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Wer einkaufen geht und Milch sucht, steht heute vor einer wesentlichen Frage: Soll es die gute alte Kuhmilch sein, oder vielleicht doch lieber ein pflanzlicher Milchersatz? Falls du dich für letzteres entscheidest, geht die Entscheidungsfindung gleich weiter, denn in den Regalen stehen unzählige Varianten – wie Hafermilch, Mandelmilch, Sojamilch und Kokosmilch, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Wer blickt da noch durch? Wie unterscheiden sich vegane Milchsorten? Und kann so etwas überhaupt schmecken, womöglich noch im Kaffee?

Diesen und weiteren Fragen zum Thema Milchersatz gehen wir auf den Grund. Denn seit geraumer Zeit sind wir tatsächlich auf vegane Milch umgestiegen, weil es unserer Gesundheit guttut und lecker schmeckt. Um unsere Favoriten für Müsli, Kaffee & Co. zu finden, haben wir alle möglichen Sorten getestet und stellen dir hier unsere Ergebnisse vor. Eins wollen wir vorwegnehmen: Die „eine“ vegane Milch für alles gibt es nicht! Zu welcher Art von Milchersatz du greifst, hängt stark von deinen geschmacklichen Vorlieben und dem Einsatzzweck ab.

 1. Milchersatz: Pflanzliche Alternativen zu Kuhmilch sind in

Milchersatz, das klingt irgendwie falsch. Denn Kaffee und Milch, das ist doch wie Yin und Yang, schwarz und weiß, Brot und Butter: Zwei kontrastreiche und für sich allein schon gute Zutaten, die zusammen ein noch besseres Gesamtergebnis ergeben. So zumindest sehen es viele Kaffeetrinker, wenn sie nicht gerade der „schwarzen Fraktion“ angehören, und das schon seit Generationen. Warum sollte man Milch dann mit irgendetwas anderem ersetzen, und was soll Milchersatz überhaupt sein? 

Pflanzliche Milchalternativen dürfen offiziell nicht „Milch“ heißen

Milchersatz wird als Sammelbegriff für pflanzliche Alternativen zur Kuhmilch verwendet, die also keinerlei tierische Bestandteile haben. Das ist auch der Grund, wieso die Produkte aus Soja, Hafer, Mandeln und anderen pflanzlichen Zutaten im Handel offiziell nicht „Milch“ heißen dürfen: Bereits 1987 hat die EU eine Verordnung zum „Schutz der Milch und Milcherzeugnisse bei der Vermarktung“ erlassen, die in modifizierter Form noch heute in Kraft ist. Demnach darf sich nur Milch nennen, was ausschließlich durch Melken aus einem Euter (z.B. von Kühen, Ziegen oder Schafen) gewonnen wird. Dasselbe gilt übrigens auch für Milch-Produkte und Käse: Auch diese Bezeichnung ist in der Regel nur erlaubt, wenn ein Mindestbestandteil an tierischer Milch enthalten ist. Allerdings gibt es Ausnahmen für traditionelle Produkte, wie z.B. „Latte di mandorla“ (Mandelmilch aus Italien), Erdnussbutter oder Kokosmilch. 

Milchersatz - vegane Milch - Labelling

Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben findet man pflanzlichen Milchersatz zum Beispiel unter Namen wie „Sojadrink“ oder „Hafergetränk“ im Handel. Die Verbraucher halten allerdings an inoffiziellen Namen wie „Sojamilch“ und „Hafermilch“ fest, weil die pflanzlichen Alternativen der Kuhmilch in ihrer Farbe, Konsistenz und in den Verwendungsmöglichkeiten sehr ähnlich sind. Auch im Nährwert muss pflanzlicher Milchersatz der Kuhmilch um nichts nachstehen, zumindest wenn auf nutzlose Zutaten wie Zucker & Co. verzichtet wird – und er kann unter Umständen sogar viel gesünder sein!

Gesünder und bekömmlicher: Vielfältige Gründe für Milchersatz

Im Vergleich zur Kuhmilch fristete pflanzlicher Milchersatz lange ein Nischendasein: 2015 lag sein Anteil im Segment „Bio-Milch und Bio-Milchalternativen“ wertmäßig nur bei 7% (Quelle: Bund der ökologischen Lebensmittelwirtschaft). Heute trinkt in manchen westlichen EU-Ländern aber schon jeder Dritte pflanzliche Milch statt Kuhmilch, und der Konsum soll in den nächsten Jahren noch deutlich ansteigen – während die Umsätze mit tierischer Milch rückläufig sind. Zum beliebtesten Milchersatz zählen übrigens Mandel-, Soja-, Hafer-, Kokos- und Reismilch, und zwar in dieser Reihenfolge. Ein Trend, für den es vielfältige Gründe gibt.

Milchersatz - Milchkühe

Veganismus ist auf dem Vormarsch

Immer mehr Menschen entscheiden sich aus ethischen oder gesundheitlichen Gründen für eine vegane Ernährung, bei der keinerlei tierische Lebensmittel erlaubt sind – also auch keine Eier oder Milch. Darum wissen Veganer schon seit Jahren, wie gut und vielfältig pflanzlicher Milchersatz ist. An den "Totschlagargumenten" wie z.B. dass Veganismus ein Luxus der westlichen Welt sei, ist nichts dran – vergleiche einfach mal die Preise für pflanzliche Grundnahrungsmittel wie Reis, Sojabohnen und Hafer mit denen von Fleisch und tierischen Milchprodukten! Auch vom Aufbau unseres Gebiss gleichen wir Menschen – mangels Reißzähnen – übrigens eher Pflanzenfressern als Fleischfressern...

Kuhmilch ist weniger gesund als gedacht

In unserem Artikel über Kuhmilch haben wir berichtet: Es ist ein Irrglaube, dem Calcium-Haushalt damit etwas Gutes zu tun. Im Gegenteil: Laut wissenschaftlichen Studien kann unser Körper durch die tierischen Proteine in der Kuhmilch sogar mehr Calcium ausscheiden, als er sich sich nimmt. Weitere Studien berichten, dass sie sogar Knochenbrüche und die Alterung erhöht. Damit ist die Argumentation, Veganer würden automatisch unter Calciummangel leiden, also mehr als hinfällig – zumal es gute pflanzliche Calcium-Quellen (z.B. Nüsse, Samen oder Tofu) gibt.

