Fair Trade Towns

FairTrade Towns

Quelle: Kampagne Fairtrade Towns von TransFair e.V.

Bonn, Saarbrücken, Bad Honnef, Heidelberg, Wolfsburg und weitere 17 Städte und Gemeinden in Deutschland haben etwas gemeinsam: Sie bekamen kürzlich von der Organisation TransFair den Titel “Fair Trade Town” verliehen.

Auch die Heimat von Happy Coffee, die Hansestadt Hamburg ist nun dabei. Weitere Anwärter hoffen auf diese Auszeichnung.

Seit einigen Jahren schon steigt der Umsatz fair gehandelter Produkte wie etwa Kaffeebohnen kontinuierlich an. In Deutschland haben sich die Umsätze im Vergleich zu den Vorjahren fast verdreifacht und beliefen sich im Jahre 2009 auf 264 Millionen Euro. Für 2010 wurden zwar noch keine Zahlen veröffentlicht, doch wird allgemein eine erneute Umsatzsteigerung erwartet. Die Idee Fair Trade Towns kommt da gerade recht.

264 Millionen Euro – das klingt viel. Doch im Vergleich zu den etwa 220 Milliarden Euro, die der herkömmliche Lebensmittelhandel im selben Zeitraum erwirtschaftet hat, sind das Peanuts. In den letzten Jahren verloren fair gehandelte Produkte – insbesondere Kaffeebohnen –  allmählich ihr Image als Nischenprojekt. Konnte man vor 20 Jahren fair gehandelte Kaffeebohnen nur in einigen wenigen Weltläden erwerben, die aufgrund ihres – damals noch belächelten – Ökoimages von Normalbürgern eher selten angesteuert wurden, findet man heute in manchen Supermärkten ein vielfältiges Sortiment fair gehandelter Produkte. Private Initiativen, wie auch Happy Coffee, leisten ebenfalls ihren Beitrag, den Fairen Handel einer breiten Bevölkerung nahe zu bringen und die Menschen von der Qualität der fair gehandelten Produkte zu überzeugen.

Fair Trade Towns  – Eine Kampagne mit großen Auswirkungen

Die Kampagne “Fair Trade Towns” wurde zu eben diesem Zweck ins Leben gerufen: Der Faire Handel soll direkt ins Bewusstsein auch der Menschen gerückt werden, die bislang wenig bis gar nichts über die Herkunft ihres täglichen Morgenkaffees wussten. Um den Titel “Fair Trade Town” tragen zu dürfen, müssen strenge Kriterien erfüllt werden:

  1. Im Rathaus, im Bürgermeister- und Landratsbüro sowie bei allen Sitzungen des Stadtrates und  der Ausschüsse muss sowohl fair gehandelter Kaffee als auch ein weiteres Fair Trade Produkt (z.B. Tee) ausgeschenkt werden. Darüber muss ein Beschluss des Kreistages bzw. der Kommune vorliegen
  2. Eine lokale Steuerungsgruppe übernimmt die Organisation und Steuerung der Aktivitäten zur Vorbereitung, die schließlich zum Titel „Fair Trade Town führen sollen. Die Gruppe setzt sich idealerweise aus Vertretern der verschiedenen Zielgruppen zusammen
  3. In einer Mindestanzahl von Läden, Supermärkten, Restaurants, Cafés etc. werden fair gehandelte Produkte, natürlich auch Kaffee, verkauft bzw. ausgeschenkt
  4. In öffentlichen Einrichtungen der Stadt/ Gemeinde wie etwa Schulen werden fair gehandelte Produkte verwendet. Desweiteren werden Bildungsaktivitäten durchgeführt, beispielsweise Projekttage an Schulen. Eine Fair Trade Town macht also mehr als fairen Kaffee zu trinken
  5. Die Medien müssen mit ins Boot geholt werden: Lokalzeitungen, regionale Radiosender etc. berichten über den Weg ihrer Stadt/ Gemeinde zur Fair Trade Town

Sind all diese Kriterien erfüllt, kann die Steuerungsgruppe einen Antrag auf den Titel “Fair Trade Town” bei TransFair stellen. Um den hohen Anforderungen zu genügen, muss die ganze Stadt zusammenarbeiten: Einzelhandel und Gastronomiebetriebe müssen ihr Sortiment umstellen bzw. ergänzen, in allen öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen der Stadt müssen mindestens zwei fair gehandelte Produkte verwendet werden, die Medien müssen für das Thema sensibilisiert werden… Es ist eine Menge Arbeit, doch zugleich eine lohnende – Der faire Handel wird für den Verbraucher selbstverständlicher.


Die Kampagne “Fair Trade Town” läuft seit Januar 2009 in Deutschland. Ihren Ursprung hat sie in Großbritannien, wo der Oxfam-Aktivist Bruce Crowther sie 2001 ins Leben rief. Fair Trade Towns gibt es mittlerweile auf der ganzen Welt. Eine positive Entwicklung, die auch wir unterstützen.

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Über den Autor: Christian ist Gründer von Happy Coffee. Neben gutem Kaffee interessiert er sich für fairen Handel, Surfen und die Startup Szene.


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