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Jeder aufmerksame Einkäufer kennt es, das farbenfrohe Fairtrade Siegel, das uns auf einer Vielzahl von Verpackungen begegnet. Doch im Dickicht des Siegelwaldesgeht es mittlerweile fast unter und die wenigsten wissen, was genau dahinter steckt. In diesem Beitrag erklären wir, was Fairtrade genau ist und wer davon auf welche Weise profitiert.

1. Was ist eigentlich Fairtrade?

Fairtrade SiegelWie der Name schon sagt, steht „Fairtrade“ für fair gehandelte Waren. Das Fairtrade Siegel von Fairtrade Deutschland (siehe rechts) kennzeichnet Produkte wie Kaffee, die aus geprüftem fairem Handel stammen. Als eine Art Qualitätssignal erleichtert es den Verbrauchern ihren Einkauf, da sie sich beim Händler nicht jedes Mal selbst nach den Produktions- und Vertriebsbedingungen für einzelne Produkte erkundigen müssen. Das spart dem Händler natürlich ebenfalls Zeit, zumal er bei größeren Sortimenten gar nicht über jedes Produkt ausführlich Bescheid wissen kann.

Das Fairtrade Siegel prangt übrigens nicht nur auf Kaffee, sondern auf einer Vielzahl weiterer Produkte – von Fairtrade Bananen bis Fairtrade Baumwolle. Und es ist mittlerweile sogar auf Discounter-Produkten zu finden!

2. Die Anforderungen: Wer darf das Fairtrade Siegel nutzen?

Produzenten, Händler und Unternehmen müssen eine Reihe an Anforderungen erfüllen, damit sie ihre Produkte überhaupt mit dem Fairtrade Siegel kennzeichnen dürfen. Welche Anforderungen genau das sind, schreibt TransFair vor. Der gemeinnützige Verein hat es sich seit vielen Jahren zur Aufgabe gemacht, die Armut von Kleinbauern durch Fairen Handel zu bekämpfen. TransFair betreibt intensive Öffentlichkeitsarbeit, vergibt das Fairtrade Siegel gemäß festgelegter Standards und macht den Zertifizierungsvorgang transparent.

Die internationalen Richtlinien für die Vergabe des Fairtrade Siegels werden von der Organisation Fairtrade Labelling Organizations International (kurz FLO) vorgegeben. Dabei handelt es sich um eine Dachorganisation aller Initiativen zum Fairtrade Siegel, wie beispielsweise TransFair für Deutschland oder Max Havelaar für die Schweiz.

Die drei Säulen von Fairtrade: Ökonomie, Ökologie und Soziales

Alle Unternehmen, die das Fairtrade Siegel für ihre Produkte nutzen wollen, müssen den umfangreichen FLO Anforderungskatalog erfüllen. Dieser beschränkt sich nicht nur auf eine gerechte Entlohnung der Produzenten, sondern bezieht wirtschaftliche, soziale und ökologische Erfordernisse gleichermaßen mit ein. Damit lehnt sich das Fairtrade Siegel an die Säulen vom Dreieck der Nachhaltigkeit an.

In jeder dieser drei Säulen müssen die Unternehmen Mindestanforderungen erfüllen, um das Fairtrade Siegel überhaupt erhalten zu können. Da eine andauernde und langfristige Verbesserung der Lebenssituation der Produzenten und Händler im Mittelpunkt steht, müssen außerdem Fortschritte verzeichnet und sogenannte Fortschrittskriterien erfüllt werden.

Fairtrade am Beispiel von Kleinbauern im Kaffeeanbau

Wie Fairtrade in der Praxis aussieht, lässt sich mit der Sicherung einfachster Grundbedürfnisse der Kleinbauern im Kaffeeanbau erläutern. Sie sind in hohem Maße von großen Kaffeekonzernen abhängig, um ihre Kaffeebohnen zu vertreiben, und unterliegen zudem den stark schwankenden Kaffeepreisen am Weltmarkt.

Fairer Kaffeehandel

Mostra Fotográfica PAA | 10 Anos de Aquisição de Alimentos“ by Ministério do Desenvolvimento Social e Agrário, CC BY-SA 2.0 (cropped for size, photo filter used)

Fairer Kaffeehandel spart unnötige Kosten und fördert Kleinbauern

Der Faire Handel mit Kaffee funktioniert anders als der normale Handel. Zuallererst fällt der Zwischenhändler als Bindeglied zwischen den Kleinbauern und dem Kaffeekonzern bzw. Endkunden weg, was schon mal einen beträchtlichen Kostenfaktor einspart. Um weitere Kosten einzusparen, verzichten Faire Handelsorganisationen weitgehend auf Werbung und Lohnkosten. Geld, das wiederum den Erzeugern zugute kommen kann!