Viele Menschen sind laktose-intolerant

Schuld an Laktose-Intoleranz ist das Milchprotein in tierischer Milch, das der Körper nicht verdauen kann, und darauf mit Magen- und Darmproblemen reagiert. Dann ist pflanzlicher Milchersatz die einzige Alternative. Kritiker sagen sogar, dass Laktose-Unverträglichkeit kein Wunder sei: Schließlich habe die Evolution Milch ausschliesslich als „Babynahrung“ ersonnen und nicht etwa, damit sich eine andere Spezies davon ernährt.

Pflanzenmilch ist vielfältig und schmeckt

Milchersatz gibt es aus verschiedensten Rohstoffen. Soja, Hafer, Reis und Mandeln sind nur ein kleiner Teil davon! In den Regalen stehen auch exotischere Produkte, z.B. aus Cashews, Tigernuts oder Dinkel. Wer sich mit dem Thema etwas näher beschäftigt wird feststellen, dass jede Pflanzenmilch anders aussieht und schmeckt – was in der Küche zum Experimentieren mit neuen Aromen einlädt.

Milchersatz kann sehr gesund sein

Zumindest, wenn du natürliche Produkte ohne Zusatz von Zucker, Süßstoffen und Aromen kaufst. Gerade Sojamilch gilt z.B. als ein vorzüglicher Eiweiß- und Kalziumlieferant, und auch andere pflanzliche Sorten sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen, die der Kuhmilch im Nährwert um nichts nachstehen. Allerdings werden Vitamine und Calcium im Milchersatz meist extra hinzugefügt.

Und es gibt noch einen Grund für pflanzlichen Milchersatz: Nur damit ist "weißer" Kaffee gesund und kann seine positiven Eigenschaften (z.B. Stärken des Immunsystems, Hilfe gegen Kopfschmerzen und Prävention neurodegenerativer Erkrankungen) entfalten. Kuhmilch hingegen blockiert die pflanzlichen Wirkstoffe der Kaffeebohnen bzw. hebt diese auf! 

Milchersatz gesund

Ein paar negative Punkte von Milchersatz wollen wir aber nicht unterschlagen: So ist pflanzliche Milch meistens teurer als Kuhmilch, vor allem die exotischeren Sorten wie Tigernut Milk sowie die Barista-Editionen mit Milchschaum-Garantie. Außerdem sollten Allergiker wissen, dass es im Fall einer Nuss-Allergie keine gute Idee ist, zu Mandel-, Haselnuss- oder Sojamilch zu greifen! Ob Milchersatz in Frage kommt, muss also jeder für sich selbst entscheiden.

2. Pflanzendrinks im Test: Was Milchersatz wirklich kann

Nun wollten wir ganz genau wissen, was Milchersatz wirklich kann: Welche Inhaltsstoffe sind in veganen Milchsorten drin und wie gesund sind sie? Wie schmeckt das Ganze, pur und im Kaffee? Bekommt man damit vielleicht sogar Milchschaum hin? Und wofür kann man den Milchersatz in der Küche sonst noch verwenden? Für unseren Test haben wir uns die beliebtesten veganen Milchsorten und ein paar Exoten herausgepickt:

  • Sojamilch
  • Hafermilch
  • Mandelmilch
  • Reismilch
  • Kokosmilch
  • Haselnussmilch
  • Tiger Nut Milk

Milchersatz - Pflanzendrinks - Marken

Obwohl es sicher allgemeingültige Aussagen für eine Gattung wie Mandelmilch gibt, können sich die Produkte je nach Marke (z.B. alpro, Rude Health, Oatly), Art der Herstellung (z.B. unbehandelter vs. gerösteter Rohstoff) und Zusätze (z.B. Zucker, Aromen und Vitamine) natürlich etwas unterscheiden. Daher geben wir immer den Marken- und Produktnamen an. Gekauft wurden alle pflanzlichen Milchsorten in diversen Supermärkten und getestet bei uns zu Hause in der heimischen Küche. Seid gespannt auf unsere Ergebnisse! 

2.1 Milchersatz für Kaffeefreunde: Hafermilch und Sojamilch

Du willst Milchersatz vor allem im Kaffee verwenden? Dann sollte sein Eigengeschmack möglichst dezent ausfallen, um die Kaffeearomen nicht zu übertünchen. Außerdem wäre es für Kaffeespezialitäten mit Milchschaum wie Cappuccino und Latte Macchiato natürlich schön, wenn deine vegane Milch ordentlich schäumt. Falls es dir um genau diese Dinge geht, passen Hafermilch und Sojamilch vermutlich am besten zu dir!

Hafermilch: Zurückhaltend und sanft im Kaffee

In unserem Milchersatz Test wollen wir eigentlich keine Rangliste führen, denn Geschmäcker sind verschieden. Für Happy Coffee Gründer Christian und mich ist dennoch ein Produkt der klare Sieger, wenn es um die Kombination mit Kaffee geht: Die Oastly Barista Edition (ab ca. 2,20 Euro) – eine Hafermilch, die wirklich alles kann. Sogar Milchschaum! 

Allgemeine Infos: Ist Hafermilch gesund und gut?

Hafer kennst du wahrscheinlich als Zutat von deinem morgendlichen Müsli oder vom Bäckerbrot. Daraus wird Hafermilch, wenn das Getreide von der Kornhülse befreit, mit Wasser vermengt, fein gemahlen und teilweise fermentiert sowie schließlich homogenisiert wird, um die festen Bestandteile herauszufiltern. Als Milchersatz hat Hafermilch einige Vorteile:

  • Ballaststoffreicher Energielieferant. Unter den veganen Milchsorten hat Hafermilch einen sehr geringen Fettanteil (unter 1%), dafür aber viele Ballaststoffe. Sie machen dich lange satt, liefern Energie und unterbinden Heißhungerattacken. Vom Nährwert her ist Hafermilch (ca. 49 kcal pro 100ml) mit fettarmer Kuhmilch vergleichbar.
  • Dezenter Eigengeschmack. Hafer schmeckt im Gegensatz zu Milchersatz aus Soja & Co. besonders neutral, und hält sich in Kombination mit aromatischen Lebensmitteln wie beispielsweise Kaffee sehr zurück.
  • Umweltfreundlicher Anbau. Für den Anbau von Hafer müssen keine Regenwälder abgeholzt und lange Transportwege in Kauf genommen werden, denn das Powerkorn stammt aus der regionalen Landwirtschaft.
  • Gesunder Milchersatz. Dank Beta-Glucan, einer Zuckerart aus der Stärke im Haferkorn, hält Hafermilch den Cholesterinspiegel im Zaum. Außerdem soll Hafer sogar entzündungshemmend wirken und legt z.B. einen schützenden Film um eine gereizte Magenschleimhaut. Hafer liefert obendrein Eisen und macht die Haare und Nägel dank Biotin schön.

