Kaffeeliebhaber brühen ihren Kaffee neuerdings kalt. Der so genannte Cold Drip oder auch Cold Brew Kaffee findet Einzug in immer mehr hippen Cafés und Internetforen. In schön designten Flaschen wird der kalte Kaffee abgefüllt und als Lifestyleprodukt verkauft. Ein neues Trendgetränk ist geboren! Flat White war gestern, Cold Brew & Cold Drip Kaffee sind heute.

Dabei sollte man Cold Brew & Cold Drip Kaffee nicht mit herkömmlichen Eiskaffee verwechseln. Serviert werden die beiden Köstlichkeiten auch meistens kalt, doch die Herstellungsmethode ist eine andere. Im Sommer 2014 begann sich der Trend des Cold Brew & Cold Drip Kaffees zu entwickeln und ließ sämtliche Barista Herzen höher schlagen. Dabei ist der Prozess der Herstellung gar nicht mal so neu.

Welche Kaffeebohnen eigenen sich für Cold Brew Kaffee?

Ihr könnt für den Cold Brew oder Cold Drip Kaffee euren Lieblingskaffee verwenden. Ein gutes Qualitätsmerkmal ist, wenn ihr die Bohnen einzeln zerkauen könnt, ohne dass sie bitter, sauer oder sonst irgendwie unangenehm schmecken. Unsere Empfehlung ist die Kaffeeröstung von Happy Coffee, denn die Bohnen überzeugen mit mildem Aroma und schokoladig-würzigen Nuancen. Weil er geschmacklich fast ohne Säure daherkommt, ist Happy Coffee sehr gut verträglich. Das Wichtigste ist, dass er immer frisch geliefert wird und so jeden Supermarkt-Kaffee um Längen schlägt! Hier kannst du Happy Coffee versandkostenfrei bestellen. Und falls du keine Mühle hast, gibt es ihn auch gemahlen.

Cold Brew & Cold Drip: Aufleben alter Herstellungsmethoden

Cold Brew und Cold Dip sind zwei verschiedene Arten von kalt gewonnenem und genossenem Kaffee.  Sie werden oft miteinander verwechselt, basieren aber auf unterschiedlichen Herstellungsmethoden und schmecken auch anders.

Cold Drip Kaffee („Dutch Coffee“)

Man sagt, dass die Methode zur Herstellung von Cold Drip Kaffee zu einer Zeit entstand, als Reisende lange unterwegs waren und nicht über den Luxus der Elektrizität verfügten. Somit galt ein frisch gebrühter Kaffee als Besonderheit. Um dennoch nicht auf den beliebten Wachmacher verzichten zu müssen, sollen die Niederländer auf ihrer Reise durch die asiatischen Kolonien im 17. Jahrhundert kreativ geworden sein. Sie erfanden den Cold Drip Kaffee, eine besonders schonende Methode der Kaffeezubereitung, die heute auch als „Dutch Coffee“ bezeichnet wird:

Eiskaltes Wasser wird dabei tröpfchenweise in ein Gefäß mit frisch gemahlenem Kaffeepulver gegeben, und zwar über einen Zeitraum von mehreren Stunden. Auf diese Weise werden die Aromen und Öle des Kaffees sanft extrahiert. Das Resultat ist ein sehr aromatisches Kaffeekonzentrat, welches mit Wasser verlängert wird und durch einen besonders kräftigen Geschmack überzeugt. Zudem kann das Konzentrat platzsparend aufbewahrt werden und der Cold Drip Kaffee bietet eine Erfrischung, bei der der heiße Kaffee nicht mithalten konnte.

Cold Drip Coffee - Big Dripper

Professionelle Dripper ("Cold-Drip Coffee" by Austin Keys, CC BY-SA 2.0)

Cold Brew Kaffee

Im Gegensatz dazu gewinnt man Cold Brew Kaffee durch ein anderes Herstellungsverfahren: Grob gemahlenes Kaffeepulver wird zunächst in raumtemperierten Wasser aufgelöst und bis zu 24 Stunden stehen gelassen. Manche Leute stellen die Mischung in den Kühlschrank, andere fügen ihr noch Gewürze hinzu – die es aber nicht unbedingt braucht. Nach der Wartezeit der sogenannten „Extraktion“ wird die Mischung durch ein Sieb gezogen.

