegestellen für den Filter - in einer Reihe. Die Handfiltermethode erfordert allerdings etwas Know-How!

Der wohl bekannteste Handfilter ist der Hario V60 aus Porzellan in Kombination mit der Hario XGS Glaskanne (perfekt für mehrere Tassen). Beide Materialien sind geschmacksneutral und sondern keinen Beigeschmack an deinen Filterkaffee ab. Natürlich gibt es auch hierfür wieder eigenes Hario Filterpapier. Mit diesem Set kannst du dem Kaffee kostbare Aromen entlocken. Und falls du mal nur eine Portion brauchst, kannst du den Filter auch direkt auf eine Tasse setzen. Wer sich vom Hario Hype lösen will: Schau dir mal den Kalita Wave Dripper aus Metall sowie die dazu passende Kalita Kanne an!

Kaffeebereiter Handfilter Hario V60

Handfilter: Kurzanleitung zur Zubereitung

  • Wärme die Kanne oder den Kaffeebecher mit heißem Wasser vor.
  • Mahle deine Kaffeebohnen frisch (mittlerer Grad, 4-6).
  • Setze den Kaffeefilter auf die Kanne oder den Becher, und setze ein Filterpapier ein.
  • Spüle das Filterpapier mit heißem Wasser durch, um den Eigengeschmack des Papiers auszuwaschen.
  • Gib pro Becher etwa 1 EL Kaffee in den Filter.
  • Gieße eine kleine Menge 95°C heißes Wassers auf das Kaffeepulver, so dass es gerade bedeckt ist. Lasse den Kaffee für 30 Sekunden bloomen.
  • Gib in langsam kreisenden Bewegungen das restliche Wasser in den Filter.
  • Entferne den Filter, wenn das Wasser vollständig durchgelaufen ist, und genieße deinen Kaffee.

Handfilter: Die Vor- und Nachteile

Mit deinem Handfilter kannst du - wie bei der Chemex auch - besonders viel experimentieren: Zum Beispiel mit der Art des Wasseraufgusses, die die Extraktion stark beeinflusst, und der Ziehdauer. Die besten Ergebnisse erzielst du beim Aufgießen mit einem Wasserkessel mit Schwanenhals, so wie die Hario Buono. So wird der Aufguss präzise und du kannst z.B. bei unterextrahierten Stellen (hellere Stellen im Kaffeepulver im Filter) ganz gezielt nachgießen. Allerdings ist die Handfiltermethode anspruchsvoll und braucht etwas Übung. Dafür wirst du mit einem aromatischen, fruchtigen Kaffee belohnt! 

3. Karlsbader Kanne: Kaffee in der Seihkanne aus Porzellan

Ein sehr traditioneller Kaffeebereiter ist die Karlsbader Kanne aus weißem Porzellan. Letztlich handelt es sich dabei um eine bauchige Kaffeekanne mit einem speziellen Aufsatz, in den man das Kaffeepulver hinein gibt und das Brühwasser durchlaufen lässt. Es funktioniert eigentlich wie bei der Chemex oder beim Handfilter, nur das kein Filterpapier zum Einsatz kommt - denn im Aufsatz der Karlsbader Kanne ist am Boden ein Doppelsieb integriert. Die Bayreuther Kanne von der Firma Walküre ist übrigens fast dasselbe - sie sieht nur viel geradliniger und nicht so bauchig aus.

Viele Kaffeefans schätzen die Karlsbader Kanne für die besonders schonende Zubereitung ohne Schnörkel. Das Ergebnis ist ein ganz besonderer Geschmack: Sehr kräftig und intensiv, doch gleichzeitig klar und unverfälscht. 

Kaffeebereiter - Karlsbader Kanne und Bayreuther Kanne

Karlsbader Kanne: Eine Kurz-Anleitung

  •  Spüle die Kanne und den Aufsatz zum Aufwärmen mit heißem Wasser aus.
  • Mahle den Kaffee sehr grob (grober Mahlgrad, 9-10).
  • Gib das Kaffeepulver in den Aufsatz, etwa 10g pro Tasse bzw. 1 EL.
  • Gieße eine kleine Wassermenge auf das Kaffeepulver zum Anfeuchten, und lasse es dann etwa 30 Sekunden bloomen.
  • Gieße nun langsam das restliche Wasser auf und warte, bis es durchgelaufen ist. Das kann ein Weilchen dauern.
  • Nimm den Aufsatz von ab und genieße deinen Kaffee!

Karlsbader Kanne: Die Vor- und Nachteile

Machst du alles richtig, genießt du mit der Karlsbader Kanne einen Filterkaffee, der alle Qualitätskriterien erfüllt: Vollmundig, klar und extrem aromatisch. Das liegt daran, dass dieser Kaffeebereiter zu 100% aus geschmacksneutralem Porzellan besteht und sich keine Fremdgeschmäcker in deinen Kaffee verirren können. Allerdings musst du das Kaffeepulver unbedingt grob genug mahlen, da es sonst durch das Sieb im Aufsatz rutscht und Sedimente im Kaffee landen. Außerdem ist eine Karlsbader Kanne oder Bayreuther Kanne nicht günstig. Aber ein Klassiker! 

