Gesund statt schnell und fettig. Zwar lauern die Fast Food-Ketten noch immer an jeder Ecke, doch das Bewusstsein für eine ausgewogene Ernährung fernab der Burger- und Pommeskultur nimmt zu. Trotz eines stressigen Alltags mit kleinen Zeitfenstern setzt ein Großteil der Bevölkerung auf „slow“ statt „fast“. Plötzlich geht es darum, Kräfte zu sammeln und abzuschalten – sei es beim Essen mit Freunden oder mit den Kollegen in der Mittagspause.

Während meiner letzten Dienstreise nach Hamburg ist mir eine gänzlich neue Ernährungslehre begegnet: die Ernährungsphilosophie der fünf Elemente. Die Lehre, auf die angeblich schon die alten Chinesen geschworen haben, verspricht Energie und körperlich-seelisches Gleichgewicht. Hokuspokus oder tatsächliches Wohlbefinden? Meine Neugier war geweckt und so begann die Recherche.

Ein super Kochbuch für die Küche der 5 Elemente findest du hier.

Das Fünf Elemente Kochbuch

Bild: Das Fünf Elemente Kochbuch, by Barbara Temelie

 

Traditionelle Chinesische Medizin neu interpretiert

Die Ernährung nach den fünf Elementen stammt aus der Traditionellen Chinesischen Medizin und wurde auf die westliche Ernährung übertragen. Im Zentrum stehen die Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Alle Nahrungsmittel werden genau diesen fünf zugeordnet und zusätzlich nach den thermischen Eigenschaften kalt, erfrischend, neutral, warm und heiß klassifiziert.

Genauer genommen geht es also um die energetische Wirkung unserer Nahrungsmittel und ihr Einfluss auf den Körper, den Geist und die Seele. Unter der Annahme, dass alles miteinander in Verbindung steht, muss das Gleichgewicht hergestellt, gefördert und erhalten werden. Dann geht es unserem Körper gut und wir fühlen wir uns gesund und vital.

Was ist gut für meinen Körper?

Der Weg dahin ist gar nicht so einfach: Nur, wer sich langfristig mit der Lehre der fünf Elemente auseinandersetzt, lernt seinen Körper kennen. Ganz ohne Vorschriften wie bei einer Diät, gilt es zu ergründen, welche Lebensmittel förderlich sind. Erst im nächsten Schritt kann dieses Wissen in den Alltag übertragen werden. Was heißt das konkret? Mit der Nahrung, die wir aufnehmen, bringen wir unsere Verdauung in Schwung und schöpfen neue Energie (Qi). Dass es darüber hinaus um bewussten Genuss geht, klang bereits an: Schon im Mund beginnt der Verdauungsprozess. Die Enzyme im Speichel tragen bereits zur Nahrungsverdauung bei und sorgen für ein bekömmliches Mahl.

Die Thermik machts

Das eigene Wohlbefinden wird maßgeblich von drei Bausteinen bestimmt: von der eigenen Körpertemperatur, vom Klima und von der thermischen Eigenschaft der Nahrungsmittel. Als kühlende Speisen werden in der Ernährung der fünf Elemente zum Beispiel Tee, Joghurt, Tomaten, Milch oder Gurken klassifiziert. Salzige oder scharfe Nahrungsmittel wie Fisch, Lauch oder verschiedene Gewürze erhitzen dagegen den Organismus und trocknen ihn aus. Wichtig ist, dass neutrale Lebensmittel in den Speiseplan aufgenommen werden. Hierzu zählen beispielsweise Getreide, Kohl, Bohnen oder Möhren.

Feuer, Wasser, Erde, Metall und Holz

Parallel zur Thermik kommt es darauf an, die fünf Geschmacksrichtungen (gemäß der Elemente) bewusst zu verwenden bzw. zu ergänzen: Dem Element Holz wird die Eigenschaft sauer zugeordnet, dem Element Feuer bittere Speisen, Erde bedeutet süß, Metall ist scharf und das Element Wasser steht für salzig. Kommen all diese Komponenten zum Einsatz, sind die Speisen leicht verdaulich, der Körper ist gestärkt und voller Energie.

Denken wir an die unzähligen Kochsendungen im Fernsehen – stets erinnern uns die TV-Köche, dass in ein gutes Gericht Salz, Süße und Säure gehört. Doch welches Gericht lässt sich welchem Element zuordnen? Hier beginnt das Konzept komplex zu werden:

  1. Holz (sauer): Essig, Tomaten, Weizen, Orangen oder Huhn.
  2. Erde (süß): Mais, Butter, Karotten, Kartoffeln, Aprikose oder Ei.
  3. Metall (scharf): Zwiebeln, Senf
  4. Wasser (salzig): Salz, Fisch, Wasser, Hülsenfrüchte
  5. Feuer (bitter): Rucola, Roggen, Schafskäse

Je nach Reifegrad kann ein Lebensmittel auch unterschiedlichen Elementen zugeordnet werden. Eine grüne Banane ist säuerlich (Holz), während eine reife Banane einen süßen Geschmack hat. Jedes Lebensmittel lässt sich so einer thermischen Eigenschaft und einem Element zuordnen. Welches Nahrungsmittel das Beste ist, muss jeder für sich herausfinden. Eine allgemeine Formel gibt es nicht. Jedoch geht die Traditionelle Chinesische Medizin davon aus, dass der Mensch die „richtigen“ Lebensmittel in seiner Region findet. „Richtig“ heißt dann auch den Jahreszeiten angepasst. Im Winter sollte man auf heiße Lebensmittel setzen, im Sommer dagegen auf kalte. Und: jede Mahlzeit sollte alle Geschmacksrichtungen enthalten.

Fünf Elemente – ein Fazit

Wer sich mit der Ernährung nach den fünf Elementen beschäftigt, kann viel entdecken. Mit Sicherheit bietet die Lehre einige sinnvolle Aspekte: Nahrungsmittel aus der Region, die richtigen Zutaten für einen abgerundeten Geschmack, magenfreundliche Speisen und die Rückkehr zum bewussten Genuss. Frische und unterschiedliche Zutaten haben eine positive Wirkung auf den Organismus – auch diesen Gedanken hebt die Ernährungslehre nochmals hervor. Dennoch beruht die Einteilung auf keinerlei wissenschaftlichen Erkenntnissen. Wer sich näher informieren möchte, findet hier eine Auflistung. Ebenso gibt es hier kühlende Rezepte für heiße Sommertage.

Titelbild by Salvatore Iovene

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Über den Autor: Christian ist Gründer von Happy Coffee. Neben gutem Kaffee interessiert er sich für fairen Handel, Surfen und die Startup Szene.


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