Den perfekten Espresso zuhause genießen? Das geht! Wir zeigen euch heute, wie ihr diesen in verschiedenen Varianten zubereiten könnt, welche Möglichkeiten der Zubereitung es gibt und welche Bohnen am Besten geeignet sind. Außerdem haben wir viele Tipps zum "Kleinen Schwarzen" parat.

Beim Espresso wissen italienische Kenner, dass es auf die  Vier M  ankommt: la macchina (die Maschine), la macinatura (die Mahlung), la miscela (die  Bohnenmischung), und la mano (die Hand). Klingt relativ simpel, oder? Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Das liegt vor allem daran, dass Geschmäcker ja bekanntlich verschieden sind. Die einen mögen ihren Espresso bitterer oder milder, ein anderer wiederum schwächer oder stärker, der Dritte will ihn lieber aus normalen Kaffeebohnen statt Espressobohnen.

Um euren perfekten Espresso zu finden, müsst ihr also vor allem eins: Probieren!

Nach und nach Kaffeemenge, Wassermenge, Druck und Durchlaufzeit so anpassen, dass ihr geschmacklich zufrieden seid. Es benötigt vermutlich einige (oder etliche) Versuche, bis euer Lieblingskaffee perfekt gelingt. Ihr müsst euch auch nicht an die oben genannten Punkte der Italiener halten. Es ist allerdings ein guter Ansatzpunkt, um für euch ein wenig herum zu probieren.

Was ist ein Espresso überhaupt?

Espresso ist eine Zubereitungsart des Kaffees, bei der Wasser bei hohem Druck durch sehr fein gemahlenes Kaffeemehl gepresst wird. Das Verfahren ergibt einen sehr starken Kaffee, auf dem sich eine dichte, goldbraune Schaumschicht – die Crema – befindet, die wesentlich zum Aroma beiträgt.
Einfacher Espresso wird in der Regel in sehr kleinen, dickwandigen und vorgewärmten Tassen mit ca. 40 ml Fassungsvermögen serviert und gesüßt getrunken (Heiß wie die Hölle, schwarz wie der Teufel, rein wie ein Engel und süß wie die Liebe). – Quelle: Kaffeewiki.de

Ristretto, Lungo oder Corretto – wobei handelt es sich hierbei?

Bei diesen drei Begriffen handelt es sich um Espresso-Varianten. Neben dem Klassischen gibt es noch weitere Kaffeespezialitäten mit Espresso, die natürlich alle einen eigenen Namen haben. Je nach Zubereitungsart oder Zugabe von anderen Produkten entsteht eine neue Variante, die wir euch heute kurz vorstellen wollen.

  • Ristretto oder corto (ital. für kurz): Beim Ristretto handelt es sich um einen konzentrierten Espresso. Statt der normalen Wassermenge wird hier etwa die Hälfte nur verwendet. Er dickflüssiger durch die höhere Konzentration und geschmacksintensiver als ein normaler Espresso.
  • Doppio: Hierbei handelt es sich einfach um einen doppelten Espresso mit doppelt so viel Koffein.
  • Macchiato: Der Espresso Macchiato ist ein normaler Espresso mit ein wenig Milch obendrauf. Manchmal bekommt man diese Variation auch mit einer kleinen Milchschaum-Haube.
  • Lungo: In der Regel wird hier der Espresso mit heißem Wasser „verlängert“. Es wird also die doppelte Wassermenge für die gleiche Menge Pulver/Bohnen verwendet.
  • Corretto: Ein normaler Espresso mit einem Schuss Grappa.
  • Marocchino: Diese Abwandlung ist schon sehr nah an einem Cappuccino, denn der Espresso kommt in eine große Tasse mit Milchschaum und Kakaopulver.
  • Frappé: Normaler Espresso mit Crushed Ice und Zucker. Ähnlich ist der Frappuccino, bei dem noch Milch und Kakao dazukommt.
Der perfekte Espresso

Die unterschiedlichen Zubereitungsarten für Espresso

Das Grundprinzip der Zubereitung ist simpel: Richtig temperiertes Wasser (88-94°C) wird durch den im Siebträger enthaltenen Kaffeepuck gepresst, sodass in ca. 25 Sekunden Extraktionszeit 25 ml Espresso entsteht.

    • Siebträgermaschine. Damit könnt ihr sicher den besten Espresso zubereiten. Allerdings ist das auch eine recht kostspielige Angelegenheit, die sich nicht jeder leisten kann oder will.
    • Espressokocher. Die kleine Kult-Kanne von Bialetti ist noch heute in jeder Studentenbude zu finden. Doch auch im normalen Haushalt liefert sie überraschend solide Ergebnisse!
    • Espressomaschine. Der kleine Spezialist kommt in allen erdenklichen Modellen und Preisklassen daher. Doch die teuerste Variante muss nicht immer die beste sein.
    • Kapsel-/Padmaschine. Als Pad und Kapsel gibt es natürlich auch die Sorte Espresso zu kaufen. Meiner Meinung nach schmeckt zumindest der von der Dolce Gusto für einen Kapsel-Kaffee recht gut. Allerdings kein Vergleich zu den selbst gemahlenen Bohnen bei den anderen Maschinen.
    • Kaffeevollautomat. Ein Nachteil ist hier der Bohnenwechsel. Trinkt ihr nur ab und an mal einen Espresso, müssen vorher die Kaffeebohnen gegen die Espressobohnen getauscht werden. Und ohne ein paar Probetassen geht es nicht, damit die neuen Bohnen auch im Mahlwerk ankommen. Eine kleine Menge Restbohnen sind nämlich immer im Mahlwerk und muss erst verbraucht werden.