Full Immersion Kaffeebereiter und wie sie funktionieren

Bist du eher der Typ für einen kräftigeren und vollen Kaffeegeschmack? Und du hast keine Lust, mit einem eigenen Filter oder sogar Filterpapier zu hantieren? Kein Problem! Dann sind die folgenden Full Immersion Kaffeebereiter dein Fall.

1. AeroPress: Filterkaffee mal gequetscht

Die AeroPress ist vom Prinzip her eine umgekehrte French Press: Auch hier bleibt das Kaffeepulver einige Zeit ganz im heißen Wasser, wird dann aber durch einen Papierfilter gedrückt. Dadurch bekommt man ein feineres Filterergebnis und ein sowohl vollmundiges als auch vielseitiges Aroma. Spannend ist, dass man für die AeroPress sowohl normalen Kaffee als auch Espresso verwenden kann. So kannst du dir selbst einen "kleinen Schwarzen" quetschen, der mangels Druck im Ergebnis natürlich nicht mit einer Siebträgermaschine mithalten kann.

Insgesamt ist die AeroPress ein recht günstiger Kaffeebereiter - ein vollständiges AeroPress Set kostet gerade mal 30 Euro. Dennoch (oder gerade deswegen) ranken sich um die kleine Quetsche ganze Weltmeisterschaften! Denn bei keinem anderen Gerät gehen die Meinungen über die Parameter der Zubereitung (z.B. Brühtemperatur und Brühdauer) so weit auseinander.

Kaffeebereiter AeroPress

AeroPress: Kurzanleitung zur Zubereitung

  • Mahle deine Kaffeebohnen frisch (mittelfeiner Mahlgrad, 3-5).
  • Setze das runde Filterpapier in die AeroPress ein und spüle es mit heißem Wasser durch, um den Eigengeschmack des Papiers auszuwaschen.
  • Setze die AeroPress zusammen und gib in den oberen Behälter pro Becher ca 2 EL Kaffee.
  • Gieße den oberen Behälter zu 3/4 mit 80°C warmen Wasser auf.
  • Rühre den Kaffee im warmen Wasser gleichmäßig um.
  • Fülle die AeroPress nun vollständig mit Wasser und lass deinen Kaffee für 1 Minute ziehen.
  • Verschließe die AeroPress mit dem Deckel und dem darin befindlichen Papierfilter.
  • Setze die AeroPress umgedreht auf deinen Kaffeebecher und drücke den Zylinder langsam nach unten, so dass der Kaffee in deinen Becher rinnt.

AeroPress: Vor- und Nachteile

Neben dem sehr günstigen Preis ist die AeroPress ein robuster und praktischer Begleiter, den du sogar auf Reisen mitnehmen kannst. Die Zubereitung geht obendrein recht schnell, ist unkompliziert und in zwei Varianten möglich. Obendrein wird ein recht feiner Metallfilter mit Filterpapier verwendet, was deutlich feiner filtert als z.B. die French Press. Damit bleiben nahezu keine Schwebstoffe im Kaffee zurück und er kann  fruchtige Aromen entfalten.

Ein großer Nachteil ist allerdings, dass du mit der AeroPress immer nur eine Tasse Kaffee zubereiten kannst. Außerdem ist dieser Kaffeebereiter aus Plastik und damit nicht hundertprozentig geschmacksneutral - auch wenn die meisten Anwender keinen Beigeschmack wahrnehmen.

2. French Press: Die verlässliche Pressstempelkanne

Die French Press ist der beliebteste Full Immersion Kaffeebereiter und wird teilweise auch als "Pressstempelkanne" bezeichnet. Das trifft es ganz gut, denn die French Press besteht aus einer Glaskanne, in die ein Siebaufsatz zum Herunterdrücken eingesetzt wird. Damit kannst du das Kaffeepulver vom fertigen Kaffee am Ende der Brühzeit separieren. Denkbar einfach! Weil das Kaffeepulver recht lange mit dem Wasser Kontakt hat, erreichst du mit der French Press einen vollmundigen Kaffee mit kräftigem Körper. 

Als erstes wurde die French Press in ihrem klassischen Glas-Design auf von Bodum auf den Markt gebracht. Noch heute ist die Bodum Chambord eines der beliebtesten Modelle. Es gibt aber inzwischen auch renommierte Alternativen wie kupferne Bonvivo Gazetaro. Wer seinen Kaffee in der French Press besonders lange warm halten will, wählt am besten ein Thermo-Modell wie von Andrew James oder die farbenfrohe Coffeegator

Kaffeebereiter French Press Bodum Chambord

French Press: Kurzanleitung zur Zubereitung

  • Mahle deine Kaffeebohnen frisch (grober Mahlgrad, 7-8).
  • Gib auf einen Liter Wasser 60-70g Kaffee in die French Press.
  • Gieße 95°C heißes Wasser in die French Press und rühre den Kaffee darin einmal gut um.
  • Setze nun den Deckel auf und lasse den Kaffee etwa 4 Minuten lang ziehen.
  • Rühre den Kaffee noch einmal um.
  • Drücke das Sieb der French Press langsam nach unten, bis du den Widerstand des gepressten Kaffeepulvers spürst.
  • Schenke deine Kaffee ein und genieße!

