Bonaverde will die Welt des Kaffees revolutionieren. Mit einer Maschine, die Kaffee nicht nur mahlt und brüht, sondern auch röstet. Die Suche nach Geldgebern per Crowdfunding Kampagne lief bisher vielversprechend, die Aufmerksamkeit von Medien und Interessierten ist ebenfalls gesichert. Werden wir bald alle unseren Kaffee zu Hause rösten?

Do-it-yourself ist in, und das gilt längst nicht mehr nur für Basteleien. Vor allem Foodies hat die Lust am Selbermachen gepackt. Was in der Generation unserer Großmütter normal war und in der Generation unserer Mütter etwas in Vergessenheit geriet, ist jetzt wieder total angesagt. Von Marmelade einkochen über Gemüse auf dem Balkon züchten bis hin zum Likör ansetzen oder Bierbrauen: vieles, was man früher einfach fertig gekauft hat, wird jetzt gern in Eigenarbeit hergestellt. Zeugnis dieser neuen Lust an der Produktion von Nahrungs- und Genussmitteln sind die vielen Rezepte und Anleitungen auf Netzwerken wie Pinterest, neuartigen Food-Zeitschriften wie Jamie Magazine, deli oder Mutti und den zahlreichen Foodblogs, die zum Mit- und Nachmachen anregen.

Third Wave Coffee: Auftakt zum neuen, bewussten Kaffeegenuss

Gerade beim Kaffee hat sich das Konsumverhalten stark geändert. Während einerseits mehr und mehr auf Convenience gesetzt wird, was den immensen Anstieg des Verkaufs an Kapselkaffee zur Folge hat, hat sich auf der anderen Seite eine Szene entwickelt, die den Prozess des Kaffeetrinkens geradezu ritualisiert. Im Zuge der Third Wave Coffee Revolution schossen nicht nur viele Coffeeshops wie Pilze aus dem Boden, Kaffeeliebhaber interessierten sich auch wieder für die Zubereitung des Kaffees zu Hause. Gespräche über die richtige Brühmethode, Röstungs- und Mahlgrade gehören für den geneigten Kaffeeliebhaber heute zum guten Ton. Die so genannten „Kaffee-Nerds“ kaufen ihren Kaffee nicht mehr im Supermarkt, sondern bei speziellen Anbietern wie Green Cup Coffee oder direkt beim Röster. Mikro-Röstereien wie Bonanza Coffee in Berlin oder Drop Coffee aus Stockholm haben sich nicht nur europaweit, sondern global einen Namen gemacht. Denn heute weiß man: für einen guten Kaffee braucht man nicht nur hochqualitative Bohnen, sie müssen auch in der richtigen Art und Weise geröstet werden.

Handfilter, Aeropress, Chemex: Handwerkszeugs für den Kaffee-Gourmet

Bisher mussten sich Kaffeeliebhaber für die Zubereitung des koffeinhaltigen Heißgetränks damit zufriedengeben, dass sie zumindest durch die gewählte Methode dem Kaffee ein bisschen ihren eigenen Stempel aufdrücken können. Schließlich macht es für den wahren Kaffee-Gourmet durchaus einen Unterschied, ob das Pulver langsam handgefiltert aufgegossen oder mit Druck durch die Espressomaschine gejagt wurde. Verkaufsschlager hier: Chemex (eine Glaskanne zum Kaffee aufgießen), Hanrio (ein japanischer Keramikfilter) oder Aeropress (eine Art Plastik-Presskolben zur Herstellung einer Tasse Espresso).

Ein wenig konnte auch die Balance der Aromen bzw. die Intensität des Geschmacks durch den Mahlgrad bestimmt werden. Denn eins ist in diesen Kreisen klar: wer echter Kaffeefan ist, der mahlt seinen Kaffee selbst. Neben elektrischen Mühlen sind „old school“-Handmühlen angesagt.

Bonaverde setzt nun noch einen Schritt weiter vorne an. Denn mit der Maschine, die gerade gebaut wird, soll man seinen Kaffee nicht nur selbst mahlen und aufbrühen können, sondern auch rösten. Die Kaffeebohnen werden erst kurz vor dem Trinken geröstet, dann gemahlen und schlussendlich aufgebrüht. Mit nur einem einzigen Knopfdruck bekommt man zu Hause seinen Kaffee so frisch, wie man ihn sonst wohl nur direkt im angeschlossenen Café einer Rösterei genießen kann.

Warum das ganze? Die Bonaverde Story

Mit Bonaverde wollten die zwei Gründer Hans Stier und Felix Artmann ihre Vision einer Kaffeemaschine, die nicht nur mahlt und brüht, sondern auch rösten kann, Wirklichkeit werden lassen. Vor drei Jahren machte man sich an das Projekt Bonaverde, nicht ohne solides Business-Know-How im Gepäck. Hans Stier hat sich das viele Kaffeetrinken wahrscheinlich in Studienzeiten angewöhnt, denn sein Jura-Studium in Passau sowie sein BWL-Studium in Berlin und Paris sorgten sicherlich für einige durchpaukte Nächte. Mitgründer Felix Artmann kann ebenfalls auf einen Background in Betriebswissenschaftslehre bauen, zudem hat er Maschinenbau an der TU München studiert. Kennen gelernt haben sich die beiden aber weder an der Uni noch beim Job – sondern auf dem Feld. Auf dem Hockeyfeld, um genau zu sein, denn die beiden spielen bei Real von Chamisso in Berlin-Kreuzberg.

Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit: das ist wichtig beim Feldhockey, aber auch, wenn man eine Geschäftsidee in die Wirklichkeit umwandeln will. Kraft, um sich durch Businesspläne, Fördermöglichkeiten, Ämterwirrwarr und Vorschriften zu wühlen. Ausdauer, um auch dann durchzuhalten, wenn die Realisierung in weiter Ferne scheint oder einen lukrative Jobangebote vom eigenen Weg abbringen wollen. Schnelligkeit, um der erste zu sein, der das Produkt auf den Markt bringt, oder zumindest der erste, der es so macht, dass die Menschen es auch kaufen wollen.

Das Team um die beiden Gründer und Ideengeber von Bonaverde scheint mit all diesen Fähigkeiten ausgestattet zu sein. Schließlich dauerte es an die drei Jahre und nun ist es endlich so weit: die seedmatch Crowdfunding Kampagne läuft nur noch ein paar Wochen, dann kann es endlich so richtig losgehen.

Per Crowdfunding zum Produkt

Die seedmatch Crowfunding Kampagne hat erst Ende Juli begonnen, doch schon am ersten Tag wurden nach nur 4 Stunden schon über 400.000 Euro eingesammelt. Mittlerweile beträgt die Summe schon fast das doppelte. Dem vorangegangen waren vorherige Kampagnen auf Kickstarter und Indiegogo, die ebenso vielversprechend starteten.

Hans Stier, Geschäftsführer der Bonaverde AG

“Innerhalb von 15 Stunden haben wir nicht nur unser damaliges Funding-Goal, sondern auch den wichtigsten Schritt, die Produktion der Maschinen, erreicht”

“Über 3.000 Menschen vertrauten in unsere Idee. Ganz ohne Unterstützung aus Industrie und Handel – das ist beeindruckend. Nun wollen wir – vor der Auslieferung der ersten Maschinen im Herbst – zusammen mit unserer Community den nächsten wichtigen Schritt gehen und sie auch am Gewinn und dem großen Potenzial von Bonaverde beteiligen.”

Hans Stier, Geschäftsführer der Bonaverde AG

Knapp eineinhalb Monate kann die Kampagne noch unterstützt werden. Wer ein paar Euro zuviel übrig hat, der wird umgehend mit dem fertigen Produkt belohnt: Sobald ein Investor 2.000 Euro oder mehr investiert, bekommt er automatisch eine Kaffeemaschine dazu.

Bonaverde fördert direkten Handel

Wer heute „in Kaffee macht,“ der kommt am fairen Handel nicht vorbei. Wer bereit ist, für seinen Kaffee tiefer in die Tasche zu greifen, der will nicht nur, dass der Kaffee gut schmeckt, der möchte auch ein reines Gewissen bei seinem Genuss haben. Bonaverde hat das bestanden und engagiert sich für den Aufbau eines internationalen Netzwerks an Kaffee-Farmern. Dadurch soll der direkte Handel zwischen Endverbrauchern und Produzenten möglich gemacht werden. Ein Modell, das Schule zu machen scheint. Nicht nur Kaffeeanbieter wie Moema Espresso setzen auf „Dircet Fair Trade“, auch Visionäre wie die Teekampagne oder, wie wir unlängst berichteten, die Gewürzkampagne.

Auch bei Bonaverde verspricht man sich durch den direkten fairen Handel „Absolute Transparenz und Effizienz für beide Parteien, sowohl auf Produkt- als auch auf Kosten- und Gewinnseite.“ Die Kaffee-Farmer, die bisher am Geringsten in der Wertschöpfungskette des Kaffeeanbaus verdienen, sollen durch den direkten Handel nun wieder gerechter entlohnt werden.

Exklusiv: Bonaverde „Coffee Changer Club“

Es klingt ein bisschen nach der Nespresso Boutique, aber irgendwie sympathischer und natürlich nachhaltiger: Bonaverde hat vor, einen „Coffee Changer Club” ins Leben zu rufen, über den die Mitglieder nicht nur zu Hause ihren frischen Kaffee genießen können, sondern auch kostenfrei in jedem Bonaverde Outlet weltweit.

Weltweit? Ohja, bei Bonaverde hat man durchaus große Pläne.

Globale Pläne: first we take Germany, then the world

Der Kaffeemarkt boomt immer noch und ist weiterhin ausbaufähig. Nach dem Rohstoff Öl ist die Kaffeebohne der am meisten gehandelte Rohstoff weltweit. Diese Tatsache ermutigt das Team um Bonaverde, seine Pläne nicht nur in Deutschland zu verwirklichen:

„Mit dem Kapital wollen wir die Auslieferung in beide Zielmärkte vor Weihnachten diesen Jahres sicherstellen: Amerika UND Deutschland!”

Wer jetzt schon überzeugt ist und zu den ersten gehören will, die ihren Kaffee selber zu Hause rösten, kann sich die Bonaverde Maschine hier schon einmal reservieren lassen. Mit einem Preis von €299 kein billiges Vergnügen, aber eine langfristige Investition in echten Kaffeegenuss.

***

Über die Autorin: Sandra hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studiert. Sie lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Leidenschaften sind Nachhaltigkeit, sowie die Unterstützung der nachhaltigen Fischräucherei ihres Bruders. Die passionierte Teetrinkerin ist seit Happy Coffee auch zu einem Kaffee-Fan geworden.


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