Faire Löhne und Mindestpreise

Die Bauern erhalten einen festgelegten Mindestpreis für ihre Ware um zu garantieren, dass jeder Bauer aus eigener Kraft auf einem Existenzminimum leben kann sowie Geld für Bildung und Gesundheit hat. Dieser Preis liegt auf aufgrund einer Fairtrade Prämie immer über dem Weltmarktpreis. Selbst in Zeiten einer hohen Nachfrage haben sie immer noch einen kleinen Vorteil gegenüber nicht-zertifizierten Produzenten. Im Jahr 2014 lag der Mindestpreis bei 1,40 US$ pro Pfund Kaffee; ungewaschener Arabica kostete 1,35 US$ je Pfund. Die Prämie betrug 0,30 US$ und wurde unabhängig vom Weltmarktpreis gezahlt, um die höheren Kosten für die Bio-Produktion stärker zu berücksichtigen.

Neben einer fairen Entlohnung für ihre Arbeit sollen die Händler den Kaffeebauern außerdem eine Vorfinanzierung der Ernte ermöglichen. Dadurch wird ihnen Gelegenheit zu einer ständigen Weiterentwicklung gegeben, die nicht von vornherein aufgrund zu hoher Kosten scheitert.

Starke und faire Kooperationen der Kaffeebauern vor Ort

Im Fairen Handel arbeitet nicht jeder Kleinbauer für sich allein. Denn nur Kooperativen oder Gewerkschaften, also Zusammenschlüsse mehrerer Kleinbauern, können Handelspartner einer Fairtrade Organisation werden. Solche Kooperativen müssen nach bestimmten Gesichtspunkten aufgebaut sein. Dazu gehören eine demokratische Grundordnung mit bestimmten Rechten wie Versammlungsfreiheit, Sicherheit am Arbeitsplatz sowie die ständige Möglichkeit zur Weiterbildung. Außerdem gehört die Gleichberechtigung der Geschlechter sowie das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit zu den FLO Richtlinien, der Produzenten und Händler Folge leisten müssen. Mit Fairtrade soll so zur Stärkung des Selbstbewusstseins aller Beschäftigten beigetragen werden.

Umweltstandards für Kaffee in Spitzenqualität

Die FLO verlangt für die Vergabe des Fairtrade Siegels die Einhaltung bestimmter Umwelt-Standards. Dies heißt nicht, dass fair gehandelte Produkte biologisch angebaut werden müssen. Vielmehr geht es darum, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten, eine Sensibilität für die Verwertung von Abfall zu entwickeln und ebenso die Verwendung von Agrochemikalien zu reduzieren oder sogar zu vermeiden. Die FLO hat dazu eine Black List mit Substanzen entwickelt, deren Verwendung untersagt ist. Wer auf biologischen Anbau setzt, wird zudem durch einen höheren Mindestpreis (siehe oben) gefördert.

3. Ständige Kontrolle durch FLO-CERT-Inspekteure

Bevor das Fairtrade Siegel an Handelsorganisationen und Unternehmen vergeben wird, muss die Einhaltung der FLO Standards kontrolliert werden. Diese Aufgabe übernimmt die Zertifizierungsgesellschaft FLO-CERT mithilfe ihrer weltweit ansässigen Inspekteure. Sie nehmen regelmäßig an Schulungen teil und kennen die lokalen Gegebenheiten bei den Kaffeebauern, um z.B. die Erfüllung von Fortschrittskriterien einschätzen zu können.

Da sich die Bauern zunächst zu Organisationen zusammenschließen müssen, um am Zertifizierungsprogramm teilzunehmen, sind die Inspekteure oft mehrere Wochen vor Ort. Dabei können sie aufgrund der Vielzahl von Produzenten oft nur stichprobenartige Kontrollen durchführen. Im Anschluss daran gelangen die Berichte zu FLO-CERT, wo sie wiederum von einem unabhängigen Kommittee eingeschätzt werden.

Selbstverständlich werden die Anbaubedingungen in den diversen Anbaugebieten auch nach Vergabe vom Fairtrade Siegel ständig kontrolliert. Denn das Zertifikat muss alle drei Jahre erneuert werden! Damit wird gewährleistet, dass in einer vermeintlich fairen Verpackung tatsächlich fairer Kaffee enthalten ist. Kaffee von Großplantagen kann übrigens wegen der fehlenden Nachhaltigkeit bzw. Umweltverträglichkeit kein Fairtrade Siegel erhalten.

Folglich können Konsumenten, wann immer sie diesem Siegel auf Verpackungen begegnen, auf die Einhaltung der Fairtrade-Standards vertrauen. Fairer Handel ist wichtig! Als kleines Unternehmen setzen wir bei Happy Coffee ebenfalls auf fairen Handel, aber nicht unter dem Fairtrade Siegel – sondern in Form von Direct Trade. Was genau es damit auf sich hat und wieso Direkthandel ebenfalls fair bzw. teils sogar transparenter ist, kannst du hier nachlesen

***

Über den Autor: Christian ist Gründer von Happy Coffee. Neben gutem Kaffee interessiert er sich für fairen Handel, Surfen und die Startup Szene.



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