Arabica, das klingt nach 1001 Nacht und 1001 Aromen. Die längliche Bohne des Arabica Kaffee entführt uns mit ihrer unverwechselbaren, geschwungen Kerbe in eine faszinierende Welt des guten Geschmacks. Sie entfacht Gaumenfreuden, erhellt unseren Geist und kurbelt das Dopamin ihn unseren Gehirnen an, das uns glücklich macht. Ihre Artgenossin dagegen, die Robusta Bohne, klingt nach dem harten, robusten Leben. Die eine der Traum, die andere die kalte Realität? Kann die Arabica Bohne wirklich so viel mehr als die Robusta? Und wenn ja, was macht Arabica Kaffee so besonders?

100% Arabica Kaffee – ein Qualitätsmerkmal?

Wie ein Stempel prangt es auf vielen Kaffee Verpackungen: 100% Arabica. Ein Qualitätsmerkmal? “Ja!” will mir die Packung entgegenrufen. Kauf mich, denn ich bin ein Kaffee von der besten Sorte! Ich bin Arabica Kaffee, internationaler Testsieger bester Herkunft. So einen guten wie mich, kriegst du so leicht nicht wieder. Doch, Moment mal. Auch auf der Packung links daneben eines anderen Anbieters prangt das gleiche Versprechen. Und von der Packung im oberen Regalfach blinzeln mich auch verheißungsvoll eine Eins und zwei Nullen an. Mir schwant: 100% Arabica ist eher eine Inhaltsangabe als ein Qualitätsmerkmal. Warum aber gibt es dann so viel Wirbel um den Arabica Kaffee? Was macht die Bohne mit der geschwungenen Linie so besonders?

Um das zu verstehen, lohnt es sich, einen Blick auf die Anbauweise und die Herkunft des Arabica Kaffees zu werfen.

Arabica Kaffee – die Bohne aus der Bergluft

Anders als die robuste Robusta ist die Arabica Bohne ein kleines Sensibelchen. Sie mag es nicht zu warm und nicht zu kalt, nicht zu nass und nicht zu trocken. Am besten gedeiht Arabica Kaffee (lat. coffea arabica) in einer Höhenlage zwischen 600m und 2300m und bei einer Temperatur von 15-25 C°. Denn wird es ihr zu warm, erkrankt sie leicht an Kaffeerost, einem Pflanzenbefall, der so heißt, da er sich wie ein rostiger Film über die Blätter legt.  

Die Arabica Kaffeebohne

Photo by Juan Camilo Trujillo (CC BY 2.0)

Die besten klimatischen Voraussetzungen für Arabica Kaffee finden sich in Höhenlagen rund um den Äquator – dem so genannten Kaffeegürtel. Die typischen Anbaugebiete für Arabica Kaffee sind:

  • Äthiopien
  • Brasilien
  • Costa Rica
  • El Salvador
  • Guatemala
  • Kenia
  • Kolumbien
  • Mexiko (von den mexikanischen Hängen der Sierra Madre stammt unser Happy Coffee)
  • Panama
  • Peru
  • Ruanda
  • Sambia
  • Venezuela

Die Herkunft des Arabica Kaffee

Die Pflanze Coffea Arabica sowie die Kultur, aus dieser ein Getränk zu gewinnen, stammt ursprünglich aus Äthiopien. Dort wurde den roh kaum schmeckenden Kaffeebohnen zunächst wenig Beachtung geschenkt. Die Menschen bevorzugten lange die Blätter der Coffea Arabica, um sich daraus einen Tee zu zu bereiten. Der Legende nach beobachtete eines Tages ein Hirte seine Ziegen, wie sie aufgeweckt umhertollten, nachdem sie die Bohnen der Kaffeepflanze gegessen hatten.