Das Ergebnis ist ebenfalls ein Cold Brew Kaffee, der aber im Gegensatz zum Cold Drip weniger geschmacksintensiv und komplex ist. Zudem wird zur Herstellung wesentlich mehr Kaffee benötigt. Allerdings kann Cold Brew Kaffee deutlich einfacher gewonnen werden, da theoretisch keine speziellen Aufbauten und Apparaturen nötig sind – nur ein Behälter für die Mischung und ein Sieb oder eine French Press. Woher die Cold Brew Methode stammt übrigens ist nicht ganz klar, es gibt aber Hinweise dass vor allem in Südamerika schon sehr früh auf diese Weise Kaffee zubereitet wurde.

Cold Brew Coffee - French Press

Cold Brew Coffee beim Ziehen ("Cold Brew for Terra" by Christopher Cornelius, CC BY 2.0)

Wie bereitet man Cold Brew & Cold Drip Kaffee heute zu?

Beide kühlen Leckereien kann man heute entweder in den hippen Cafés dieser Welt genießen oder mit einfachen Mitteln selber zu Hause zubereiten. Für einen Cold Drip Kaffee benötigst du etwas mehr Zubehör, aber einen Cold Brew Kaffee kann man sehr leicht zaubern. Man braucht nur eins im Überfluss: Geduld!

Die Zubereitung von Cold Drip Kaffee

Die Zubereitung von Cold Drip Kaffee wurde von den Japanern perfektioniert, die die Liebe zu diesem kühlen Koffeingenuss wahrscheinlich von den holländischen Seefahrern adaptiert haben. Zur Zubereitung werden heute Geräte verwendet, die mit ihren Glaskolben ein bisschen an den Chemieunterricht erinnern – das Herz eines Kaffee-Nerds aber höher schlagen lassen. Relativ schwer kommt man an die koreanische Coffeega aus Bambus heran. Doch genauso schöne Gestelle haben zum Beispiel der durchsichtige Hario Water Dripper oder die etwas teurere Yama Silverton mit ihrem schönen Holzständer. Beide sind wirklich einfach zu benutzen. Immer beliebter wird momentan der moderne und supergünstige Dripster Dripper, in den man oben einfach Eiswürfel reinpackt und dann zusammensteckt.

Cold Drip Cold Brew - Drippster

Cold Dripper: (1) Hario Water Dripper (links, (2) Moderner Dripster, (3) Yama Silverton mit Holzgestell

Diese Cold Dripper kann man in einigen deutschen Cafés sehen oder sich selbst anschaffen. Sie sind sehr ästhetisch in der Erscheinung und ermöglichen eine einmalige Präzision bei der Extraktion des perfekten Cold Drip Kaffees. Ein Cold Dripper funktioniert wie die herkömmliche Methode aus dem 17. Jahrhundert, allerdings kann man damit den Tropfrhythmus genaustens anhand eines Ventils einstellen. Die Kaffeeextraktion dauert bis zu 10 Stunden, um das perfekte Resultat anhand der bestimmten Kaffeesorte zu erlangen.

Die Zubereitung von Cold Brew Kaffee

Willst du eher einen Cold Brew Kaffee genießen, dann kommst du komplett ohne teure Geräte aus – wie das folgende Video zeigt. Alles was nötig ist (Schüssel zum Mischen, Behälter zur Aufbewahrung, Sieb und Tuch zum Abseihen) ist wahrscheinlich ohnehin in deiner Küche vorhanden. Etwas Zeit sollte man auch hier mitbringen, da die Cold Bree Mischung mindestens 12 Stunden ruhen muss – am besten über Nacht.

Natürlich kannst du den Cold Brew Kaffee ebenfalls mit speziellen Kaffeemaschinen wie der Chemex herstellen, die du sonst auch für heißen Kaffee zum Handfiltern nimmst. Allerdings wird beim Herstellen vom Cold Brew mit der Chemex niemals Hitze angewendet, sondern die eventuell vorgesiebte Cold Brew Mischung einfach durch den speziellen Chemex Filter in die Glaskanne gegossen. Danach wird das Kaltkaffee-Konzentrat mit Wasser oder Eiswürfeln verdünnt.

Mit der Chemex und anderen Kaffeebereitern kannst du auch Ice Brew herstellen, indem Kaffeepulver mit heißem Wasser in die mit Eiswürfeln gefüllte Glaskanne aufgegossen wird. Das hat aber gar nichts mit Cold Brew Kaffee zu tun! Sondern eher mit einem klassischen Eiskaffee.

Ein einfaches Rezept für deinen Cold Brew Kaffee zu Hause!

