Kaffeesorten im Überblick: Von Arabica bis Kopi Luwak - Happy Coffee

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Welche Kaffeesorte ist die richtige für dich?

Bald ist es wieder so weit. Meine Packung Espresso-Bohnen neigt sich dem Ende zu und ich stehe wieder vor dem Regal mit immens vielen Kaffeesorten und kann mich nicht entscheiden. Dabei befolge ich beim Kaffeekauf schon einige Kriterien wie etwa, dass der Kaffee biologisch und nachhaltig angebaut sein sollte. Im Laufe meiner Kaffeetrink-Karriere habe ich schon viele Kaffeesorten getestet. Ich könnte einfach die Kaffeesorte kaufen, die in meinem persönlichen Test am besten abgeschnitten hat (es ist natürlich unser aromatische und milde Happy Coffee Kaffee).

Doch das breite Angebot macht neugierig, ob der vielen Kaffeesorten noch mehr Geschmackserlebnisse zu erkunden. Das Angebot an Kaffeesorten erscheint unermesslich. Allein Starbucks, Tchibo und Nespresso bieten je ca 20 verschiedene Kaffeesorten an. Dazu kommen kleinere Röstereien und Kooperativen sowie eigene Kaffeesorten von Aldi, Lidl & Co.

Gibt es so viele Kaffeesorten wie Kaffeearten?

Insgesamt gibt es 103 verschiedene Kaffeearten. Daraus könnte man nun logisch folgern, dass es auch etwa 103 verschiedene Kaffeesorten gibt. Doch die Wahrheit ist: es sind weitaus mehr Kaffeesorten, jedoch beruhen sie nicht auf den 103 verschiedenen Arten, sondern maßgeblich auf zwei Arten: der Coffea Arabica und der Robusta, einer Untergattung der Coffea Canephora.

Die Arabica Bohnen machen rund 70% des Kaffeemarktes aus und die Robusta Bohnen rund 30%. Den letzten kleinen Marktanteil an Kaffeesorten teilen sich Bohnen wie Liberica, die teure Kopi Luwak und die Kreuzung Maragogype auf, die gerade in einer Sonderedition von Nespresso angeboten wird.

Kaffeesorten nach Kaffeearten im Überblick

Eine Kaffeeart ist zunächst eine biologische Unterscheidung und kann nicht mit Kaffeesorten gleich gestellt werden. Jedoch ist die jeweilige Kaffeeart die Basis der aus ihr hergestellten Kaffeesorten. Hier stellen wir euch die wichtigsten Arten im Überblick vor:

Arabica

Arabica Kaffesträuche sind sehr sensibel und bedürfen eines kühlen und stabilen Klimas zwischen 18 und 22 Grad. Darum wachsen sie bevorzugt in Höhenregionen ab 1000 Metern Höhe. Aufgrund der kühleren Temperaturen reift die Kaffeekirsche recht langsam aus und kann so mit der Zeit ein vielfältiges Aroma entwickeln, dass sich auch in den Kaffeesorten widerspiegelt. Das klassische Merkmal der Arabica ist die geschwungene Narbe auf der flachen Seite der Bohne.

Robusta

Der Kaffeestrauch der Robusta ist – wie es sein Name schon sagt – robuster und kann auch im flachen Land mit seinen höheren Temperaturen und starken Temperaturschwankungen gut gedeihen. Kaffeesorten auf Basis der Robusta zeichnet ein weniger vielfältiges aber sattes, erdiges und säurearmes Aroma aus. Optisch ist die Robusta Bohne kleiner als die Bohne der Arabica und hat eine gerade Narbe.

Liberica

Die Liberica Bohne hat nur einen sehr geringen Marktanteil. Die Früchte des Liberica Kaffees sind härter, saftloser, enthalten nur wenig Zucker, dafür aber viel Koffeein. Diese Eigenschaften dürften der Grund dafür sein, dass Kaffeesorten mit dieser Bohne aromatisch nicht mit denen der Arabica und Robusta mithalten können.