French Press: Vor- und Nachteile

Kein anderer Kaffeebereiter ist derart einfach zu bedienen und zu reinigen wie die French Press! Mit ihr bereitest du mühelos und ohne extra Filterpapier mehrere Tassen kräftigen und vollmundigen Kaffee auf einmal zu. Außerdem ist das Preis-Leistungs-Verhältnis fantastisch: Eine gute French Press ist ab 20 Euro zu haben.

Manchen Menschen ist French Press Kaffee allerdings zu mehlig, da das Metallsieb sehr grob ist und kleinere Schwebeteilchen vom Kaffeesatz nicht herausfiltert. Daher sollte der letzte Schluck immer in der Kanne bleiben. Wer klare Aromen mit feiner Säure bevorzugt, greift lieber zu einem Pour Over Kaffeebereiter wie der Chemex. Außerdem solltest du bei der French Press darauf achten, dass dein Kaffee nicht zu lange zieht - sonst droht Überextraktion!

3. Syphon: Der Kaffeebereiter für Experimentierfreudige

Eine Syphon zieht ein bisschen aus, als gehört sie ins Chemielabor. Mit diesem wunderlichen Kaffeebereiter muss man sich schon ein wenig mehr auseinandersetzen: Vom unteren Glaskolben steigt das heiße Wasser in den oberen Glaskolben, wo das Kaffeepulver ist. Dort vermengt sich beides, brüht und anschließend sinkt der Kaffee dank Schwerkraft wieder nach unten. Das mag wild klingen, ist aber die Idee zu diesem Vakuum-Kaffee stammt aus dem Jahr 1830!

Genialerweise kannst du mit der Syphon nicht nur erstaunte "Ohhhs" und "Ahhhs" von Freunden ernten, sondern auch sehr guten Filterkaffee zubereiten. Denn hier wird die Full Immersion Methode mit einem ordentlichen Filter kombiniert - das Ergebnis in der Tasse ist kräftig und doch klar. Gute Syphons sind zum Beispiel die Hario Syphon TCA-5 (ca. 70 Euro) oder der Bodum Pebo (ca. 40 Euro). Letztere ist im folgenden Foto zu sehen, dass den Auf- und Abstieg des Wassers zeigt.

Kaffeebereiter Syphon Bodum Pebo

Syphon: Kurzanleitung zur Zubereitung

  • Fülle Wasser in den unteren Kolben und erhitze es mit dem Brenner.
  • Sobald das Wasser siedet, füllst du frisch gemahlenen Kaffee gemäß Anleitung deiner Syphon in den oberen Kolben.
  • Rühre die Kaffee-Wasser-Mischung kurz um, sobald das kochende Wasser in den oberen Kolben gestiegen ist. Lass alles etwa 1 Minute ziehen.
  • Entferne nun die Hitzequelle und warte, bis der fertige Kaffee durch den Filter wieder in den unteren Kolben sinkt.
  • Fertig, genieße deinen Kaffee! 

Syphon: Vor- und Nachteile

Ein klarer Vorteil an der Syphon ist der klare Kaffeegeschmack, den du damit hinbekommst. Außerdem macht es Nerds Spaß, mit diesem Kaffeebereiter das Kaffeekochen regelrecht zu zelebrieren - das Auf- und Absteigen von Wasser und Kaffee ist schon beeindruckend! Jedes Mal kann das Ergebnis etwas anders schmecken.

Allerdings ist eine Syphon etwas aufwendiger im Handling. Das beginnt schon beim Zusammenbau, geht mit dem Brenner weiter und endet in der Schwierigeren Reinigung. Sie eignet sich eher, um ein bis zwei Tassen Kaffee bewusst zu genießen - aber nicht, um größere Mengen hintereinander herzustellen. 

Letzter Tipp für deinen Kaffee mit dem Kaffeebereiter 

Mit einem Kaffeebereiter nimmst du dir Zeit für die Zubereitung und schätzt ein gutes Endergebnis wahrscheinlich sehr. Darum setze bitte unbedingt auf hochwertige Kaffeebohnen, und mahle sie vor der Zubereitung selber frisch! Von Happy Coffee empfehlen wir:

Wir selbst trinken unseren Kaffee übrigens täglich in der French Press - und am Wochenende kommt auch gerne mal die Chemex zum Einsatz! Wir hoffen, dass du auch den für dich richtigen Kaffeebereiter findest. 

***

Über die Autorin: Heidi liebt Kaffee, vor allen in Kombination mit einen gesunden Frühstück. Wenn Sie gerade keine Beiträge auf Happy Coffee schreibt, berichtet die Weltenbummlerin auf ihrem Blog meerdavon.com über ihre Reisen.


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