Die Herstellung von Cold Drip Kaffee hängt stark vom verwendeten Gerät ab. Man erzielt damit zwar ein sehr präzises Ergebnis und den feinsten Geschmack, aber muss eben für den Apparat erst einmal tiefer in die Tasche greifen. Daher sparen wir uns hierzu einen konkreten Rezeptvorschlag. Aber ein einfaches Rezept für Cold Brew Kaffee geben wir dir hier mit auf dem Weg, das sich am obigen Video orientiert. Du benötigst:

Zutaten für den hausgemachten Cold Brew Coffee

So bereitest du den hausgemachten Cold Brew Coffee zu

Mahle die Kaffeebohnen und fülle sie in eine Schüssel. Gieße den gemahlenen Kaffee mit einem Liter gefiltertem Wasser auf, das Raumtemperatur haben sollte. Hinweis: Das Rezept funktioniert auch mit fertig gemahlenen Bohnen, der Geschmack des Cold Brew Kaffees wird aber dann nicht so intensiv ausfallen. Selbst frisch mahlen ist besser!

Die Schüssel mit der Cold Brew Kaffeemischung wird mit einem sauberen Geschirrtuch abgedeckt und für mindestens 12 Stunden stehen gelassen. Besser sind sogar 24 Stunden. In den Kühlschrank muss das Ganze aber nicht.

Gieße die Mischung danach durch ein feines Sieb in eine andere Schlüssel ab. Entsorge den Kaffeesatz und wiederhole das Sieben, indem du diesmal das Sieb mit Küchenrolle auskleidest, bevor du deine Cold Brew durchschüttest. Zur Not tut es auch ein normaler Kaffeefilter. Das zweite Mal Sieben wird etwas länger dauern – einfach Abwarten, bis alles durchgelaufen ist. Entsorge danach den Filter. 

Den fertige Cold Brew Kaffeekonzentrat kannst du bis zu 2 Wochen in einem luftdichten Aufbewahrungsglas lagern! Geeignet ist zum Beispiel ein großes gläsernes Weckglas.

Hausgemachter Cold Brew Coffee

Zum Genießen deines Cold Brew Kaffee verdünne das Konzentrat, indem du 75 ml davon in eine Kaffeetasse gibst und mit heißem oder kalten Wasser bzw. Eis aufgießt. Du solltest mindestens die doppelte Menge Wasser oder Eis zum Verdünnen nehmen. Auch bei der Zubereitung von Desserts und Mixgetränken ist Cold Brew Kaffee durch sein besonderes Aroma sehr beliebt. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

Was macht Cold Brew Kaffee & Cold Drip Kaffee so beliebt?

Im Grunde genommen kann man sagen, dass beim Cold Brew und Cold Drip Herstellungsprozess Hitze durch Zeit ersetzt wird. Das Faszinierende dabei ist, dass durch Verzicht auf Hitze liebliche Aromen des Kaffees hervorgehoben werden. Unerwünschte Bitterstoffe, die durch das Brühen bei hohen Temperaturen freigesetzt werden, fallen weg.

Zudem sind Cold Brew als auch Cold Drip im Vergleich zu Filterkaffee - ähnlich wie Espresso - wesentlich säureärmer und damit auch bekömmlicher. Die kühlen Koffeinbomben enthalten insgesamt 90% der Geschmackselemente, aber nur 15% der Säuren eines normalen Kaffees. Wie bei der heißen Zubereitung findet beim Cold Brewing und Cold Dripping zwar auch eine Oxidierung und Zersetzung des Kaffees statt, aber eben wesentlich langsamer und schonender. Das Ergebnis sind ein subtilerer, milder und nicht bitterer Kaffeegeschmack. Je länger der Prozess dauert, desto geschmacksintensiver ist das Endresultat.

Ob Cold Brew Kaffee und Cold Drip Kaffee nun mehr oder weniger Koffein enthalten, darüber scheiden sich die Geister. Fakt ist aber, dass beides Kaffeekonzentrate sind, für die eine größere Menge an Kaffeepulver eingesetzt wird – vor allem beim Cold Brew. Entsprechend höher dürfte der Koffeingehalt ausfallen – ein weiterer Grund, die kalten Kaffeekonzentrate vorm Genuss zu verdünnen.

Probier es doch mal aus: Cold Brew Kaffee und Cold Drip Kaffee sind der perfekte Sommergenuss!

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Über die Autorin: Heidi liebt Kaffee, vor allen in Kombination mit einen gesunden Frühstück. Wenn Sie gerade keine Beiträge auf Happy Coffee schreibt, berichtet die Weltenbummlerin auf ihrem Blog meerdavon.com über Ihre Reisen.


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