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In den Industrieländern wächst der Kaffeedurst, in den Anbaugebieten  führt dies möglicherweise zu Kinderarbeit. Allein im Jahre 2009 wurden weltweit etwa 8 Millionen Tonnen der braunen Kaffeebohnen verarbeitet. Der Großteil der Bohnen wird in tropischen und subtropischen Gebieten, vor allen in Südamerika, Südostasien und auf dem afrikanischen Kontinent produziert.

Nach der Ernte werden die Kaffeebohnen fermentiert und getrocknet, anschließend zur weiteren Veredelung in die westlichen Länder verschifft. Die Kaffeebohnen reifen dabei als Kirschen am Kaffeestrauch heran, die nach der mühseligen Ernte per Hand fermentiert werden müssen, um die Kerne vom Fruchtfleisch zu lösen. Durch diesen Vorgang entstehen bereits die ersten Aromen, die typisch für dieses beliebte Getränk sind.

Diese Einführung soll zeigen, dass Kaffee in der Regel auf Plantagen angebaut und produziert wird und Kinderarbeit vermuten lässt. Manche dieser Monokulturen haben eine Fläche, die dem Bundesland Mecklenburg-Vorpommern entspricht.

Das Land gehört einzelnen Großgrundbesitzern, die anfallende Arbeit (wie etwa das Pflücken der Kaffeekirschen) wird von Tagelöhnern und deren Familien verrichtet.  Dass Kinder die Familie unterstützen und mitarbeiten, gilt in den meisten Ländern dieser Welt als selbstverständlich. Als Kinderarbeit würden es die wenigsten im negativen Sinne bezeichnen.

Allerdings ist diese Selbstverständlichkeit vor allem aus der puren Not geboren.
Arbeit gibt es nur während der Erntezeit, weshalb auf Plantagen nur wenige Festangestellte zu finden sind. In vielen Ländern des Kaffeeanbaus ist Kinderarbeit gesetzlich verboten und Mindestlöhne für die Arbeiter sind vorgeschrieben. Um die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen scheren sich jedoch weder Regierung noch Plantagenbesitzer.

Das macht Kinderarbeit sehr wahrscheinlich und einfach. Die Entlohnung ist so niedrig, dass alle Familienmitglieder mithelfen müssen, um zumindest etwas zu Essen auf dem Tisch zu haben. Die meisten Kinderarbeiter sind Tagelöhner und besuchen eine Schule nur bis zur vierten Klasse oder aber gar nicht. Zeit und Kraft reichen nach einem 10-Stunden-Tag auf der Plantage einfach nicht mehr aus, um Lesen und Schreiben zu lernen.

Die Kinder werden jedoch nicht nur für das Pflücken der Kaffeekirschen eingesetzt, sie müssen auch gefährliche Arbeiten wie beispielsweise das Einsprühen der Kaffeesträucher mit Pestiziden übernehmen. Kinderarbeit ist also nicht nur anstrengend, sondern auch gefährlich. Dabei werden oftmals hochgiftige Toxine eingesetzt, die in den Ländern der EU schon längst verboten sind. Atemwegs- und Krebserkrankungen sind häufig Folge dieses Einsatzes, zumal in aller Regel ohne die erforderliche Schutzkleidung gesprüht wird.

Kinderarbeit ist in den Ländern des Südens auf vielen Wirtschaftsgebieten normal. Jedoch arbeiten die wenigsten Kinder in der Teppich- oder Bekleidungsindustrie. Etwa 70 Prozent der arbeitenden Kinder sind in der Landwirtschaft tätig – meist in Familienbetrieben, als Mithilfe für die als Tagelöhner arbeitenden Eltern oder gar als Sklaven.

Kinderarbeit ist weit verbreitet

Schätzungsweise arbeiten weltweit über 132 Millionen Kinder auf Plantagen oder Farmen, allein in Afrika sind es ca. 72 Millionen Jungen und Mädchen. Das entspricht fast der gesamten Bevölkerung Deutschlands.

Ein wichtiges Kriterium des Fairen Handels besteht in der Ächtung ausbeuterischer Kinderarbeit. Happy Coffee beispielsweise bezieht seine Bohnen von Kleinbauern aus Papua Neuguinea. Die Felder, die diese Bauern bewirtschaften, gehören keinem Großgrundbesitzer, sondern ihnen selbst. Von dem Mehrpreis, die der Faire Handel als Prämie an die Kaffeebauern zahlt, können sowohl der Schulunterricht als auch die medizinische Versorgung der Kinder gesichert werden. Zwar müssen auch hier die Kinder ihren Eltern bei der Arbeit helfen, aber sie dürfen dabei nicht ausgebeutet werden – das heißt: keine 10-Stunden-Arbeitstage, keine gefährliche Arbeit, dafür aber Schulbesuch und genug Zeit zum Spielen. Ein richtiger Schritt im Kampf gegen Kinderarbeit.

Initiative gegen Kinderarbeit

Inititiativen wie CARE Deutschland helfen durch z.B. Events und Spenden, u.a. auch Kinderarbeit zu bekämpfen. CARE wurde 1945 in den USA gegründet, um Hunger und Verzweiflung in Europa mit mehr als 100 Millionen CARE-Paketen zu lindern. Heute greifen wir auf die Erfahrung und die Ressourcen einer modernen, internationalen Hilfsorganisation zurück. CARE gehört weltweit zu den größten privaten Organisationen für Not- und Entwicklungshilfe mit Vertretungen und Projekten in 69 Ländern der Welt.

Für uns von Happy Coffee ist es eine Selbstverständlichkeit, dass unser Kaffee nicht durch Kinderhänge produziert werden darf. Denn aus Bohnen, die durch Kinderhände gingen kann kein Happy Coffee werden.

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Über den Autor: Christian ist Gründer von Happy Coffee. Neben gutem Kaffee interessiert er sich für fairen Handel, Surfen und die Startup Szene.



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