Milchersatz - Hafermilch - Anbau

Hafermilch hat allerdings auch kleine Nachteile. So enthält sie aufgrund der Verarbeitung nicht mehr allzu viele Nährstoffe, weswegen sie oft mit Vitaminen und Kalzium angereichert wird. Ein verschmerzbarer Punkt. Deutlich wichtiger: Als Getreideprodukt enthält Hafermilch von Natur aus Gluten und ist für Menschen mit Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) als Milchersatz daher nicht geeignet!

Hafermilch im Test: Oatly Haferdrink Barista Edition

Wir wollten explizit den Oatly Haferdrink (Barista Edition) testen, weil er uns schon in einem schottischen Café besonders positiv aufgefallen war. Denn zunächst war uns überhaupt nicht klar, dass unser Cappuccino mit Milchersatz zubereitet worden war: Er schmeckte so lecker, wie er sein muss, und hatte feinen Milchschaum, in den eine feine Latte Art Tulpe gezeichnet war. Wenn das Pflanzenmilch sein sollte, dachten wir uns, würden wir nie wieder Kuhmilch im Kaffee bauchen!

Milchersatz - Hafermilch - Oatly Barista Edition

Bei unserem Milchersatz Test in der heimischen Küche verkosteten wir den Oatly Haferdrink nächst pur. Diese Hafermilch hat eine leicht beige Farbe und schmeckte für mich relativ stark nach Getreide bzw. Hafer, während Christian sich komischerweise an Kakao erinnert fühlte. Jedenfalls waren wir uns beide zunächst unsicher, wie dieser Eigengeschmack zu leckerem Kaffee führen soll. 

Doch wir wurden eines Besseren belehrt. Die Oatly Hafermilch vermischte sich in der Tasse wunderbar homogen mit dem Filterkaffee, den wir mit der Chemex zubereitet hatten, und hinterließ keinen schmierigen Film, wie es leider bei anderen veganen Milchsorten (siehe unten) der Fall ist. Und im Geschmack war sie für uns nun tatsächlich nicht mehr wahrnehmbar! Wir schmeckten immer noch sehr gut die komplexen und blumigen Noten, die wir von unserem Happy Coffee Sidamo kennen. Die Hafermilch hatte sie lediglich etwas sanfter und vollmundiger gemacht.

Milchersatz - Hafermilch -veganer Milchschaum

Noch ein Tipp für Milchschaumfans: Der Oatly Haferdrink (Barista Edition) macht seinem Namen auch in der Heimanwendung alle Ehre. In unserem Milchaufschäumer ging die Hafermilch sehr gut hoch und produzierte viele, wenn auch relativ große Bläschen, die eine ganze Weile auf dem Kaffee hielten. Mit einer Dampflanze, die z.B. jede Siebträgermaschine im Café hat, dürfte der Milchschaum sogar noch besser ausfallen.

Und das Beste, zumindest für mich: Der Hafermilchschaum schmeckte nicht nach Tiermilch, sondern körnig-sanft! Perfekt, wenn du wegen dem Eigengeschmack eigentlich gar keinen Milchschaum magst! 

Sojamilch: Der proteinreiche Milchschaumknaller 

Als vegane Ernährung immer beliebter wurde, war die Sojamilch am Markt gefühlt der erste wirklich brauchbare Milchersatz. Trotzdem ist das Meinungsbild heute sehr heterogen: Die einen lieben, die anderen hassen sie. Ein Grund ist der Eigengeschmack nach Sojabohnen, den manche vielleicht zu sehr mit Tofu oder Tempeh (Riegel aus fermentierten Sojabohnen) assoziieren. In unserem Milchersatz Test machte der ungesüßte alpro Soyadrink (ca. 1,80 Euro) als Partner zum Kaffee aber eine sehr gute Figur!

Allgemeine Infos: Ist Sojamilch gesund und gut?

Sojamilch wird aus getrockneten Sojabohnen hergestellt, die in Wasser eingeweicht, püriert und aufgekocht werden. Nach der Filtrierung bleiben Okara (ein proteinreicher Sojakuchen, der z.B. zum Backen oder für Eintöpfe verwendet wird), Sojareste als Tierfutter und natürlich die fertige Sojamilch übrig. Sie hat als Milchersatz einige Vorteile:

  • Gesunde Proteinbombe. Normale Sojamilch enthält genauso viel Protein wie Kuhmilch, aber ist deutlich gesünder. Denn tierisches Protein wirkt übersäuernd auf den Körper, was Müdigkeit und Entzündungen auslöst, und soll das Risiko für Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten erhöhen. Sojaprotein besitzt diese negativen Effekte nicht! Du tust deinen Muskeln damit etwas Gutes, reduzierst den Cholesterinspiegel und regst den Geist an.
  • Soja ist nachhaltiger als gedacht. Das Hauptargument gegen Soja lautet, das für den Anbau Regenwälder abgeholzt werden. Tatsächlich wird in Brasilien viel Soja in gentechnisch veränderten Monokulturen und unter Einsatz von Pestiziden angebaut. Der Großteil ist aber für die Produktion von Tierfutter gedacht! Bei uns im Handel stammt Sojamilch meistens von europäischen oder kanadischen Sojabohnen, die deutlich nachhaltiger angebaut werden. Und gegenüber Kuhmilch ist Sojamilch definitiv die bessere Wahl, weil sie ressourcenschonender und mit weniger Treibhausgasen gewonnen wird.
  • Phytohormone zum Schutz vor Krebs? In Soja stecken Pflanzenhormone, die in Tierstudien das Wachstum von hormonell beeinflussten  Krebszellen hemmen konnten. Selbiges erhofft man sich nun beim Menschen, um ihn vor Brust- und Prostatakrebs zu schützen, aber muss dazu weiter forschen. Für die Wirkung sprechen die geringen Krebsraten in Asien, wo seit jeher viel Soja auf dem Speiseplan steht. Wichtig: Liegt schon eine Krebserkrankung vor, kann Soja kontraproduktiv sein! Denn die wie Östrogen wirkenden Pflanzenhormone könnten z.B. bei östrogenpositivem Brustkrebs das Wachstum der Tumorzellen beschleunigen! 