Arabica Kaffeebohnen

Photo by Ana Rodriguez Carrington (CC BY 2.0)

Um selber in den Genuss dieses erweckenden Effektes zu kommen, musst aber erst entdeckt werden, dass die Bohnen geröstet ein ganz neues, wohl schmeckendes Aroma entfalten. Im Jemen, in Ägypten und später dann in der Türkei wurde durch Rösten das heute so beliebte Aroma der Bohnen des Arabica Kaffees erweckt. Und so erhielt der Arabica Kaffee eines Tages im 17. Jahrhundert durch holländische Seefahrer seinen Siegeszug auch in der europäischen Welt. Mit Arabica Kaffee sind die Menschen in Europa zum ersten Mal auf den Geschmack gekommen. Auch darum mag Arabica bis heute das beliebteste schwarze Gold unter den Kaffee Freunden sein.

Der besondere Geschmack von Arabica Kaffee

Tatsächlich ist es aber nicht nur eine Mär, dass Arabica Kaffee einen besonders feinen Geschmack hat. Die Vielfalt der Aromen ist bei der Arabica Bohne weitaus höher als bei der Robusta. Arabica Kaffee hat einem feineren, fruchtigeren und leicht süßlichen Geschmack. Da er weniger Chlorogensäure enthält, die beim Rösten bitter wird, ist Arabica Kaffee milder im Geschmack und auch verträglicher für den Magen. Aber auch die kräftige Robusta hat ihre geschmacklichen Vorteile. Zudem erzeugt ein Robusta Kaffee aufgrund seines höheren Öl-Gehaltes die beliebte Crema. Darum werden auch häufig Mischungen aus Arabica Kaffee und Robusta verkauft. Je nach Bedarf ist ein Kaffee mit 100% Arabica also nicht immer die beste Wahl.

Wie du guten Arabica Kaffee kaufen kannst

Woran erkennst du nun, ob die Auszeichnung 100% Arabica nicht nur für den Inhalt der Packung, sondern auch für die gute Qualität des Kaffees steht? Zunächst solltest du dich mit den Anbaubedingungen vertraut machen. Stammt der Arabica Kaffee aus hohen Höhenlagen, ist auch die Wahrscheinlichkeit höher, dass er von guter Qualität ist. Darüber hinaus ist eine ökologische Erzeugung nicht nur aus ethischen, sondern auch aus geschmacklichen Gründen relevant. Wurde dein Arabica Kaffee in Monokulturen mit viel Pestiziden angebaut? Oder stammt er gar aus einem ökologischen Mischwald? Denn die Kaffeepflanze lebt gerne in Symbiose mit anderen Pflanzen. Im Schatten anderer Pflanzen und dem reichen Nährboden eines Mischwaldes gedeiht Kaffee Arabica besonders gut. Das schmeckt man dann auch an ihren Früchten!

Zudem ist für uns von Happy Coffee klar, dass ein guter Kaffee nur ein glücklicher Kaffee sein kann. Und das Glück sollte nicht nur für uns als Endkonsumeten, sondern auch für die Menschen gelten, denen wir dieses tolle Produkt zu verdanken haben. Darum solltest du dich immer auch darüber informieren, wo dein Arabica Kaffee herstammt und wie er von wem unter welchen Bedingungen angebaut wurde. Unser Happy Coffee etwa stammt von kleinen Kooperativen der mexikanischen Sierra Madre, die den Kaffee gegen faire Bezahlung und nach biologischen Kriterien anbauen.

Es bedarf vielleicht etwas Recherche, aber wenn du dann deinen Arabica Kaffee gefunden hast, kannst du darauf vertrauen, dass dieser wirklich glücklich ist und in die Welt der 1001 Aromen eintauchen. Happy Coffee eben

Artikelbild: Olga Filonenko (CC BY-SA 2.0)

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Über die Autorin: Mit Latte Macchiato aus dem heiß geliebten Porzellan-Espressokocher beginnt für Deva ein guter Start in den Tag. Sie hat Philosophie und performative Kunst studiert und lebt und arbeitet in Hamburg. Neben Kaffee interessiert sie gesunde Ernährung, Tanzen und Surfen. 


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