    Je nach Variante sollte man auf jeden Fall den korrekten Mahlgrad beachten, der bei Espresso immer feiner ausfällt als bei Kaffee.  Und ansonsten vertrauen wir bei der Zubereitung auf die guten alten 4 M aus Italien!

    Die Vier M – italienisches Wissen für den perfekten Espresso

    La Miscela: Welche Espressobohnen sind am besten?

    Die wichtigste Priorität bei der Wahl der Bohnen ist die Frische. Und das bedeutet nicht "frisch im Supermarkt gekauft" - die Frische bezieht sich vielmehr auf den seit der Röstung  vergangenen Zeitraum. Deshalb ist beim Kauf der Bohnen das Röstdatum zu beachten. Wir empfehlen dir deswegen ein Kaffee Abo,  mit dem in einem frei wählbaren Lieferintervall (z.B. alle zwei Wochen) oder auf Abruf die Lieblingssorte nach Hause geliefert wird. Das garantiert euch immer frische Bohnen im Haus und in der Maschine zu haben. Alles weitere Wissenswerte über Espresso Bohnen könnt ihr hier nachlesen.

    Ein Unterschied von Espresso- und Kaffeebohnen liegt hauptsächlich in der Röstung der Rohkaffeebohnen, bzw. in der Röstdauer. Optisch seht ihr auch Unterschiede: Durch die längere Röstung sind Espressobohnen eher dunkelbraun und besitzen eine glatt-glänzende Oberfläche. Sie kommt von den Kaffeeölen, die bei der langen Röstung aus der Bohne austreten. Kaffeebohnen sind eher mittelbraun und matt. Dementsprechend schmecken sie anders. Ein mit Kaffeebohnen zubereiteter Espresso schmeckt nicht genauso wie einer, der mit den passenden Espressobohnen zubereitet wird.

    Da wir einen Kaffeevollautomaten haben, ist mir der Bohnen-Wechsel zu viel. Daher trinken wir den Espresso auch mit Kaffeebohnen. Wenn man den Mahlgrad verändert (und auch hier 1-2 Tassen durchlaufen lässt), schmeckt der kleine Schwarze echt gut.

    Espresso

    La Macinatura: Welcher Mahlgrad sollte verwendet werden?

    Die Espressobohnen müssen sehr fein gemahlen werden. Für einen Single Shot benötigt ihr mindestens 6,5 Gramm gemahlenes Espressopulver, das ist etwa so viel wie ein gehäufter Esslöffel. Je mehr Geschmack ihr haben wollt, desto mehr Gramm solltet ihr verwenden. Für die gelungene Espresso-Zubereitung ist der Mahlgrad ein echter Schlüsselfaktor. Bei einer falschen Mahlgradeinstellung kann der Espresso wässrig und sauer oder bitter schmecken. Also auch hier gilt: Probieren geht über studieren!

    La Macchina: Welche Maschine macht einen schmackhaften Espresso?

    Ideal ist natürlich eine klassische (und sehr teure…) Siebträgermaschine. Es gibt allerdings auch andere gute Methoden, mit denen sich ein perfekter Espresso zubereiten lässt. Diese haben wir euch oben ja bereits kurz erläutert. Wer also gerade keine Unmengen an Geld ausgeben möchte, kann sich z.B. auch der guten alten Espressokanne bedienen. Auf der Suche nach der perfekten Maschine zur Herstellung des italienische Klassikers hilft euch dieser Artikelvielleicht weiter.

    La Mano: Was muss bei der Espressozubereitung per Hand beachtet werden?

    Mit ein wenig Geschicklichkeit könnt ihr jetzt also euren perfekten Espresso kreieren. Achtet darauf, dass die Wassertemperatur nicht mehr als 90°C  beträgt. Weniger als 86° Celsius sollte das Wasser allerdings auch nicht haben, da es sonst zu schnell abkühlt.

    Unsere 5 Tipps für den perfekten Espresso

    1. Tassen vorwärmen. Obwohl Espressotassen meist aus dickem Porzellan bestehen, kühlt der Espresso in nicht vorgeheizten Tassen sehr schnell ab. Außerdem hat die Crema in vorgewärmten Tassen einen besseren Stand.
    2. Wasser entkalken. Für die Zubereitung eines Espressos sollte der Kalkgehalt im Wasser möglichst gering sein, denn er kann Einfluss auf den Geschmack nehmen. Dagegen hilft gefiltertes Wasser und die Maschine regelmäßig nach Anleitung zu entkalken.
    3. Frisch mahlen. Frisch gemahlene Bohnen sind ein MUSS. Entweder mahlt ihr die Bohnen selbst mit der Handmühle, oder ihr nutzt eine Maschine für die Zubereitung.
    4. Gute Bohnen. Auch die Bohnen sollten möglichst frisch sein. Frisch bedeutet in dem Fall frisch geröstet. Kaffeebohnen, die nicht bereits vor Monaten geröstet wurden, haben ein deutlich besseres Aroma. Das merkt ihr auch in eurem Espresso.
    5. Geduld haben. Eigentlich mit das Wichtigste bei der Zubereitung – Geduld, Ruhe und Zeit. Es wird viele Versuche dauern, bis ihr endlich einen Espresso trinkt, bei dem ihr abschalten und rundum genießen könnt.

