Grüner Tee wird weltweit ein immer beliebteres Getränk, nicht zuletzt wegen seiner vielen positiven Wirkungen auf Körper und Geist. Grüner Tee ist längst nicht mehr nur im Teefachgschäft erhältlich. Ob Drogeriemarkt, Supermarktdiscounter, Bioladen oder Coffeeshop: Grüner Tee ist angesagt wie nie. Kein Wunder, denn wer regelmäßig jeden Tag drei bis vier Tassen grünen Tee trinkt, tut seinem Körper und seiner Gesundheit einen großen Gefallen.

Es ist erstaunlich, wie vielfältig und zahlreich die wohltuenden Wirkungen des Heißgetränks sind. So sagt man nach, dass Grüner Tee viele Leiden erträglicher machen oder sogar heilen kann. Alzheimer, Multiple Sklerose, Darm- und Prostatakrebs oder Diabetes sind nur einige der Krankheiten, bei denen das traditionelle Heißgetränk hilfreich sein soll. Und damit nicht genug: Sogar beim Abnehmen soll Grüner Tee hilfreich sein.

Grüner Tee

Photo by Byoung Wook

Was genau ist grüner Tee?

Grüner Tee wird, ebenso wie Schwarztee, aus einer Teepflanze gewonnen. Anders als beim Schwarztee wird der Tee jedoch nach der Ernte nicht fermentiert. Das heißt, die Teeblätter werden nicht durch Rollen gequetscht und dadurch teilweise zerstört. Eine weitere Folge der fehlenden Fermentation ist, dass die dadurch getrennten Enzyme und anderen Inhaltsstoffe nicht mit Sauerstoff reagieren. Die Teeblätter verfärben sich nicht dunkel und entwickeln auch keine Aromastoffe, die für Schwarztee so typisch sind. Meist kommen die Wundermittel-Tees aus Indien, Japan und China. Der Japanische gilt, neben dem chinesischen, als der beste. Grüne Tees haben klanghafte Namen wie Sencha, Gunpowder oder Cris Cross.

Nach der Ernte werden die Teeblätter nur leicht gerollt und getrocknet. Der Trockene Tee wird schließlich geschnitten und abgefüllt. Übrigens gibt es „den“ Grüntee nicht. Es sollen über 1000 verschiedene Sorten Grüner Tee existieren. Sie unterscheiden sich im Geschmack, der Aufgussfarbe und natürlich auch in Gehalt an Flavonen, also den sogenannten sekundären Pflanzenstoffen. Diese Stoffe werden von der Pflanze eigentlich produziert, um etwa Insekten abzuwehren oder auch die Befruchtung zu unterstützen, haben aber auf unsere Gesundheit eine viel wichtigere förderliche Wirkung.

Grüner Tee Wirkung

Die gesundheitlichen Wirkungen von Tee, vor allem von grünem Tee sind schon lange bekannt. So beruhigen die Gerbstoffe Magen und Darm und beeinflussen einen antibakteriellen Effekt, der Karies verhindert und den Blutdruck reguliert. Neben den Vitaminen A, B, B 12, C und Mineralien wie Kalium, Kalzium, Fluorid enthält grüner Tee rund 130 wichtige Inhaltsstoffe, darunter die oben bereits angesprochen so wichtigen Flavonoide. Diese sind für die Farbgebung von Pflanzen verantwortlich und schützen die Pflanze vor schädlichen Umwelteinflüssen. Im menschlichen Körper beeinflussen sie eine Vielzahl von Stoffwechselprozessen positiv. Sie wirken antimikrobiell, also gegen Mikroorganismen gerichtet, und hemmen die Blutgerinnung. Außerdem sind Flavonoide Antioxidantien, d. h. sie können reaktive Sauerstoffverbindungen im Körper abfangen. Diese sind mitverantwortlich für die Entstehung von Krebs. Zudem können Flavonoide das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken sowie das Immunsystem stärken.

