Einmal im Jahr ist es soweit: Fünf Personen aus aller Welt kommen zusammen, probieren und prämieren. Die Rede ist vom Cup of Excellence, einem Wettbewerb, bei dem die außergewöhnlichsten Kaffees einzelner Länder ausgezeichnet werden.

Der Cup of Excellence wurde einst von Kaffeeliebhabern ins Leben gerufen, denen die harte und schlecht bezahlte Arbeit vieler Kaffeebauern am Herzen lag.

Den Produzenten sollte die Möglichkeit gegeben werden, eine gerechte Entlohnung und vor allem Anerkennung für die ausgezeichnete Qualität ihres Kaffees zu erhalten. Aus diesem Gedanken entwickelte sich die wichtigste Kaffeeauszeichnung, der Liebhaber aus der ganzen Welt Beachtung schenken.
Ein Grund für den besonderen Geschmack der Preisträger liegt in der Reinheit. Vielerorts wird der Kaffee mehrerer Anbauregionen miteinander vermischt, wobei in der Regel ein Durchschnittskaffee entsteht.

Beim Cup of Excellence werden nur reine Kaffees getestet, die exemplarisch für das jeweilige Anbaugebiet stehen. Schließlich sind viele Faktoren wie Höhenlage, Klima oder Bodenbeschaffenheit für das Aroma von Bedeutung. Mithilfe des Wettbewerbs soll des Weiteren eine Beziehung zwischen den Kaffeebauern und dem Endabnehmer hergestellt werden, denn beide können von einer engen Kooperation nur profitieren.

Die Bewertungskriterien und das Punktesystem

Die Verkostung des teilnehmenden Kaffees erfolgt natürlich blind. Somit kann die Jury ihr Geschmacksurteil fällen, ohne durch zusätzliches Wissen beeinflusst zu werden.
Im Anschluss an die mehrmalige Verkostung erfolgt die Punktevergabe. Maximal 100 Punkte sind möglich, wenn auch recht unwahrscheinlich.

Die Erfahrung zeigt, dass die Kaffees guter Qualität bei circa 80 Punkten liegen, während Spitzenkaffees einen Wert um die 90 Punkte erzielen. Um faire Bedingungen zu schaffen, werden die unterschiedlichen Kaffees standardisiert geröstet und anschließend anhand verschiedener Kriterien eingeschätzt. Ähnlich einer Weinverkostung spielen die Merkmale Bouquet, Fruchtigkeit oder Reinheit eine große Rolle.

Sofern ein Rohkaffee mindestens 84 Punkte erreicht, gehört er zu den Besten des Wettbewerbs und wird anschließend in eine Auktion versteigert. Hierbei haben Kaffeekenner aus der ganzen Welt die Möglichkeit, die hochkarätigen Sorten zu erwerben.

Soziale und wirtschaftliche Vorteile für Bauern und Endabnehmer

Da nur eine geringe Menge höchster Qualität zur Verfügung steht, sind die prämierten Kaffees besonders gefragt und erzielen einen hohen Gewinn. Das Geld fließt nahezu komplett an die Produzenten zurück. Damit steht der Fair Trade-Gedanke auch hier im Mittelpunkt, denn die Einkünfte liegen deutlich über den Preisen, die sonst für Kaffee gezahlt werden.

Zudem sind Röstereien, die erst einmal exquisiten Kaffee ersteigert haben, auch oftmals danach an einer Zusammenarbeit mit den Produzenten interessiert.

Dies hat zur Folge, dass die Kaffeebauern bekannter werden und auch in Zukunft einen hohen Ertrag für ihre harte Arbeit erzielen. Das Geld hilft zum einen dabei die Lebensqualität einer Bauernfamilie zu verbessern, und natürlich auch auf lange Sicht reinen Kaffee mit einem charakteristischen Geschmack zu ernten.
Auch Kaffeeröstereien und Händler profitieren von der Cup of Excellence-Initiative.

Sie zahlen nicht nur faire Preise und unterstützen damit den fairen Handel, sondern können zudem anspruchsvolle Kaffeeliebhaber zu ihren Kunden zählen, die sich der außergewöhnlichen Qualität bewusst sind.

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Über den Autor: Christian ist Gründer von Happy Coffee. Neben gutem Kaffee interessiert er sich für fairen Handel, Surfen und die Startup Szene.


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