Maragogype

Der Maragogype Kaffeestrauch ist eine Kreuzung aus Arabica und Liberica Kaffee und zeichnet sich durch robuste, besonders große, milde und säurearme Früchte aus. Darum sind Kaffeesorten der Maragogype besonders magenschonend und eignen sich eher für Filterkaffee und die Pressstempelkanne. In einer Sonderedition bietet Nespresso gerade eine eigene Sorte der Maragogype an.

Kopi Luwak

Berühmt als Katzenkaffee ist der Kopi Luwak die teuerste Kaffeesorte der Welt. Er ist keine eigene Art, in seiner Herstellungsart aber ganz besonders. Denn für den Kopi Luwak durchlaufen die Kaffeekirschen zunächst den Darmtrakt von Schleichkatzen, wodurch sie ein eigenes Aroma entfalten, das als erdig und schokoladig beschrieben wird. Der teuerste Kaffee der Welt kommt jedoch den Katzen teuer zu stehen.

Denn um den begehrten Kaffee zu produzieren, werden zig‘ tausende Schleichkatzen in kleine Käfige gesperrt, wo sie nichts als Kaffeekirschen zu essen bekommen. In Folge dessen leiden sie nicht nur an psychischen Erkrankungen, sondern auch an Nährstoffmangel.

Wie entstehen die verschiedenen Kaffeesorten?

Während die Kaffeearten die Basis der Kaffeesorten bilden, macht der Anbau- und Herstellungsprozess ihren Facettenreichtum aus.

Zunächst beeinflusst das Anbaugebiet die Kaffeesorten. Hoch qualitative Kaffeesorten werden – besonders im Falle des Arabicas – in Hochlandgebieten angebaut, um möglichst lange Reifungsprozesse zu ermöglichen. Kaffeesträucher, die in Mischwäldern statt in Monokulturen wachsen, gedeihen in natürlicher Umgebung auf einem Boden, der einen höheren Nährstoffgehalt hat.

Zudem ist hier der Schädlingsbefall geringer, so dass die Kaffeebauern weniger Pestizide und Düngemittel einsetzen müssen.

Bei der Aufbereitung nach der Kaffeeernte ergeben sich weitere Unterschiede, die die Qualität und den Geschmack des Kaffees beeinflussen und so die Vielfalt der Kaffeesorten hervorrufen.

Christian auf Kaffeereise

Einige Produzenten legen die Kaffeekirschen gleich nach der Ernte zur Trocknung auf den sonnigen Boden oder so genannte “Dry Beds”. Während der Trocknung nehmen die Bohnen das süße Aroma aus dem Fruchtfleisch auf.

Bei der nassen Aufbereitung wird das Fruchtfleisch von den Bohnen entfernt. Dann werden die Bohnen in einem Gärungsprozess fermentiert. Dies geschieht auch unter Beigabe von Wasser und bestimmt maßgeblich die Geschmackseigenschaften der Kaffeesorten.

Manche Produzenten polieren die Bohnen sogar. Das hat zwar keinen Einfluss auf den Geschmack. Doch was glänzt, verkauft sich auch besser.

Ein Merkmal qualitativer Kaffeesorten ist auch, dass die Bohnen am Ende mit Luft gereinigt werden. Bei der so genannten Luftreinigung werden kleine Restbestände (Holz, Schalen, etc.) von dem Bohnen geblasen.

Alles eine Frage der Röstung

Neben der Unterscheidung Arabica und Robusta ist den meisten Kaffeetrinkern die Unterscheidung Kaffeebohne und Espressobohne geläufig. Alle Kaffeebohnen eignen sich zur Herstellung von Kaffeebohnen oder Espressobohnen. Ob am Ende ein Kaffee oder Espresso als Kaffeesorte im Verkaufsregal steht, hängt maßgeblich von der Dauer der Röstung ab. Kaffeebohnen für Filterkaffee werden zwischen 5 und 13 Minuten geröstet, während Espressobohnen bis zu 20 Minuten geröstet werden und etwas weniger Säre enthalten.

