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Bei weißer Schokolade scheiden sich die Geister: die einen lieben sie und können nicht genug von ihr bekommen, den anderen schmeckt sie überhaupt nicht. Manche gehen sogar so weit und behaupten, dass weiße Schokolade überhaupt keine echt Schokolade ist. Was genau ist weiße Schokolade? Wie wird sie hergestellt? Und wie gesund oder ungesund ist die Nascherei?

Weiße Schokolade: Inhaltsstoffe

Gut, streng genommen unterscheiden sich braune und weiße Schokolade tatsächlich in einem wesentlichen Punkt. Während in dunkler Schokolade Kakaomasse, Zucker, Kakaobutter sowie manchmal Vanille und Lezithin enthalten sind, ist in weißer Schokolade tatsächlich keine Kakaomasse enthalten. Weil diese für die dunkle, beziehungsweise braune Farbe verantwortlich ist, ist weiße Schokolade eben – wie es der Name schon verrät – eben weiß. Dennoch wäre es falsch, weiße Schokolade als „unechte“ Schokolade abzutun. Denn schließlich wird das helle Fett aus dem Samen des Kakaobaums gewonnen.

Weiße Schokolade: Herstellung

Die Herstellung von weißer Schokolade ähnelt in vielen Punkten der Herstellung dunkler, brauner Schokolade. Wie genau aus Kakaobohnen Schokolade gewonnen wird, ist in unserem Artikel „Der lange Weg der Kakaobohnen – in 7 Schritten von der Bohne zur Schokolade“ nachzulesen. Bei der Herstellung von weißer Schokolade wird, wie bereits erwähnt, auf die Zugabe von Kakaomasse verzichtet. Kakaomasse wird aus den gemahlenen Kakaobohnen, die mit der Kakaobutter vermischt werden, gewonnen. Bei der weißen Schokolade wird nur Kakaobutter verwendet, aus diesem Grund ist das Endprodukt auch nicht dunkel gefärbt sondern weiß.

Dennoch wäre es falsch zu behaupten, dass weiße Schokolade lediglich ein minderwertiges Schokoladenprodukt ist. Damit sich weiße Schokolade lebensmittelrechtlich auch so nennen darf, müssen bei der Herstellung Vorgaben und Richtlinien eingehalten werden. Hier sind die einzelnen Bestandteile und prozentualen Verhältnisse genau geregelt. So muss beispielsweise in weißer Schokolade ein Kakaobutter-Anteil von mindestens 20 Prozent enthalten sein. Ebenso müssen bestimmte Mindestmengen von Milchfett beziehungsweise Trockenmilch in der weißen Schokolade enthalten sein.

Weiße Schokolade: Verwendung

Weiße Schokolade gibt es als Schokoladentafel zu kaufen, doch noch öfter kommt sie bei Pralinen und anderen schokoladigen Naschereien zum Einsatz. Typisch ist auch die gleichzeitige Verwendung von dunkler und weißer Schokolade in einem Produkt, wie zum Beispiel bei den Schoko-Osterhasen oder Schoko-Weihnachstmännern. Klassisch ist auch die Verwendung von weißer Schokolade als Kuvertüre für Kuchen und anderes Gebäck. Als Zugabe zu koffeinhaltigen Heißgetränken wird weiße Schokolade immer beliebter. Coffee Shops erfinden immer neue Kreationen, die weiße Schokolade beinhalten – besonders gut passt sie in einen Latte Macchiato. Aber Vorsicht: in so einem White Chocolate Latte Macchiato können recht viele Kalorien enthalten sein, wie wir kürzlich berichteten!

Hat weiße Schokolade viele Kalorien?

Wie bereits erwähnt ist in weißer Schokolade viel Kakaobutter enthalten, während in dunkler Schokolade der Kakaobutteranteil geringer ist. Kakaobutter entsteht während der Herstellung von Kakaopulver und ist ein daraus entstehendes Nebenprodukt. Während bei der Herstellung des Kakaopulvers die Bohnen gemahlen und zu einer Paste gepresst werden, wird die Kakaomasse von der Kakaobutter getrennt. Das zurückbleibende Derivat ist die extrem fetthaltige, weiche und cremige Kakaobutter. Nachdem wir nun lange genug um den heißen Kakaobrei herum geredet haben, rücken wir mit den Fakten heraus: ja, weiße Schokolade hat tatsächlich viele Kalorien.

Zumindest ist sie kalorienreicher als braune Milchschokolade und vor allem viel fetthaltiger als die dunkle, zartbittere Variante. Die Kakaobutter ist schuld: Während eine Tafel weiße Schokolade ungefähr 540 kcal hat, hat eine Tafel Vollmichschokolade mit 530 kcal etwas weniger Kalorien und eine Zartbitter-Schokolade gerade mal 490 Kalorien.