Milchersatz - Sojabohnen

Tja, soll man Soja nun lieben oder nicht? Aktuell wird davon ausgegangen, dass moderater Konsum von Sojaprodukten mehr positive als negative Wirkungen hat. Es gibt dennoch Punkte, die dagegensprechen, wie z.B. auch eine Allergie gegen Birkenpollen – weil Sojamilch eine Kreuzallergie auslösen kann.

Sojamilch im Test: alpro Soya ungesüßt

In unserem Milchersatz Test fiel beim alpro Soyadrink (ganze Bohne ungesüßt) als erstes die Konsistenz auf: Sie war relativ dickflüssig, ja fast sahneähnlich, mit einer leicht gelblichen Farbe. Vorm Geschmack hatte ich mich zugegeben erst etwas gegruselt, da ich Soja in der Tat eher mit herzhaftem Tofu verbinde. Christian machte also den Anfang, und befand die Sojamilch als sehr neutral bzw. am ehesten mit normaler Milch vergleichbar. Er war also schnell bekennender Soja-Fan. Ich sah die Sache etwas anders...

Milchersatz - Sojamilch - alpro Soja

Für mich schmeckte die Alpro Soja mild, mit einer leicht körnigen Note. Leider nahm ich keinerlei süßlichen Unterton wahr, für den andere vegane Milchsorten bekannt sind, und den ich eigentlich ganz gerne mag. Viele Menschen finden Sojamilch sogar etwas bitter bzw. adstringierend – bekommen also ein pelziges Mundgefühl, weil die Pflanzenstoffe mit dem Eiweiß der Mundschleimhaut reagieren. Ganz so drastisch fand ich es nicht, aber hatte durchaus das Gefühl, dass die Sojamilch länger als erwartet auf der Zunge bleibt. 

Im Kaffee gewann die Sojamilch für uns beide ein paar Punkte dazu: Sie überließ eindeutig den Kaffeearomen die Bühne und trat elegant in den Hintergrund. Unser Sojamilchkaffee ließ sich jedenfalls sehr angenehm trinken und war überraschend sanft im Geschmack! Allerdings verband sich der Sojadrink nicht ganz so homogen mit dem Kaffee, wie wir es von der Oatly Hafermilch kannten.

Milchersatz - Sojamilch - veganer Milchschaum

Beim Milchschaum hat uns die alpro Soja dafür völlig überrascht: Kein anderes Produkt schäumte stärker! In unserem elektrischen Milchaufschäumer war am Ende kaum noch Flüssigkeit drin, dafür fast nur feinporiger und sehr dichter Milchschaum. In der Tasse schwamm er fast wie „Bauschaum“ oben, hielt sich lange und verband sich kaum mit dem Kaffee. Fluffig und für mich geschmacklich angenehmer als die kalte pure Sojamilch, wobei ich auch hier eine etwas süßliche Note gemocht hätte. Wer aber festen Milchschaum mag, bekommt ihn mit Sojamilch definitiv hin. 

2.2 Exotischer Milchersatz: Kokosmilch und Tigernut Milk

Bist du experimentierfreudig, brauchst Milchschaum nicht unbedingt und magst exotische Aromen – auch in deinem Kaffee? Dann solltest du dir die beiden folgenden Vertreter in unserem Milchersatz Test etwas genauer ansehen: Denn Kokosmilch und Tigernut Milk werden dir neue Geschmackserlebnisse bescheren, selbst wenn sie nicht (gut) schäumen. 

Kokosmilch: Für Cold Brew (fast) wie in den Tropen

Die Kokosnuss wächst in vielen tropischen Ländern auf Kokospalmen und ist ein Tausendsassa, das sich komplett verwerten lässt: Die äußeren Schalen als Brennmaterial, das Kokoswasser im Inneren als leichter Drink und das Kokosfleisch als herzhafter Snack. Außerdem werden aus der Kokosnuss weitere Produkte wie Kokosöl und Kokosmilch hergestellt. Beides hat aber mit Kokosdrinks im Handel, ebenfalls umgangssprachlich als „Kokosmilch“ bezeichnet, wenig zu tun. 

Allgemeine Infos: Ist Kokosmilch gesund und gut?

Kokosmilch ist etwas völlig anderes als das natürliche Kokoswasser, das man beim Öffnen einer Kokosnuss direkt trinken kann. Sie entsteht, indem man Kokosfleisch zerkleinert, mit normalem Wasser vermischt, filtriert und mit Stabilisatoren versetzt. Neben dieser intensiven und dickflüssigen Kokosmilch kannst du im Supermarkt auch "Kokosdrinks" wie alpro Kokos Original (ca. 2,50 Euro) kaufen, bei denen es sich um mit Wasser stark verdünnte Kokosmilch handelt.