    Beim Espresso trinken sollte man für einen Moment alles um sich herum vergessen!

    Espresso

    Wenn euer Espresso nicht richtig schmeckt, gibt es immer eine lösbare Ursache hierfür. Wichtig ist vor allem, den Grund für den schlechten Geschmack herauszufinden. Das bedeutet allerdings auch Arbeit.

    Die wichtigsten Fakten über Espresso von A bis Z

    Essen:Ihr könnt aus Espresso auch wunderbares Gebäck zaubern! Zum Beispiel diese leckeren Kaffee-Muffins.

    Geschmack & Aussehen: Wie schmeckt eigentlich ein perfekter Espresso? Kenner beschreiben ihn folgendermaßen:

    • Das Aroma sollte ausgewogen sein.
    • Die Crema muss zwingend vorhanden sein, da diese den Espresso schützt. Sie ist idealerweise 3-4 mm dick und haselnussbraun.
    • Die Crema muss 3-4 Minuten anhalten und mit dem Löffel "wiederverschließbar" sein.
    • Der Espressogeschmack muss langanhaltend auf dem Gaumen sein.

    Herkunft: Das Wort Espresso kommt vom italienischen Wort „espressivo“, mit dem ein explizit für den Gast zubereitetes Gericht oder Getränk bezeichnet wird. Ein Irrglaube ist allerdings, dass das Wort etwas mit schnell (express) zu tun hat.

    Koffein: Kaffee oder Espresso? Soll es nur eine Tasse sein, dann wäre ersteres vorzuziehen - was aber nur an der höheren Menge liegt. Denn in der Regel liegt der Koffeingehalt eines Espressos bei 100 bis 120 mg pro 100 ml. Im „Mini-Kaffee“ ist damit deutlich mehr Koffein als in der gleichen Menge Filterkaffee, die auf etwa 80mg je 100 ml kommt. Die genaue Koffeinkonzentration eines Espressos ist allerdings schwer festzustellen. Denn sie hängt von den Kaffeebohnen, dem Mahlgrad der Bohnen und letztendlich von der jeweiligen Zubereitungsmethode ab.

    Norm: Das Instituto Nazionale Espresso Italiano legte fest, dass für einen perfekten Espresso 20 bis 30 ml Wasser bei einer Temperatur von 86 – 90°C unter einem Druck von 8 bis 10 bar in 20 bis 30 Sekunden durch 6,5 bis 7,5 Gramm fein gemahlene Espresso Bohnen gedrückt werden. Jawohl, es gibt ein Espresso-Institut!

    Unterwegs: Auch unterwegs müsst ihr nicht auf leckeren Espresso verzichten. Es gibt verschiedene Arten, auch auf Reisen guten Kaffee zuzubereiten.

    Die perfekte Ausrüstung für den perfekten Espresso

    Euren perfekten „kleinen Schwarzen“ müsst ihr natürlich auch in der perfekten Espressotasse servieren. Wir haben für euch ein paar schöne Modelle herausgesucht. Einmal schlicht und klassisch, einmal etwas ausgefallener.

    Espressotassen

    Schlicht und klassisch: Weiße Espressotassen (links), Doppelwandige Espressogläser mit Schwebeeffekt(Mitte), Espressotassen mit Silikonring als Hitzeschutz (rechts)

    Espressotassen lustig

    Ausgefallen: Graphische Espressotassen (links), glückliche und küssende Espressotasse mit Gesicht (Mitte), Keramik Espressotassen-Set im Chromständer (rechts)

    Ihr seht, ein perfekter Espresso ist in der Theorie recht einfach, in der Praxis gilt es allerdings, viel zu probieren. Ihr könnt es euch natürlich auch ein wenig einfacher machen: Wenn ihr schon mal eine perfekte Tasse vom italienischen Klassiker im Café getrunken habt, fragt genau dort nach. Vielleicht ist der Barista um die Ecke so nett und versorgt euch mit den nötigen Informationen (denkt an die Vier M). Oder ihr probiert einfach ein wenig herum, vielleicht kombiniert mit einem netten Kaffee-Kränzchen mit der Familie und Freunden? Findet ihr die perfekten Einstellungen, habt ihr einen absolut perfekten Espresso!

    ***

    Über die Autorin: Sabrina arbeitet als freie Texterin und Social Media Redakteurin. Am Besten mit einem frisch gebrühtem Kaffee in der Hand - mit extra viel Milchschaum!


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