Ist weiße Schokolade gesund?

Ganz allgemein gesprochen ist Schokolade, in Maßen (und nicht in Massen) genossen durchaus gesund. Verschiedene Aminosäuren sowie das darin enthaltene Koffein können sich positiv auf das allgemeine Befinden, die Leistungsfähigkeit und die seelische Stimmung auswirken. Allerdings hat hier die dunkle Schokolade einen entscheidenden Vorteil. Je höher der Kakao-Anteil in der Schokolade, desto besser für die Gesundheit ist die Schokolade. Weitere gesunde Inhaltsstoffe wie Theobromin (gut für die körperliche und seelische Entspannung) sowie Polyphenole (zur Abwehr von freien Radikalen, gut für Herz-Kreislauf) sind in der braunen, nicht aber der weißen Schokolade enthalten. Es wäre allerdings unfair, weiße Schokolade nur als ungesundes, fettiges Gegenstück ihrer dunklen Verwandten abzutun.

Natürlich muss man sich darüber im Klaren sein, dass industriell hergestellte weiße Schokolade ein Massenprodukt ist, dass hauptsächlich aus Fett und Zucker besteht. Und wie wir alle wissen sind das zunächst nicht die Zutaten, die der Gesundheit zuträglich sind. Wer aber darauf achtet, was für eine Art weißer Schokolade er kauft, der muss keinerlei negative Auswirkungen auf seine Gesundheit befürchten. Eine weiße Schokolade, die in einer Manufaktur unter Verwendung guter Zutaten hergestellt wurde, ist eine Nascherei, die man sich hin und wieder gönnen kann, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. Schließlich ist Kakaobutter ein pflanzliches Fett, das viel zu bieten hat.

Wie auch momentan sehr angesagte Kokosöl besteht Kakaobutter aus einem großen Anteil an gesättigter Fettsäuren, die erst kürzlich ihren schlechten Ruf verloren haben. Inhaltsstoffe wie Palmitinsäure oder Stearinsäure können sich, so sagen es zumindest einige aktuelle Studien, positiv auf die Blutfettwerte auswirken. In einigen Studien wurde sogar eine cholesterinsenkende Wirkung von Kakaobutter nachgewiesen.

Weiße Schokolade: Tipps und Tricks

Weiße Schokolade niemals im Kühlschrank aufbewahren, das zerstört das feine Kakaobutter-Aroma, zudem nimmt weiße Schokolade gern andere Gerüche auf (und wer will schon, dass seine Schokolade nach Camembert schmeckt?). Am besten bewahrt man weiße Schokolade in einem dunklen Schrank oder einer Schublade auf.

Beim Kauf von weißer Schokolade auf die Deklaration der Inhaltsstoffe achten. Es sollte als Fett lediglich Kakaobutter enthalten sein und nicht eventuelle andere Fette wie zum Beispiel Palmöl.

Um weiße Schokolade zu schmelzen, beispielsweise und einen Kuchen damit zu verzehren, sollte sie am besten in einer kleinen Schüssel über dem Wasserbad langsam erhitzt werden. Weiße Schokolade schmilzt schneller als dunkle, kann aber ebenso leicht klumpig werden, wenn sie zu schnell oder zu lange erhitzt wird.

Titelbild by Syed Shameel (Public Domain)

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Über die Autorin: Sandra hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studiert. Sie lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Leidenschaften sind Nachhaltigkeit, sowie die Unterstützung der nachhaltigen Fischräucherei ihres Bruders. Die passionierte Teetrinkerin ist seit Happy Coffee auch zu einem Kaffee-Fan geworden.


1 Antwort

Tobias Claren
Tobias Claren

Mai 19, 2018

Ist das mit dem Effekt der Kühlung belegt, oder Küchen-Voodoo?
Dass sie Geschmack annehmen kann ist klar. aber verschlossen und kalt…

Und man kann sie alle auch in der Mikrowelle schmelzen, weit weniger aufwändig als das Wasserbad.
Man muss nur wissen dass man eine Mikrowelle statt normal z.B. 900W auch auf 300W einstellen kann.
Nach ein paar Minuten sind z.B. 200gr ohne zu verbrennen geschmolzen.
Wenn man einen Pinsel nutzen will, kann man einen Gummipinsel nehmen und zwischendruch plattdrücken und umrühren, und den dazwischen drin lassen beim weiter schmelzen.
Hat man einmal genaue Zeiten ermittelt, kann man es auch durch laufen lassen.

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