  • Relativ gesund. Reine Kokosmilch hat einen Fettanteil von 15% bis 20% und ist sehr kalorienreich. Ihre gesättigten Fettsäuren erhöhen aber nur das „gute“ HDL-Cholesterin, das zu einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten führt. Deswegen haben Menschen in den Tropen, die ihr Fett fast ausschließlich über Kokosnüsse aufnehmen, mit Herzinfarkten, Schlaganfällen oder sogar Demenz kaum Probleme. Die "dünneren" Kokosdrinks bestehen aber lediglich zu einem Bruchteil aus reiner Kokosmilch und größtenteils aus Wasser. Damit haben sie wenig gesunde Fette (Fettanteil ca. 1%), sind aber ein halbwegs kalorienarmer Milchersatz. 
  • Prima zum Kochen. Mit ihrer exotischen Note ist reine Kokosmilch eine beliebte Zutat in der asiatischen Küche, z.B. in Suppen und Currys. Auch Desserts schmecken damit gut, und du kannst kalte Kokosmilch sogar wie Sahne steif schlagen. Kokosdrinks sind ebenfalls vielfältig einsetzbar, binden aber bei Weitem nicht so gut. Dafür kannst du sie z.B. gut in den Kaffee geben oder für dein Müsli verwenden. Unser Kokosdrink kommt auch im Porridge, also Haferbrei mit Frucht-Toppings, zum Einsatz!
  • Geeignet zur Hautpflege. Reine Kokosmilch kann als natürliche Reinigungsmilch, als Gesichtsmaske oder sogar als Packung bei Sonnenbrand verwendet werden. 
  • Schlechte Öko-Bilanz. Kokosnüsse wachsen leider nicht in Europa, sondern in tropischen Ländern wie Sri Lanka oder Indonesien. Für in Europa verkaufte Kokosmilch haben sie also lange Transportwege hinter sich und stammen obendrein aus wenig nachhaltigen Mono-Kulturen, für die immer mehr Flächen gerodet und gedüngt werden. Das solltest du als Kokosfan wissen!

Milchersatz - Kokosmilch - Kokosdrink

Am Argument, dass die mittelkettigen Fettsäuren (MCTs) in der Kokosmilch angeblich beim Abnehmen helfen, ist allerdings kaum etwas dran ­– denn davon enthält sie (und die dünnen Kokosdrinks erst recht) viel zu wenig. Im Rahmen einer gesunden Ernährung müsstest du schon eher pures Kokosfleisch essen, das der Körper schnell in Energie umwandelt und das somit den Stoffwechsel anregt.

Kokosmilch im Test: alpro Kokos Original 

In unserem Milchersatz Test griffen wir zu alpro Kokos Original. Bei diesem Kokosdrink haben 100ml nur 20 kcal und knapp 1% Fett. Trotzdem schmeckt er pur genossen nicht wässrig, sondern sehr exotisch und fruchtig. Wir spürten eine leichte Kokosnote, vor allem im Abgang. Im Gegensatz zu anderem Milchersatz schmeckt uns der Kokosdrink vor allem kalt sehr gut und ist sehr erfrischend! Fast wie Kokoswasser, nur ein bisschen cremiger.

Milchersatz - Kokosmilch - Kokosdrink

Nach dem ersten Geschmackstest waren wir also gespannt, wie sich der Kokosdrink im Filterkaffee macht. Er färbte genauso gut wie Kuhmilch. Aber sagen wir es so: Dezent ist anders! Unser Kaffee erhielt eine deutliche Kokosnote, die man natürlich mögen muss. Das Ergebnis schmeckte durchaus noch wie Kaffee, aber einzelne Aromen – z.B. das Blumige, Erdige und Zitrische – wurden vom Kokos überlagert und waren nur noch verschwommen wahrnehmbar. Nett, aber 100% überzeugt waren wir nicht. Irgendwie lag es auch an der Temperatur, also probierten wir weiter.

Milchersatz - Kokosdrink - Kokoskaffee

So kamen wir darauf, dass ein warmer Kokosdrink seine Struktur und seinen Geschmack ändert. Er flockt aus und schmeckt nicht mehr so rund, als wenn er direkt aus dem Kühlschrank kommt. Also gaben wir einen Schuss kalten Kokosdrink in unseren Cold Brew Coffee – und siehe da, das Ergebnis war deutlich leckerer als im heißen Filterkaffee. Das Ganze funktioniert natürlich auch mit Cold Drip oder abgekühltem Filterkaffee, Hauptsache du verwendest irgendeine Art von kaltem Kaffee! Wenn du dein kaltes Koffeingetränk aufschäumen willst, solltest du einen Teil Kokosmilch verwenden. Sie stockt besser, ist aber auch kalorienreicher. 

Tigernussmilch: Schmeckt pur fast am besten

Wer sich einmal an Milchersatz heranwagt, wird im Laufe der Zeit immer mutiger und greift zu Exoten wie Dinkelmilch, Cashewmilch und Co. Experimentierfreude war wohl auch der Grund, warum eines Tages „Tigernut Milk“ in meinem Einkaufskorb landete: Allein der Name klang so abgefahren, dass ich sie probieren wollte. Okay, die Packung war auch hübsch ;-) War ich hier etwa auf einen Marketingtrick hereingefallen? Nein, es war die Entdeckung! 

Allgemeine Infos: Ist Tigernussmilch gesund und gut?

Zugegeben, ich musste erstmal googeln, was ich mir mit der Tigernussmilch ins Haus geholt hatte. Und siehe da: Frauenmagazine weltweit feiern die Tigernuss, auch Erdmandel genannt, als neues Superfood! Sie verdankt ihren Namen der gefleckten Optik, ist aber eigentlich gar keine Nuss, sondern die stark ölhaltige Knolle einer krautigen Pflanze. Trotzdem erinnert der Geschmack an Mandeln und Haselnüsse. Die Tigernuss wächst überall und sogar in Spanien, wo sie die Zutat der klassischen Horchata de Chufra (Ermandelmilch) ist. Ein erfrischender Drink, nach Sommer schmeckt!

