Kaffee oder Tee: Welches Heißgetränk ist besser für dich? - Happy Coffee

Kaffee oder Tee? Bei jedem Geschäftstermin oder Treffen mit Freunden bekommt unmittelbar nach der Begrüßung dieselbe Frage gestellt. Ein gemeinsames Heißgetränk gehört einfach zum guten Ton eines jeden Gastgebers und hilft dem Besuch, sich sofort willkommen zu fühlen. Gleichzeitig scheinen die Fronten zwischen beiden Fraktionen verhärtet zu sein: Ein Kaffeetrinker liebt den herrlichen Duft frisch gemahlener Bohnen und schwört auf den kleinen Koffein-Kick zwischendurch. Der Teetrinker mag es milder und verweist oftmals darauf, dass sein Getränk ja wohl das gesündere sei. Doch was ist wirklich dran? Ist Kaffee oder Tee besser für uns?

Beliebtheit von Kaffee oder Tee: Die ewigen Rivalen

Kaffeeliebhaber trinken so gut wie keinen Tee und Teeliebhaber mögen meistens keinen Kaffee. Für den Großteil der Welt stimmt diese Annahme tatsächlich! Obwohl weltweit wesentlich mehr Kaffee getrunken wird als Tee, gibt es laut einer Studie von Euromonitor International viele Länder, die sich eindeutig als Kaffee- oder Tee-Fans outen. Packt man das Ganze in eine Grafik, dann ist unsere Welt zweigeteilt.

Kaffee oder Teetrinker? Eine Frage der Kultur

Kaffeenationen sind demnach die meisten Länder in Westeuropa, wie z.B. Skandinavien, Holland, Deutschland, Österreich, Schweiz, Belgien und Frankreich. Hier gibt es eine besonders lebendige Kaffeehaus-Kultur, wo Kaffeespezialitäten mit einem Stück Kuchen auf den Tisch kommen. Ebenfalls mehr Kaffee getrunken wird in Kaffeeanbau-Ländern wie Mexiko – wo unser Happy Coffee herkommt – oder Brasilien und Kolumbien. Auch in den USA, der Heimat von Starbucks, schlägt die Kaffeebohne das Teeblatt um Längen.

Echte Teenationen sind etwas seltener. Dazu zählen – wer hätte es gedacht – Großbritannien und Irland als die großen Ausnahmen im sonst so kaffeeverrückten Europa. Hier hat die Teestunde Tradition, zu der es eine Tässchen Tee mit Milch und kleine Köstlichkeiten wie Scones oder Sandwiches gibt. In vielen Ländern Asiens liebt man Tee noch mehr, allen voran China, Indien, Japan und Indonesien. Klar, denn dort finden sich viele Tee-Plantagen! Teilweise gibt es sogar Teehäuser und eine rituelle Teezeremonie. Auch in Ägypten und in der Türkei gehört eher der Tee zum Alltag dazu als der Kaffee.

Doch wesentlich überraschender ist, dass sich in vielen Ländern die Frage „Kaffee oder Tee“ gar nicht stellt, da der Konsum von beidem pro Kopf relativ ähnlich ausfällt. Flexible Kaffee- und Teetrinker findet man z.B. in Australien, Neuseeland, Polen, Weißrussland, Kanada und Argentinien. Vielleicht liegt es daran, dass hier keine wesentlichen Anbaugebiete von Kaffee oder Tee liegen und es keine tiefgreifende Sozialisierung mit dem einen oder anderen gab. Welches Heißgetränk auf den Tisch kommt, hängt allein von der Lust und Laune ab.

Sind Kaffee oder Teetrinker völlig verschiedene Menschen?

Ich mag keine Klischees und so etwas wie den typischen Kaffee oder Teetrinker gibt es nicht – dafür sind wir Menschen wunderbarerweise alle viel zu verschieden. Trotzdem fallen mir bestimmte Eigenheiten ein, die ich eher mit dem einen oder dem anderen assoziiere.

Typisch für Kaffeetrinker ist die Coffee-to-Go-Mentalität: Für den schnellen Koffeinkick besorgt man sich vor der Arbeit oder in der Pause unterwegs einen Becher mit dem schwarzen Gold. Umweltbewusste Trendsetter verwenden für ihren Coffee-to-Go natürlich einen hübschen und wiederverwendbaren Kaffeebecher für unterwegs. Ein „Tea to Go“ wird in Coffeeshops kaum verlangt. Kaffeetrinker scheinen also etwas mehr „auf dem Sprung“ zu sein, während Teetrinker als die entspannteren Zeitgenossen gelten. Das ist logisch, den ein guter Tee muss nun mal eine Weile ziehen

