Könntet ihr auf Anhieb beantworten, wo die Unterschiede zwischen Kaffee und Espresso liegen? Nein? Damit steht ihr nicht alleine da. Wenn ihr es wissen wollt, solltet ihr auf jeden Fall weiterlesen. Wir erklären euch hier nicht nur die Unterschiede zwischen Kaffee und Espresso, sondern lösen auch einen echten Irrglauben auf, bei dem ihr staunen werdet.

Kaffee: Das Lieblingsgetränk am Morgen

Nach dem Aufstehen gibt es doch erstmal nichts wichtigeres, als sich die erste Tasse Kaffee zuzubereiten. Dies kann als klassischer Filterkaffee geschehen, mit einem modernen Kaffeevollautomat oder über die praktischen - wenn auch nicht wirklich umweltfreundlichen - Kapsel- und Padmaschinen. So oder so – Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen, und das sogar noch vor Bier. Wir trinken ihn To Go, zum Nachmittags-Kuchen bei auf Omas Geburtstag, im Büro fast durchgängig, Morgens nach dem Aufstehen oder zum Wachwerden nach jeder anderen Mahlzeit. Kaffee geht einfach immer! Allein in Deutschland trinken wir pro Sekunde 2315 Tassen Kaffee! (Quelle: Welt.de)

Espresso: Der starke kleine Schwarze

Ein Espresso ist etwas besonderes! Er ist teurer als herkömmlicher Filterkaffee, schwerer in der Heim-Zubereitung und hat – zumindest lautet so die allgemeine Auffassung – mehr Koffein. Zum Wachwerden nach dem Mittagessen ist der kleine Schwarze perfekt. Kurz vor der lange Autofahrt ebenfalls, denn er macht ja deutlich wacher, als ein normaler Kaffee. Oder etwa nicht?

Arabica Bohnen sind am besten zur Zubereitung von Espresso, doch es werden ebenfalls Robusta Bohnen verwendet. Robusta schmeckt etwas schwerer als Arabica, dafür lässt sich mit ihm eine bessere Crema erzeugen. Unsere Happy Coffee Espresso Bohnen bestehen übrigens zu 100% aus sortenreinen Single Origin Arabica Bohnen und stammen aus Tierra Nueva in Mexikos Chiapas Region, wo wir ihn von einer Kleinbauern-Kooperative erwerben.

Ein echter Espresso widerlegt das Vorurteil, Genuss hätte etwas mit Länge zu tun. – Segafredo

Espresso

Wo genau liegen die Unterschiede zwischen Kaffee und Espresso?

Die Unterschiede zwischen Kaffee und Espresso liegen in verschiedenen Bereichen:

  • Röstdauer. Kaffee wird etwa 10 bis 15 Minuten, Espresso 15 bis 18 Minuten und damit deutlich länger geröstet.
  • Aussehen der Bohne.Die Kaffeebohne ist, je nach Röstung, gelblich bis mittelbraun. Eine Espressobohne ist aufgrund des längeren Röstens immer dunkelbraun und glänzt weil dabei Kaffeeöle austreten.
  • Mahlgrad. Für die Zubereitung von Filterkaffee wählt man je nach Methode einen mittleren Mahlgrad. Hingegen wird Espresso immer fein gemahlen. Das liegt daran, dass er in der Espressomaschine oder im Siebträger einen vergleichsweise kurzen Kontakt mit dem heißen Wasser hat (siehe Brühdauer). Mehr über den richtigen Mahlgrad erfährst du hier.
  • Brühdauer. Während Kaffee je nach Zubereitungsmethode recht lange zieht (bis etwa maximal 8 Minuten), dauert es beim Espresso maximal 30 Sekunden.
  • Brühtemperatur. Beim Kaffee beiträgt sie zwischen 91 und 85 °C und beim Espresso 88 bis 94 °C. 
  • Koffeingehalt. Espresso hat relativ betrachtet mehr Koffein als Kaffee! In 100 Milliliter Espresso stecken über 100g Koffein, in derselben Menge Kaffee gerade mal 80g.

Und zu guter letzt schmeckt Kaffee und Espresso natürlich verschieden. Während Kaffee aromatisch-rund schmeckt, ist der Espresso deutlich kräftiger und herber!

Kaffee und Espresso - aus derselben Pflanze, doch anders geröstet

Filterkaffee und Espresso unterscheiden sich in einigen Punkten zwar deutlich, doch in einer Sache sind sie gleich – dem Rohstoff. Denn für beides werden die gleichen rohen Bohnen verwendet. Erst nach der Röstung kann man eigentlich von "Kaffeebohnen" versus "Espressobohnen" sprechen, denn ihre Dauer sorgt für die erste Differenzierung.

Die Röstung hat immense Auswirkungen auf das Innenleben der Bohnen. Kaffeebohnen sind weniger dunkel als die Espressobohnen – und das hat auch Auswirkungen auf die Entwicklung des Aromas. Je länger die Röstung, um so mehr Säure wird innerhalb der Bohne abgebaut. Daher schmeckt Espresso auch milder als normaler Filterkaffee.