  • Sehr gesund. In der Tigernuss stecken gesunde Fettsäuren, Ballaststoffe, Mineralien wie Calcium und Phosphor sowie Vitamine wie C und E drin. Sie macht lange satt, kurbelt die Verdauung an und stärkt die Darmflora – was sich positiv auf das Immunsystem auswirkt. Sogar gegen Verstopfung, Blähungen und Durchfall wird die Erdmandel empfohlen! Sie senkt das schlechte LDL-Cholesterin im Körper und erhöht das gute HDL-Cholesterin, welches das Risiko von Herzkreislauf-Krankheiten reduziert.
  • Sehr lecker. Die Tigernuss schmeckt als Milchersatz nussig, süßlich und so gut, dass wir sie am liebsten pur trinken. Auch roh scheint sie lecker zu sein: In Kriegszeiten wurden Tigernüsse in manchen Ländern sogar als Schokoladenersatz verwendet.
  • In kommerziellen Produkten zu wenig enthalten. Wer eine Tigernussmilch im Handel kauft, wird wahrscheinlich kein „reines“ Produkt erhalten, sondern einen Milchersatz wie Reismilch, bei dem Erdmandeln nur als Zusatz enthalten sind. Dagegen hilft nur eins: Rühr dir die Leckerei zu Hause an!
  • Lässt sich selber machen. Wer die pure Power will, kann sich Tigernussmilch in der heimischen Küche zubereiten. Du brauchst dafür nur Erdmandeln, Wasser, eventuell etwas Vanille und Zimt, sowie ein Tuch zum abseihen. Wie es genau geht, steht zum Beispiel in diesem Rezept.

Milchersatz - Tigernuss - Erdmandel

Oben siehst du im linken Schälchen die gestreiften Tigernüsse. Falls du dich fragst, was die anderen Zutaten sollen: Auch aus Cashews und Datteln kann man Milchersatz gewinnen... Aber lass uns hier bei den Erdmandeln bleiben.

Tigernussmilch im Test: Rude Health Tiger Nut Drink

Wir haben den Tiger Nut Drink von Rude Health (ca. 2,80 Euro) getestet, bei dem es sich um Reismilch mit 6% Erdmandeln handelt. Nun, das ist nicht gerade ein hoher Anteil, scheint bei kommerziellen Produkten dieser Art aber wohl normal zu sein. Die Farbe der Tigermilch ist cremig-beige, und beim ersten Schluck ist es um mich geschehen: Es schmeckt ein wenig wie kalte Milch mit Honig, dazu dezentes Nussaroma und ein leicht körniger Unterton, der vielleicht vom Reis kommt. Christian nimmt außerdem Zimtaroma wahr. Wir sind beide begeistert vom süßlichen Aroma (das hier viel besser zur Geltung kommt als bei reiner Reismilch, siehe unten) und gönnen uns erstmal ein Glas vom köstlichen Getränk.

Milchersatz - vegane Milch - Tigernussmilch

Dann kommt die Tigernussmilch in unseren Filterkaffee aus der Chemex. Sie bindet extrem gut und tritt geschmacklich in den Hintergrund. Eigentlich nehme ich sie fast gar nicht mehr wahr, bis auf eine leicht nussige und süßliche Note. Angenehm, kann man sehr gut trinken! Auch im Cold Brew und Cold Drip Coffee macht die Tigernussmilch eine gute Figur. Leider ist sie im Handel nicht so leicht zu finden. Also falls du mal davor stehst: Unbedingt einpacken und ausprobieren!

Übrigens empfiehlt der Hersteller Rude Health auf der Rückseite der Packung, die Tiger Nut Milk auch für Drink-Rezepte zu verwenden, zum Beispiel für eine vegane heiße Milch mit Zimt oder für eine spanische Horchata – viele vegane Rezepte wie diese gibt's auf der Firmenwebsite. Wir können uns die Tigernussmilch ebenfalls sehr gut in Kaffee Cocktails bzw. Kaffee Mocktails vorstellen. Dieser Milchersatz lädt auf jeden Fall zum kreativen Ausprobieren ein.

Milchersatz - Tigernut Milk - Rezepte

2.3 Universeller Milchersatz für die Küche: Mandelmilch und Reismilch

Wir sind zwar ein Kaffeemagazin und Kaffee-Shop, schätzen Milchersatz aber nicht nur als Beigabe für unser Lieblingsgetränk – sondern insgesamt als gesunde Alternative in der Küche. Darum lieben wir auch Mandelmilch, weil sie sich besonders universell einsetzen lässt. Mit Reismilch werden wir hingegen (noch) nicht so richtig warm...

Mandelmilch: Im Kaffee eher Geschmacksache 

Mandelmilch ist ein Milchersatz, den wir seit ein paar Jahren kennen, und zwar als Zutat für unsere morgendlichen Smoothie Bowls. Darin ist kalte Mandelmilch einerseits die zum Mixen der Fruchtmasse benötigte Flüssigkeit (und flockt im Gegensatz zur Kuhmilch nicht, wenn sie auf Zitrusfrüchte trifft), und andererseits sorgt sie für eine leichte Nussnote. Irgendwann kam ich auf die Idee, sie auch mal im Kaffee zu probieren... Ob das gut ging? Liest du gleich!

Allgemeine Infos: Ist Mandelmilch gesund und gut?

In Sachen Milchersatz hat Mandelmilch in Europa die längste Tradition und ist z.B. schon ewig als „Latte di Mandorla“ in Italien erhältlich. Sie wird gewonnen, indem man frisch gemahlene und geröstete Mandeln (oder in Sizilien eine Mandelpaste) mit Wasser übergießt, für mehrere Stunden ziehen lässt und danach abseiht. Klingt einfach und das ist es auch! Neben Vorteilen hat der Nussdrink aber auch ein paar Nachteile, und daher fällt das Zwischenfazit gemischt aus.

  • Wenige Kalorien. Ungesüßte und möglichst natürliche Mandelmilch hat nur ca. 13 kcal pro 100ml. Ein sehr leichter Milchersatz! Allerdings steckt auch nicht viel Gesundes drin.
  • Wenig Nährstoffe. Mandeln sind sehr gesund, aber in Mandelmilch stecken je nach Marke nur etwa 2% Mandeln drin! Der Rest ist Wasser und was sonst noch an Zutaten beigemischt wird – Vitamine und Mineralstoffe sind ok, aber auf künstliche Aromen und Zucker solltest du verzichten. Fakt ist: Wo wenig Mandeln drin sind, können auch kaum Nährstoffen drin sein. Es sei denn, die Mandelmilch ist hausgemacht.
  • Zuhause selbst herstellbar. Für deine selbstgemachte Mandelmilch brauchst du nur Mandeln, Wasser, einen Mixer und ein Tuch zum Abseihen. Sowie natürlich etwas Zeit! Wie es geht steht zum Beispiel hier.
  • Universell einsetzbar. In der Küche verwenden wir Mandelmilch tatsächlich als Milchersatz, zum Beispiel in Smootie Bowls, im Müsli, zum Backen oder zum Kochen von Gemüse-Gerichten, denen eine nussige Note gut steht.
  • Öko-Bilanz prüfen! Mandelbäume brauchen zum Wachsen viel Wasser und stehen vor allem im von Dürren betroffenen Kalifornien. Wegen der Monokulturen und im Anbau eingesetzten Pestizide sterben Bienen, und die Mandeln treten eine lange Reise in alle Welt an. Besser ist daher Bio-Mandelmilch, die zumindest aus Spanien oder Italien stammt.