Gleichzeitig hält sich das Bild vom gemütlichen Teetrinker. Darauf deutet schon der Ausdruck „Abwarten und Teetrinken“ hin. Bei einer Tasse Tee klärt man Probleme und beruhigt die Nerven. Unter Kennern der gilt der Genuss einer Tasse Tee als entspannende, ja fast meditative Angelegenheit – für die man nicht sofort eine Teezeremonie veranstalten muss. Im krassen Gegensatz sind Koffein-Junkies, vor allem bei Schlafmangel, immer in Alarmbereitschaft. Das macht Kaffeetrinker nicht smarter, aber angeknipster. Und man unterstellt ihnen, in höherem Maße von ihrem Lieblingsgetränk anhängig zu sein als es bei Tee-Fans der Fall ist. In einer großen Befragung gab fast die Hälfte aller Personen an, eher auf das Smartphone verzichten zu wollen als auf die geliebte Tasse Kaffee. Wow, das will schon etwas heißen!

Abwarten und Tee trinken

Abwarten und Tee trinken. Oder doch lieber Kaffee?

Kaffee oder Tee: Ein grundlegender Vergleich

Allein schon die Spaltung der Weltbevölkerung zeigt, dass man diese Frage nicht eindeutig beantworten kann. Trotzdem kann man versuchen, Kaffee und Tee anhand verschiedener Kriterien miteinander zu vergleichen. Was von beidem ist gesünder? Welches Getränk hält länger wach? Und hat vielleicht noch ganz andere verborgene Qualitäten?

Was ist generell gesünder: Kaffee oder Tee?

In der Forschung sind sowohl Kaffee als auch Tee aufgrund ihrer Inhaltsstoffe ein großes Thema. Und ihr positiver Einfluss kann sich sehen lassen! Hier ein paar Beispiele, warum Kaffee oder Tee – oder sogar beides – sehr gesund sind.

Stärkeres Immunsystem

Die im Tee enthaltenen Theanine stärken die Abwehrzellen zur Bekämpfung von Bakterien und Viren. Im Kaffee sind diese Stoffe nicht enthalten, allerdings ist Koffein im Kampf gegen Auto-Immunerkrankungen wie Multipler Sklerose sinnvoll. Beide Getränke haben also ihre Vorteile.

Verbesserte Herzgesundheit

Sowohl Kaffee- als auch Teetrinker sind weniger anfällig für Herzkreislauf-Erkrankungen, wie ein Forscherteam herausfand. Tee senkt das Risiko um bis zu 45% und Kaffee um bis zu 20%. Dieser Unterschied wurde damit begründet, dass starke Kaffeetrinker teilweise rauchten und sich weniger gesund ernährten als die teetrinkenden Probanden. Bei gesunder Lebensführung sind Kaffee oder Tee gut fürs Herz.

Positive Wirkung aufs Gehirn

Kaffee verringert das Risiko, an Alzheimer und Parkinson zu erkranken. Doch auch durch das in grünem und schwarzen Tee enthaltene Teein kann man diesen Krankheiten vorbeugen.

Keine Anhaltspunkte für Dehydration und Osteoporose

Die weit verbreitete Annahme, dass Kaffee oder Tee eine dehydrierende Wirkung auf den Körper haben, konnte bislang nicht bestätigtwerden. Weder das eine oder das andere entzieht dem Körper Wasser; ebenfalls lässt sich keine harnhemmende oder harntreibende Wirkung nachweisen.

Ebenfalls ein Ammen-Märchen ist es, dass sich Kaffee-Genuss negativ auf die Knochengesundheit auswirkt. Ein entsprechender Zusammenhang konnte in keiner Studieerbracht werden. Für die Knochengesundheit sei hingegen entscheidend, die täglich notwendige Calcium-Zufuhr (z.B. durch Verzehr von Milchprodukten) nicht zu unterschreiten.

Kaffee trinken

Kaffee ist in Maßen gesund!

Welches Getränk hilft im Kampf gegen Krebs: Kaffee oder Tee?

Lange stand Kaffee in Verruf, zur Entstehung von Tumorzellen beizutragen. Heute weiß man in der Krebsforschung: Kaffee wirkt sogar unterstützend im Kampf gegen Krebs. Nur zu heiß trinken sollte man ihn nicht, um Zellveränderungen in der Speiseröhre zu vermeiden – was aber aus Sicht der Onkologen für alle Speisen und Getränke gilt. Doch auch der gute alte grüne Tee hat in der Onkologie Aufmerksamkeit erregt.