Grüner Tee Abnehmen

Gerade bei einer Diät sollte man viel Trinken. Was, wenn man also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen könnte? Ein Getränk, das den Mineralstoffhaushalt ausbalanciert und gleichzeitig die Fettverbrennung anregt. Wäre doch einfach genial, oder? Grüner Tee kann genau das. Denn er fängt freie Radikale ein und unterstützt so wirksam den Gewichtsabbau und die Fettreduktion.

Deshalb ist beim Thema Abnehmen, Detox und Diäten immer häufiger die Rede von grünem Tee. Viele Studien wollen die Wirkung des Heißgetränks belegen. So kamen zum Beispiel Schweizer Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass Grüner Tee beim Abnehmen hilft.

Studie: Grüner Tee hilft beim Abnehmen

Eine laufende Studie von Forschern aus der Schweiz zeigt erste erfolgreiche Ergebnisse beim Theme Grüner Tee und Abnehmen. So konnte innerhalb einer Versuchsreihe nachgewiesen werden, dass die im Grünen Tee enthaltenen Catechine, also wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe der Gerbsäuren, die Fettspeicherung ind er Leber erfolgreich verringerten. Dies führte zu einer erheblichen Reduktion des Bauchfetts der Probanden. Wer es genauer wissen will, die Versuchsanordnung gestaltete sich folgendermaßen:

In der ersten Versuchsgruppe befinden sich 17 männliche Probanden, alle normal- bis übergewichtig und im Alter von 24-46 Jahren. Diese konsumierten täglich 340ml Oolong-Tee (eine Mischung zwischen grünem und schwarzem Tee, daher auch die synonyme Bezeichnung halbfermentierter Tee) mit einem Catechingehalt von 690 mg. Auf der anderen Seite die Kontrollgruppe mit 18 Probanden, welche unter gleichen Bedingungen einen Tee mit etwa 22 mg Catechin konsumierten. Bei Catechinen handelt es sich um wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe der Gerbsäuren, die die Speicherung von Fett in der Leber verringern und so dem Bauchfett zu Leibe rücken sollen. Das Ergebnis war wie erwartet.

Beide Gruppen konnten Ihren Körperfettanteil reduzieren. Jedoch gab es einen bemerkenswerten Unterschied zur Kontrollgruppe, welche nur durchschnittlich 1,3 kg an Körperfett verlor. Die Gruppe mit dem catechinhaltigen Tee konnte nahezu doppelt so viel Körperfett verlieren, ganze 2,4 kg. Auch eine Senkung des LDL (deutsch: Lipoprotein niederer Dichte, also Lipoproteine, die als Transportvehikel für die im Blutplasma wasserunlöslichen Substanzen wie Cholesterin und Fettsäuren sowie die fettlöslichen Vitamine dienen) konnte laut einer Blutbprobe nachgewiesen werden, welche dem Tee mit hohem Catechingehalt zuzusprechen ist.

Eine weitere Studie der University of Tokushima bestätigt dieses Untersuchungsergebnis. Es konnte nachgewiesen werden, dass catechinehaltiger Oolong Tee während einer fettreichen Diät (z.B. die bekannte Atkins Diät, bei der Kohlenhydrate komplett gestrichen werden und man sich nur noch von Proteinen und Fett ernährt), Fette im Stuhl binden kann und somit bei der Fettreduktion helfen kann.

Grüner Tee und Detox

Auch beim Detox, sogenannte Entgiftungskuren, die sich immer größer Beliebtheit erfreuen, trifft man immer häufiger auf das Wundermittel Grüner Tee. So unterstützt jede grüne Sorte eine Detox-Diät. Durch seine belebende Wirkung bringt grüner Tee den Stoffwechsel ordentlich in Schwung, beschleunigt dadurch die Fettverbrennung und mindert durch die enthaltenen Bitterstoffe das Hungergefühl – vor allem den lästigen Heißhunger auf Süßigkeiten. Wichtig ist aber, dass man möglichst auf naturbelassene Sorten aus biologischem Anbau zurückgreift und soweit wie möglich auf künstliche Aromen oder Süßstoffe im Tee verzichtet.