Milchersatz - vegane Milch - Mandelmilch

Für viele Menschen ist übrigens auch der Geschmack der Mandelmilch ein Plus... Während er wiederum für andere eher ein No Go ist. Auch in unserem Test schieden sich die Geister – bzw. die Meinungen meines Testkollegen und mir.

Mandelmilch im Test: alpro Mandel Original

„Fein sanfter Geschmack“ steht auf der Packung der alpro Mandel Original (ca. 2,80 Euro). Und tatsächlich: Pur getrunken schmeckt diese Sorte Mandelmilch wirklich sehr rund und angenehm! Ich mag das geschmeidige Gefühl im Mund und den etwas süßlichen Geschmack mit der nussig-blumigen Mandelnote. Christian hingegen findet das Testprodukt nur „ok“ und fühlt sich etwas zu sehr an Marzipan erinnert. Und nein, er mag auch keine Marzipankugeln ;-)

Milchersatz - Mandelmilch - alpro

Bei der Mandelmilch im Kaffee sind wir uns ebenfalls uneinig. Ich finde, dass sie geschmacklich zwar wahrnehmbar ist, den Kaffee durch ihren Eigengeschmack aber lediglich etwas süßer macht. Für mich ist das gut, aber Christian stört sich daran: „Kaffee darf nicht süß sein!“ Wer also seinen Kaffee zurecht ohne Zucker trinkt und auf süße Noten empfindlich reagiert, für den ist Mandelmilch kein guter Milchersatz. Bei einem sind wir uns aber einig: Dass man im Abgang die Nussnote etwas zu deutlich wahrnimmt.

Milchersatz - Mandelmilch - Erhitzen

Und wie sieht es mit Milchschaum aus? Schlecht, die Mandelmilch schäumt überhaupt nicht, nicht einmal ein kleines bisschen... Beim Erhitzen zersetzen sich dafür die Proteine und als Folge schwamm auf unserem Kaffee ein schmieriger Film. Das sieht nicht wirklich appetitlich aus (siehe Foto oben, links ein Kaffee mit normaler Milch und rechts ein Kaffee mit Mandelmilch).

Daher unser Fazit: Wenn du Mandelmilch ohnehin in der Küche hast, und Nussaroma prinzipiell magst, dann darf auch mal ein (kalter!) Schluck davon in den Kaffee. Speziell zur Kaffeezubereitung würden wir sie uns aber nicht zulegen.

Exkurs: Ist Haselnussmilch so ähnlich wie Mandelmilch?

Nein, auf keinen Fall! Haselnussmilch hat eine braune Farbe, schmeckt extrem nussig und erinnert eher an ein süßes Dessert. Im Müsli oder Porridge kann das mal ganz spannend sein, aber für den Kaffee ist Haselnussmilch viel zu dominant! Mit Kaffee hat das dann nicht mehr viel zu tun. Pur genossen haben wir bei Haselnussmilch außerdem immer ein etwas kratziges Gefühl im Hals – obwohl wir beide keine bekannten Nussallergien haben.

Milchersatz - Haselnussmilch

Reismilch: Da gibt es bessere Alternativen

Zu guter letzt das, nun ja, Schlusslicht in unserem Milchersatz Test. Reismilch fand ehrlich gesagt das erste Mal auf meinen Speiseplan, weil die Mandelmilch und Hafermilch im Supermarkt aus war. Also griff ich zu diesem mir bis dato unbekannten Milchersatz, um damit mein morgendliches Müsli zuzubereiten. Dafür ist Reismilch wirklich gut geeignet, denn sie schmeckt leicht süßlich und hat gleichzeitig wenig Kalorien. Im Kaffee ist sie aber leider nix! 

Allgemeine Infos: Ist Reismilch gesund und gut?

Reismilch wird aus gemahlenem Reis hergestellt, der mit Wasser gekocht und mit Hefe versetzt wird. Als Ergebnis entsteht eine cremige Masse, die fermentiert und gefiltert wird. Dann kommen Emulgatoren (Verdickungsmittel) und Stabilisatoren dazu, damit das Ergebnis seine Konsistenz behält. Fertig ist die Reismilch! Klingt aber leider nicht allzu natürlich... Und tatsächlich sieht die Faktenlage zu Reismilch auch eher gemischt aus.

  • Reich an Kohlehydraten. Reis ist ein Ballaststoff, und davon steckt auch einiges in der Reismilch. Somit spendet sie Energie, was zum Beispiel vorm Sport klasse ist.
  • Allrounder in der Küche. Du kannst mit Reismilch prima Backen und sie sogar in herzhaften Gerichten verwenden, wo der leicht süßliche Geschmack nicht stört.
  • Nährstoffarm. In der Reismilch ist nur Wasser und (wenig) Reis enthalten, sowie eventuell ergänzend zugesetzte Vitamine und Mineralien. Auch Proteine sind in der Reismilch so gut wie keine drin. Damit ist sie weder gesund noch ungesund, und hat etwa so viele Kalorien wie fettarme Kuhmilch.
  • Ökobilanz fragwürdig. Zwar stammt Reis für Reismilch, die in unseren Breitengraden im Handel steht, nicht aus Asien, sondern aus Italien und Spanien. Allerdings entsteht beim Anbau viel Treibhausgas, es werden Unmengen an Wasser benötigt und die Verarbeitung ist im Vergleich zu anderem Milchersatz eher aufwendig. Wenn es dir um ein gutes ökologisches Gewissen geht, gibt es also deutlich bessere Alternativen.
  • Arsenbelastung möglich. In Reiskörnern kann sich das giftige und krebserregende Halbmetall Arsen – das im Boden von Natur aus vorkommt – bis zu 10x stärker anreichern als in anderen Getreiden. Wenn also Reismilch, dann bitte wenigstens in Bio-Qualität, weil hier die Grenzwerte stärker überwacht werden.