Die Mischung macht’s

Die meisten von Anbietern wie Starbucks, Tchibo und Nespresso angebotenen Sorten sind Blends. Das heißt es sind Mischungen verschiedener Kaffeearten aus verschiedenen Anbaugebieten. Durch die Mischung können entweder besonders günstige Kaffeesorten angeboten werden, indem einem qualitativ hochwertigem Kaffee ein schlechterer Kaffee beigemischt wird. Oder es wird eine besonders ausgewogenen Mischung mit harmonischem Geschmack erzielt.

Nur wenige Kaffeeanbieter wie etwa Coffee Circle bieten ausschließlich Single Origins an. Dies sind Kaffeesorten, die lediglich aus einer Kaffeeart von einem Anbaugebiet bestehen. Diese Kaffeesorten haben einen exklusiven Charakter, da man den reinen, durch die Herkunft geprägten Geschmack erfahren kann. Kaffeesorten im Single Origin schneiden zudem in Tests meist sehr gut ab.

Welche Kaffeesorte für welche Zubereitungsform?

Kaffeesorten für Kaffeevollautomaten

Da mit Vollautomaten primär Cappuccino, Latte Macciato und Espresso zubereitet werden, bieten sich hier diverse Sorten des Espresso Kaffees an. Ob als Single Origin oder Blend ist eine Frage des Geschmacks.

Kaffeesorten für Siebträger

Siebträgermaschinen sind die Experten-Maschinen für Kaffeespezialitäten auf Espresso-Basis. Daher sollten hier ausschließlich Kaffeesorten mit einer Espresso-Röstung verwendet werden.

Kaffeesorten für Filterkaffee und Pressstempelkanne

Hier sollten Kaffeesorten mit kürzerer Röstung von bis zu 13 Minuten und geringer Säure verwendet werden. Wer einmal nicht zur Arabica oder Robusta Bohne greifen möchte, kann Sorten auf Basis der Maragogype probieren. Diese wird speziell für Filterkaffee und Pressstempelkannen empfohlen und gilt als ungeeignet für Espresso-Spezialitäten.

Welche Kaffeesorten sind Testsieger?

Für uns vom Happy Coffee Team sind klar die Kaffeesorten Testsieger, deren Bohnen nachhaltig und Fair angebaut wurden. Da die Produzenten hier einen großen Wert auf das Herstellungsverfahren legen, finden sich im nachhaltigen und fairen Segment auch viele qualitativ hochwertige Kaffeesorten. Happy Coffee auf der ganzen Linie.

Und die beste Kaffeesorte ist natürlich unser eigener Happy Coffee.

 

Artikelbild: jarmoluk (CC0 Public Domain)

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Über die Autorin: Mit Latte Macchiato aus dem heiß geliebten Porzellan-Espressokocher beginnt für Deva ein guter Start in den Tag. Sie hat Philosophie und performative Kunst studiert und lebt und arbeitet in Hamburg. Neben Kaffee interessiert sie gesunde Ernährung, Tanzen und Surfen. 


2 Antworten

Christian
Christian

Januar 31, 2018

Hi Doris,
wenn du Probleme mit dem Magen hast, empfehle ich dir den die Bohne aus Chiapas / Mexiko: https://de.happycoffee.org/products/happy-coffee-bio-kaffeebohnen-ganze-bohne

Der Kaffee hat fast keine geschmackliche Säure und wurde sehr lang und schonend im Trommelröster geröstet. Perfekt für Vieltrinker und Menschen, denen Kaffee sonst auf den Magen schlägt.
Probier ihn mal aus. Bin gespannt, wie er dir schmeckt.

Doris Koch
Doris Koch

Januar 26, 2018

Hallo Christian, mein Arzt hat mir heute den Kaffee… Langröster…. empfohlen,der wäre gut für mein Magen da ich Probleme habe. Vielleicht ist er dir bekannt, und wo kann ich den finden!

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