Grüner Tee Trend: Matcha

Natürlich muss bei so einem Zaubergetränk, wie dem grünen Tee, auch ein neuer Trend her. „Matcha“ – ist leuchtend grün und kommt in Getränken mit Namen wie „Green Chai“ oder „Matcha Latte“ daher. Das feine Pulver aus Japan, der Matcha-Tee wird immer beliebter. Deutsche Heißgetränke-Shops haben das Pulver entdeckt und mischen es seitdem in alles, was sie finden können. Heiße Schokolade, Eis oder sogar alkoholfreie Cocktails. Auf YouTube findet man also das Grünteepulver als: „Matcha on the rocks“.

Wie auch Grünem Tee wird Matcha eine Wirkung auf die Gesundheit nachgesagt. So soll Matcha vor Krebs oder Diabetes schützen. „Ein gewisser positiver Effekt von Matcha auf die Gesundheit ist erkennbar“, sagt Ulrich Engelhardt vom Institut für Lebensmittelchemie an der Technischen Universität Braunschweig. Noch könnten aber keine genauen Aussagen getroffen werden. „Es gibt keine systematischen Studien, die Unterschiede zwischen Matcha und anderen Grüntees nahelegen“, betont Engelhardt, deshalb seien allgemeingültige Aussagen zur Zusammensetzung des Matchagetränks nur
schwer möglich.

Grüner Kaffee – gleiche Wirkung wie Grüner Tee?

Wir hatten bereits berichetet: Grüner Kaffee Extrakt bzw. die darin enthaltene Chlorogensäure sind ebenfalls sehr beliebt als Schlankheitsmittel. Eine gewisse Ähnlichkeit in der Beschaffenheit von grünen Kaffeebohnen und grünen Tee ist nicht von der Hand zu weisen. Beide Produkte sind jeweils ursprünglicher als ihre schwarzen Pendants. Während Grüner Tee umfermentiert ist, ist Grüner Kaffee ungeröstet. Während die in den Grünen Kaffeebohnen enthaltene Chlorogensäure hauptsächlich als Extrakt angeboten wird, um damit abzunehmen, kann man Grünen Tee auch ganz normal trinken, damit er seine Wirkung entfaltet. Zudem gilt Grüner Tee als weitaus unbedenklicher als die Extrakte aus Grünen Kaffeebohnen, die oftmals mit chemischen Zusatzstoffen behandelt sind.

Grüner Tee – wie bereitet man ihn nun zu?

Grüner Tee sollte stets frisch sein und in einer verschlossenen luftdichten Verpackung gekauft werden. Den Sauerstoff lässt den Tee schneller altern, so dass er an Aroma verliert. Am besten lagert man ihn in einem Glasgefäß, aber nie neben Kaffee oder Gewürzen. Zubereitet wird Grüner Tee am besten in einer Porzellan- oder Glaskanne, die vorher kurz mit kaltem Wasser ausgespült wird. Der Tee sollte nicht mit kochendem Wasser überbrüht werden, da sich sonst Gerbstoffe lösen und Vitamine zerstört werden. Ideal sind ca. 70–80 °C Wassertemperatur. Besonders hochwertige japanische Grüntees werden zum Teil auch nur mit einer Wassertemperatur von 60 °C aufgegossen.

Am besten bringt man das Wasser zum Kochen und wartet dann einige Minuten bis dieses wieder abgekühlt ist. Manche Wasserkocher haben auch einen Temperaturregler, an dem man sich orientieren kann. Ist das Wasser gekocht wird der Tee hinzugegeben und für 1–2 Minuten ziehen gelassen. Nun kann man sich ihn schmecken lassen und zusehen, wie wohltuend oder gar entschlackend er auf den Körper wirkt.

Gerade bei den aktuellen Regenwolken vor dem Fenster schmeckt ein belebender Tee doppelt so gut. Wer sich jeden Morgen eine Tasse Grünen Tee genehmigt, der startet gut in den Tag, egal ob er gerade abnehmen möchte oder nicht.

***

Über die Autorin: Sandra hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studiert. Sie lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Leidenschaften sind Nachhaltigkeit, sowie die Unterstützung der nachhaltigen Fischräucherei ihres Bruders. Die passionierte Teetrinkerin ist seit Happy Coffee auch zu einem Kaffee-Fan geworden.


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