Milchersatz - vegane Milch - Reismilch

Nach dieser allgemeinen Faktenlage und den gemischten Ergebnissen sind wir, ihr ahnt es schon, nicht mehr ganz so begeistert von der Reismilch. Kommen wir nun zur Frage, wie das Ganze denn nun im Kaffee schmeckt. 

Reismilch im Test: alpro Reis Original

Hmmm, die schmeckt aber irgendwie... Süß. Und wässrig! So fiel unser erster Eindruck von der puren alpro Reis Original (ca. 2 Euro) aus. Sie erinnerte uns geschmacklich (sorry!) wirklich an Kochwasser, das nach der Zubereitung von Vollkornreis übrigbleibt, nur eben mit dem süßlichen Aroma, das von der Fermentation bei der Herstellung stammt. Insgesamt ist sie trotzdem recht mild. Pur schmeckt sie Christian und mir aber von all unserem Milchersatz am wenigsten: Und das betrifft sowohl das Markenprodukt von alpro als auch die günstige Eigenmarke von einem Supermarkt. Geschmacklich immerhin spannender war der Brown Rice Drink von Rude Health.

Milchersatz - Reismilch

Im Kaffee wird die Reismilch zum Paradox. Einerseits kann sie den kräftigen Kaffeearomen mit ihrer wässrigen Konsistenz kaum etwas entgegensetzen, anderseits klingt im Abgang immer wieder dieser penetrant süßliche Geschmack durch. Das passt einfach nicht zusammen und schmeckt uns persönlich überhaupt nicht. Was uns auch missfällt, ist das sich die Reismilch mit dem Kaffee kaum vermischt, und beim Aufguss ein leichter Fettfilm entsteht. Dieser wird beim Erhitzen noch deutlich ausgeprägter. Schmeckt weder toll, noch sieht es so aus!

Beim Milchaufschäumen will unsere Reismilch, aber kann dann doch nicht so recht. Mit dem elektrischen Milchaufschäumer entstehen immerhin ein paar größere Bläschen, aber richtiger Milchschaum? Fehlanzeige. Daher bleiben wir dabei: In unseren Kaffee kommt reine Reismilch mehr hinein.

Milchersatz - Reismilch - veganer Milchschaum

3. Letzte Tipps zum Thema Milchersatz

Mit Milchersatz ist es wie mit vielen Dingen: Es gibt nicht die eine Antwort für jeden. Im Gegenteil, jede vegane Milchsorte hat ihre eigenen Anhänger und Gegner, denn es kommt ganz auf den individuellen Geschmack an. Außerdem lässt sich jede vegane Milch etwas anders einsetzen. Manche passen beispielsweise besser, andere schlechter in den Kaffee. 

Was hat es mit den Barista-Editionen auf sich?

Mittlerweile gibt es Milchersatz auch in den sogenannten Barista Editionen, wie zum Beispiel der von uns oben getestete Oatly Haferdrink. Dabei handelt es sich um Produkte, die den perfekten Milchschaum garantieren sollen – wie ihn die Kunden in einem guten Café vom Barista erwarten würden. Dazu haben die Produkte einen höheren Fett- und Proteinanteil, denn damit schäumen sie besonders gut. Aber natürlich darf sie auch jeder Heimbarista verwenden, und sie schmecken nicht anders als herkömmliche Produkte!

Milchersatz - vegane Milch - Barista Edition

Geht Milchersatz auch für Kaffeevollautomaten?

Ja, natürlich kannst du Milchersatz auch im Milchschaumsystem deines Kaffeevollautomaten oder mit der Dampflanze deiner Siebträgermaschine verwenden! Wahrscheinlich wirst du damit sogar noch bessere Ergebnisse erzielen, als wir mit dem elektrischen Milchaufschäumer. Wähle eine vegane Milch, die besonders proteinreich ist, denn nur das erzeugt stabilen Milchschaum, und verwende sie im kalten Zustand. Wir empfehlen ganz klar Hafermilch oder Sojamilch! Und denk dran: Auch bei Verwendung von Milchersatz musst du dein Gerät nach Gebrauch natürlich gut reinigen!

Worauf sollte ich beim Kauf von Milchersatz achten?

Ganz klar auf die Zutatenliste! Deine vegane Milch ist nur dann gesund, wenn sie möglichst naturbelassen ist, und ohne Zucker und eine lange Liste an Zusatzstoffen auskommt. Viele Milchalternativen wie Sojamilch werden beispielsweise mit „Vanille“ oder „Schoko“ Aroma angeboten – Finger weg! Das ist quasi ein veganes Dessert in Flüssigform mit den entsprechenden Kalorien, ohne wirklich Nährwert zu besitzen.

Milchersatz - vegane Milch gesund - Zutaten

Außerdem macht es auch bei Milchersatz Sinn, sich nach Bio-Produkten umzusehen. Bei Produkten mit Bio-Siegel  wird darauf geachtet, dass der Anbau der Rohstoffe (z.B. Mandeln, Sojabohnen) möglichst nachhaltig und ohne Einsatz von Pestiziden erfolgt. Auch Zusatzstoffe sind bei Bio-Produkten teilweise natürlichen Ursprungs, wie z.B. Calcium aus Algen statt aus dem Reagenzglas.

Wie lange ist mein Milchersatz haltbar?

Orientiere dich an den Regeln, die ebenfalls für Kuhmilch gelten. Sobald du deine vegane Milch geöffnet hast, gehört sie unbedingt in den Kühlschrank und sollten binnen weniger Tage komplett aufgebraucht werden. Sonst wird sie schlecht, klumpt und schmeckt sauer!  

Milchersatz Kühlschrank

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Über die Autorin: Heidi liebt Kaffee, vor allem in Kombination mit einem gesunden Frühstück. Wenn sie gerade keine Beiträge auf Happy Coffee schreibt, berichtet die Weltenbummlerin auf ihrem Blog meerdavon.com über ihre Reisen.



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