Kaffeepflanze

Random Fact: Durch die intensivere Röstung des Espresso geht mehr Wasser verloren und die Bohnen verlieren damit an Gewicht. Deshalb ist Espresso in der Regel auch teurer als Kaffee, denn der Wasserverlust mindert die Preis- und Gewinnspanne der Hersteller.

Kaffee und Espresso werden verschieden zubereitet

Der nächste Schritt ist nun das Mahlen der Bohnen. Beim normalen Kaffee gibt es folgende Regeln: Eine Tasse heißes Wasser tröpfelt in drei bis fünf Minuten durch einen Löffel Kaffeepulver. Dabei verbindet sich das Wasser mit den Säuren, Aromen und dem Koffein. Der mittel bis grob gemahlene Kaffee bietet dem Wasser genug Widerstand, was die Brühdauer bestimmt. So kann es mühelos durchsickern und trotzdem genügend Kaffeearomen mitnehmen.

Der Kaffee muss heiß sein wie die Hölle, schwarz wie der Teufel, rein wie ein Engel und süß wie die Liebe. – Talleyrand

Espressopulver ist deutlich feiner gemahlen als Kaffeepulver und um einiges komplexer. Zuallererst braucht man eine spezielle Maschine, z.B. eine Siebträgermaschine. Dann werden ca. 7 g Pulver im Siebträger festgedrückt und schließlich 30 ml Wasser bei einer Temperatur von etwa 94°C mit 9 bar Druck in genau 25 Sekunden durch das Pulver gepresst. Natürlich kann man auch einen günstigen Espressokocher verwenden. Während der heiße Espresso in die Tasse läuft, entsteht an der Oberfläche eine cremige Schicht – die Crema. In ihr werden Aromen gespeichert, die sich sonst schon vor dem ersten Schluck verflüchtigen würden. Da bei dieser Zubereitungsart das Wasser mit recht hohem Druck durchgepresst wird, muss das Pulver mehr Widerstand leisten. Fließt der Espresso zu schnell durch, schmeckt er wässrig und dünn. Die feinen Espressokörner sind jedoch zusammengepresst so dicht, dass das Wasser ohne den Druck kaum durchlaufen würde.

Kaffee und Espresso: Was hat nun mehr Koffein? 

Kaffee und Espresso schmecken nicht nur unterschiedlich – sie wirken auch anders. Eine Tasse Espresso schmeckt kräftiger als Kaffee, enthält aber weniger Säuren und ist daher verträglicher für den Magen. Das liegt nicht nur an der längeren Röstung, sondern auch an der kürzeren Brühzeit.

Wer allerdings Kaffee vor allem wegen seiner „Hallo Wach-Wirkung" schätzt, kann mit einer Tasse Filterkaffee deutlich mehr Koffein aufnehmen, als mit einer kleinen Tasse Espresso. Unglaublich, aber wahr! Espresso schmeckt zwar intensiver als Kaffee, hat aber tatsächlich weniger Koffein. In 100 Milliliter Espresso steckt 20 bis 30% mehr Koffein als in derselben Menge Kaffee. Allerdings schenken wir uns davon viel weniger ein. Eine Tasse Kaffee macht also wacher als Tässchen Espresso.

Espresso schmeckt übrigens deshalb deutlich intensiver als Kaffee, da nur eine geringe Menge Wasser (pro Espressotasse ca. 25 ml) verwendet wird. Dadurch wird das Kaffeepulver konzentrierter extrahiert und der Geschmack intensiver.

Kaffeebohnen

Zusammengefasst: Die Unterschiede zwischen Kaffee und Espresso

Nochmal zusammengefasst: Der Hauptunterschied zwischen Kaffee und Espresso liegt in der Röstdauer der Bohnen. Espresso wird deutlich komplizierter zubereitet als Filterkaffee. Wie ihr den perfekten Espresso herstellen könnt, haben wir euch hier verraten.

  • Eine Tasse Espresso hat nicht mehr Koffein als eine Tasse Filterkaffee.
  • Espresso ist schonender für den Magen als Kaffee.
  • Die Bohnen sind die gleichen, lediglich die Dauer der Röstung ist unterschiedlich.
  • Espresso schmeckt deutlich intensiver.

Wichtig ist aber vor allem eins: Wenn ihr morgens zum Beispiel lieber einen Kaffee trinkt, als einen Espresso macht ihr für’s Wachwerden auf jeden Fall alles richtig. Denn: Eine Tasse Espresso hat nicht mehr Koffein als eine Tasse Kaffee! Dafür müsst ihr schon einen Doppelten nehmen. 

***

Über die Autorin: Sabrina arbeitet als freie Texterin und Social Media Redakteurin. Am Besten mit einem frisch gebrühtem Kaffee in der Hand - mit extra viel Milchschaum!


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