Die im Kaffee enthaltenen Pflanzenwirkstoffe, die sogenannten Antioxidantien, haben sich in wissenschaftlichen Studien als probate Unterstützung in der Krebstherapie gezeigt. So schützt Kaffee vor Leberkrebs und reduziert das Risiko, an Nierenkrebs und Hautkrebs zu erkranken. Außerdem nimmt man zumindest schwache Schutzeffekte gegen Brustkrebs und Darmkrebs an.

Im grünen Tee untersuchen Forscher die positive Wirkung von Epigallocatechingallat (EGCG). Diesem sekundären Pflanzenwirkstoff werden zellschützende Eigenschaften im Kampf gegen verschiedene Krebsarten nachgesagt. Es gibt Indizien, dass EGCG das Wachstum der Krebszellen hemmt, indem Enzyme blockiert und Tumore an der Metastasenbildung behindert werden. Diese Zusammenhänge müssen aber noch weiter untersucht werden.

Trotz ihrer positiven Eigenschaften sind Kaffee oder Tee kein neues Wundermittel gegen Krebs. In der Therapie sind viele Umstände zu beleuchten und diverse Faktoren einzubeziehen: Meist ernähren sich Tee-Trinker z.B. anders als Kaffee-Trinker oder es gibt kulturell bedingte Unterschiede in der Lebensweise. Hoffnung wird in weitere Langzeitstudien gesetzt, die noch fundiertere Ergebnisse bringen sollen.

Was macht schöner: Kaffee oder Tee?

Schönheit liegt natürlich immer im Sinne des Betrachters. Aber wusstest du, dass Kaffee beim Gewichtsverlust unterstützen kann? Denn das schwarze Gold hat wenige Kalorien, ist ein natürlicher Fatburner und regt den Stoffwechsel an. Obendrein macht Kaffee hellwach und spornt uns zu sportlichen Höchstleistungen an. Aber auch in dieser Disziplin kann der Tee mitmischen, denn grüner oder schwarzer Tee haben ähnlich positive Effekte. Genaueres kannst du in unserem Artikel über Abnehmen mit Kaffee nachlesen. Vor allem die Chlorogensäure in grünem Kaffee wird als neue Wunderaffe im Kampf gegen die Pfunde gehandelt.

Doch wie sieht es mit den Zähnen aus? Immer wieder hört man, dass sich von zu viel Kaffee oder Tee die Beißerchen unschön verfärben können. Und daran ist leider etwas dran. Tee ist der größere Übeltäter, da er neben färbenden Pigmenten und Säure zusätzlich Tannine enthält. Gleichzeitig enthält zumindest grüner Tee Fluoride, welche die Zähne stärken. Gegen unschöne Verfärbungen hilft nur eins: Genuss in Maßen und putzen, putzen, putzen!

Was hält länger wach: Kaffee oder Tee?

Kaffee gilt als der absolute Wachmacher, Tee eher als Wellness-Getränk. Ist das wirklich so? Nicht unbedingt!

Im einer Kaffeebohne stecken um die 2% Koffein, während dieselbe Menge an Tee mit ungefähr 1% bis 5% Koffein in Form von Teein zu Buche schlägt. Allerdings wird bei der Zubereitung von Kaffee eine größere Menge verwendet, weshalb in einer Tasse Kaffee im Durchschnitt doppelt bis dreimal so viel Koffein enthalten ist wie in einer Tasse Tee. Soweit, so wachmachend.

Allerdings wird das im Tee enthaltene Koffein, das Teein, viel langsamer freigesetzt. Alles hängt von der Ziehdauer ab. Zieht der Tee nur kurz, lösen sich weniger Gerbstoffe, an die das Koffein gebunden ist. Es kann sich entfalten und der Tee wirkt anregend. Je länger der Tee zieht, um so mehr Gerbstoffe werden freigesetzt und der Tee wirkt eher beruhigend. Insgesamt wirkt das Teein im Körper nicht so stark, hält aber länger an.

Kaffee oder Tee – es bleibt reine Geschmacksache!

Ihr seht: Kaffee und Tee haben beide positive Effekte und damit eine Daseinsberechtigung! Je nach Nerd-Level kann man mit der Zubereitung von beiden Heißgetränken mehr oder weniger Zeit aufwenden. Beides kann, muss aber nicht viel kosten. Und ebenfalls die Reste deines Kaffee oder Tee kannst du weiterverwenden, z.B. in Form von einem Kaffee-Peeling oder gebrühten Tee-Blättern als Dünger. Von vorn bis hinten ist beides eine runde Angelegenheit und bleibt am Ende reine Geschmacksache.

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Über die Autorin: Heidi liebt Kaffee, vor allen in Kombination mit einen gesunden Frühstück. Wenn Sie gerade keine Beiträge auf Happy Coffee schreibt, berichtet die Weltenbummlerin auf ihrem Blog meerdavon.com über Ihre Reisen.


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